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Wie wird man Fan?

TV-Reporter Hansi Küpper über sein erstes Dribbling

WERNE Als Vierjähriger hat Hansi Küpper mit seinem ersten Dribbling den Trainer beeindruckt. Der mobile Reporter Nico Drimecker hat den heutigen Fußball-Moderator aus Werne getroffen und gefragt: Wie wird man Fan?

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Etwas wehmütig ist Hansi Küpper durchaus, da das Freiherr-vom-Stein-Stadin in Werne abgerissen wird. Hier hat er als Vierjähriger angefangen, Fußball zu spielen.

Wie wird man Fußball-Fan? Um die Antwort auf diese Frage zu finden, begibt sich Reporter Nico Drimecker während der Europameisterschaft auf die Reise durch unsere Region.

Wir betreten das Grün des Freiherr-vom-Stein-Stadions in Werne, das nur noch wenig vom Sport ausstrahlt. „Das ist schon schräg“, sagt Hansi Küpper, sein Blick schweift über den Platz. Acht- bis zehntausend Zuschauer haben hier früher mitgefiebert. „Hier ging’s richtig rund“, schwärmt der Ex-Fußballer und erzählt von „großen Spielen“ – Freundschaftsspiele gegen Borussia Dortmund und wie die A-Jugend des SSV Werne Westdeutscher Vizemeister wurde.  Im Finale sei der SSV dem 1. FC Köln unterlegen, glaubt er – dies scheint die einzige marginale Unsicherheit in seinen Fußball-Erinnerungen zu sein. Ansonsten sprudeln Torschüsse inklusive der Spielminute, gelbe und rote Karten, Daten und Wochentage von Begegnungen aus Hansi Küpper heraus. Ich als Fußball-Laie kann kaum folgen, jedes Detail fliegt an mir schneller vorbei als ein Torschuss.

 Hansi hat’s drauf, schließlich ist er einer der bekanntesten Fußball-Kommentatoren. In Werne geboren, mittlerweile in Herbern und Bayern zu Hause, schlägt sein Fußballherz in Dortmund. Obwohl er als Kommentator vor allem professionell, eher unparteilich bleibe. „Die totale Leidenschaft kommt aber immer, wenn ich privat ins Stadion gehe.“   Als Vierjähriger trug er das blauweiße Trikot des SSV Werne. Der Trainer erkannte sein Talent, förderte ihn. Spätestens als Neunjähriger hat Hansi Küpper „nur noch in Schwarz-Gelb gedacht“. Im Jugendalter schwang er selbst gebastelte Fan-Fahnen als Dauergast auf der Südtribüne des BVB-Stadions. Er kann selbst auch noch etwas spielen.  25 Jahre Spielerfahrung, bevor er 1992 das Spielen fürs Kommentieren aufgab. Er kommentierte lange für den Pay-TV-Sender Sky, momentan spricht er für Liga Total, Sport 1 und Sat 1.

 Mit einem alten Ball, fast Hansi Küppers Jahrgang 1961, spielen Reporter und Ex-Fußballer auf zwei kleine Tore, die einander gegenüber stehen. Jeder hat drei Angriffe. Er trifft zweimal, aber Tunneln lasse ich mich nicht. Zwei meiner Schüsse schnappt der flinke Mann mit den Füßen, ein anderer kullert trostlos und in sicherer Entfernung am Tor vorbei.Auf dieses 2:0-Ergebnis wird er vermutlich nicht euphorisch, geschweige denn leidend, zurückdenken. Obwohl er sagt: „Fußballfans sind stark im Erinnern.“ Irgendwann, sagt Hansi Küpper, gebe der Sport dem „Fußballverrückten“ – ihn eingeschlossen – eine Art Raster. „Ein Fußballverrückter kann alles, was passiert ist, an einem fußballerischen Ereignis aufhängen.“

Leiden muss der Fußball-verrückte BVB-Fan aus Werne momentan nicht. Aber wehmütig wird Hansi Küpper beim Anblick des Freiherr-vom-Stein-Stadions. Eine der Tribünen ist bereits zur Hälfte abgerissen, einige grüne Plastikschalenstühle verblassen in der Sonne. Das Freiherr-vom-Stein-Stadion verschwindet allmählich, dafür wird es wohl kein eindeutiges Datum geben, an das sich Hansi Küpper erinnern wird.  Mit seinem Smartphone dreht er ein kleines Video, eine 360-Grad-Sicht. Ein letzter Blick auf das Stadion, für ihn die Keimzelle seiner Fußball-Liebe, der Nabel der großen Fußball-Sport-Events bis in die 60er Jahre. Den Tag unseres Treffens wird er sich vielleicht trotzdem merken. Er geht zum letzten Mal von diesem Platz.   

Sie können Nico Drimecker helfen: Nutzen Sie unser Formular oder schreiben Sie ihm eine Mail, wie Sie Fußball-Fan wurden oder warum und mit wem Sie mitfiebern.  

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