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Stellungnahme zum Solebad-Aus

Verdi: "Politik hat Insolvenz lange vorbereitet"

WERNE Bürgermeister Lothar Christ hat die Insolvenz der Natur-Solebad GmbH verkündet. 42 Mitarbeiter sind damit ab Mai 2015 arbeitslos. Die Gewerkschaft Verdi hat zwei Tage gebraucht, um ihre Stellungnahme zu formulieren. Darin erhebt sie schwere Vorwürfe gegen die Stadt und die Geschäftsleitung.

Verdi: "Politik hat Insolvenz lange vorbereitet"

Die Gewerkschaft Verdi weist die Schuld an der Solebad-Insolvenz von sich - und sieht stattdessen Wernes Bürgermeister Lothar Christ als Hauptverantwortlichen.

„Nach allen uns vorliegenden Informationen liegt die Vermutung nahe, dass die Verantwortlichen der Natur-Solebad GmbH und der Politik seit langem die Insolvenz und damit im Hintergrund die Kündigung der Arbeitnehmer vorbereiten“, teilte Günter Isemeyer, Pressesprecher von Verdi NRW, mit. „Dies ist ein beispielloser und zynischer Vorgang im öffentlichen Dienst.“

Reaktionen zur Pleite des Solebades in Werne

Doris und Siegfried List aus Velbert: »Es ist eine Schande, dass das Natursolebad im nächsten Jahr geschlossen wird. Vor allem für die Mitarbeiter, die jahrelang dort gearbeitet haben. Wir  sind oft nur wegen des Bads hierhin gekommen. Es wäre schön, wenn es bleiben würde."
Jürgen Schäfer, Pfarrer der Gemeinde St. Christophorus: "Ich  bedauere die Situation. Ich halte mich aber daraus. Über die Hintergründe zu dem Thema weiß ich nichts Genaues."
Annette Reckers, 53, aus Werne: "Als ich von der Insolvenz hörte, habe ich sofort meine Solecard zurückgeben wollen."
Bugra Agkale aus Lünen-Brambauer: »Das Salzwasserbecken war einmalig. Ich finde es vor allem schade für die älteren Gäste, die sahen immer so entspannt aus.«
Birgit Striepens aus Werne: „Wenn ich mir die Wiesen im Sommer so ganz ohne Kinder vorstelle, da wird mir ganz anders. Das ist für mich das Traurigste an der ganzen Geschichte.“
Alois Bacher aus Werne: „Die Verantwortlichen des Bades hätten auf die Situation reagieren müssen. Niemand hat eine Lösung für das Problem gefunden. Es gab keinen Kompromiss.“
Jörg Leduc aus Werne: „Die ganze Sache mit dem Solebad wurde dermaßen übertrieben, da haben doch alle die Nase voll von. Wir haben auch noch ganz andere Probleme in Werne."
Lisa Ax aus Werne: „Ich habe immer die Sonne auf den Wiesen genossen. Ausgerechnet zum nächsten Sommer macht es nun zu. Und die Mitarbeiter wurden auch alle gekündigt. Die ganze Sache mit dem Streik von verdi war irgendwie kontraproduktiv.“
Gisela Krabbe, 74, aus Drensteinfurt: "Das Schwimmen in Werne tut meinen Gelenken so gut. Während der Schließung werden wir in Drensteinfurt schwimmen gehen."
Badegast Helmut Schulz, 79, Lünen-Brambauer: "Ob ich nach der Schließung in zwei Jahren nochmal in Werne schwimmen gehen werde, ist in meinem Alter fraglich."
Jürgen Zielonka, 1. Vorsitzender des Stadtsportverbandes Werne: "Für die Beschäftigten ist es eine harte Situation. Wir vertreten den Sport in Werne. Und als Vertreter des Sports haben wir uns herausgehalten. Die Insolvenz ist immer noch die Sicht der Verwaltung. Politisch ist darüber noch nicht abgestimmt. Ob die Situation so eintritt, weiß ich nicht. Die Entscheidung zur Insolvenz kann nur der Rat bestätigen. Wie die Stimmung innerhalb der Fraktionen bezüglich der Entscheidung ist, weiß ich auch nicht."

Verdi kritisiert, dass die Stadt eine eigen verwaltete Insolvenz anstrebt. „Das würde verhindern, dass ein bestellter unabhängiger Insolvenzverwalter die Interessen der Beschäftigten berücksichtigt und von betriebsbedingten Kündigungen absieht“, so Isemeyer.

WERNE Nach der angekündigten Insolvenz des Solebads in Werne am Dienstag sahen einige die Schuld beim monatelangen Streik der Gewerkschaft Verdi. Die weist jedoch die Verantwortung zurück. "Der Vorwurf, der Streik hätte zur Insolvenz geführt, ist überhaupt nicht haltbar", sagt Günter Isemeyer, Sprecher von Verdi NRW.mehr...

Die Gewerkschaft sieht hinter der Entscheidung von Stadtspitze und Geschäftsführung eiskaltes Kalkül: „Sie wollen ohne Personalkosten das Bad umbauen, wollen es wieder eröffnen und neue Leute einstellen.“ Für Isemeyer ist mit der nun getroffenen Entscheidung klar, dass die Stadt nie an Tarifverhandlungen mit Verdi interessiert war.

Der Pressesprecher führt noch einmal an, dass Neubeschäftigte bei der Natur-Solebad GmbH derzeit 8,82 Euro Stundenlohn bei einer 40-Stundenwoche erhalten. „Das ist knapp über dem Mindestlohn.“ Eine stufenweise Einführung des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst, wie er für die „Altbeschäftigten“ gilt, sei ein „sehr weitgehendes Kompromissangebot der Gewerkschaft“ gewesen. „Statt darüber zu verhandeln, wollen sich die Geschäftsführung und Bürgermeister Christ nun der Beschäftigten entledigen.“

Interview mit Gewerkschaftssekretär

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Die Schuld für die Insolvenz sieht Verdi bei Lothar Christ: „Er hatte es spätestens im Mai 2014 in der Hand, den Streik durch Beginn von Tarifverhandlungen zu beenden.“ Doch der Bürgermeister habe sich Vorschlägen und Kompromissangeboten durch die Gewerkschaft verweigert und keine Vorschläge für eine Lösung des Konfliktes vorgelegt. „Nicht die Streikenden sind die Ursache des Defizites, sondern die Unbelehrbarkeit des Bürgermeisters. Er hat die Aufgabe, Schaden von der Stadt fern zu halten. Das Ergebnis seines Nichthandelns ist, der Stadt erheblichen Schaden zugefügt zu haben.“  

WERNE Die Natur-Solebad GmbH ist pleite: Stadtverwaltung und Geschäftsführung haben bekannt gegeben, dass die Betreibergesellschaft ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung anstrebt. Ende April 2015 wird das Werner Bad für den öffentlichen Badebetrieb geschlossen. 42 Mitarbeiter verlieren dann ihren Job.mehr...

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