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Spenden für krebskranke Kinder erreichen nicht ihr Ziel

WERNE Auf der Theke der Pizzeria steht eine Spendendose mit der Aufschrift "Deutsches Kinderförderwerk". Ziel des Vereins mit Sitz in Wetzlar: "Die Förderung und Hilfe für schwer kranke Kinder." Aber wer spendet, macht womöglich einen großen Fehler.

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Der Inhaber der Pizzeria hat die unseriöse Spendendose inzwischen in den Müll geworfen.

  Denn das Oberverwaltungsgericht in Rheinland-Pfalz hat entschieden, dass diese Organisation in dem Bundesland keine Spenden mehr sammeln darf, weil nur vier bis sechs Prozent der Spenden wirklich dem guten Zweck zukamen.

Für Nordrhein-Westfalen hat dieses Urteil allerdings keine Bedeutung: Hier darf jeder sammeln, der den Schein wahrt. "Seitdem das Sammlungsgesetz abgeschafft wurde, haben wir keinen Überblick mehr", sagt Egon Kock  vom Ordnungsamt Werne. Er bedauert, dass 1999 die damals noch rot-grüne Landesregierung "zum Abbau von Bürokratismus" die Kontrolle über die Spendensammlungen abgeschafft hat.  Spendendosen wurden früher verplombt "Früher musste jede Sammlung bei uns genehmigt werden. Die Spendendosen wurden verplombt, dann hier wieder geöffnet, das Geld gezählt und unter unserer Aufsicht auf das richtige Konto überwiesen", skizziert Kock die Maßnahmen, die früher dafür sorgten, dass nur seriöse Unternehmen um Spenden bitten konnten. Seit zehn Jahren ist das anders. Jetzt gibt nur noch das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) die Sicherheit, dass das Geld dem zugedachten Zweck zugute kommt.

Aber auch wer dieses Siegel nicht will oder bekommt, kann durchaus auf seine Kosten kommen: Denn gerade in der Vorweihnachtszeit sind viele Menschen bereit, für einen guten Zweck zu spenden.

Ordnungsamt ist machtlos gegenüber unseriösen Sammlern

Nicht zufällig häufen sich jetzt die Spendenbitten-Briefe, gehen Spendensammler von Tür zu Tür, ausgerüstet mit seriös anmutenden Ausweisen und mit verplombten Sammeldosen. Bei der Eindämmung dieses Wildwuchses sind den Behörden die Hände gebunden: "Wir können nur bei aggressivem Betteln reagieren, wenn zum Beispiel Passanten belästigt werden", so Kock.

Und die Polizei kann erst aktiv werden, wenn das Kind nachweislich in den Brunnen gefallen ist: "Klar ist: Wenn schwarze Schafe das Spendengeld in die eigene Tasche stecken, dann ist das Betrug und dann ermitteln wir. Aber das können wir erst tun, wenn es konkrete Ansatzpunkte für eine Straftat gibt", zeigt Polizeisprecher Martin Volkmer die Grenzen der Ordnungshüter auf. Der Pizzeria-Besitzer hat im Übrigen aufgrund unserer Recherchen inzwischen reagiert: Die Spendendose ist weg.

AZ: 1 K 642/07.TR

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