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WSC-Neuzugang OH hofft auf das Wunder

Werner SC

Joo Seung Oh lebt schon seit Jahren in Deutschland. Der Neuzugang beim Werner SC fühlt sich wohl, hat Job und Freunde gefunden. Der Deutschen Nationalmannschaft drückt er am Mittwoch aber nicht die Daumen.

Werne

von Patrick Schröer

, 26.06.2018
WSC-Neuzugang OH hofft auf das Wunder

Vollen Einsatz, wie hier noch im Trikot Westfalia Wickedes, will Joo Seung Oh (l.) auch für den Werner SC zeigen. Den wünscht sich der Mittelfeldspieler am Mittwoch auch von seinem Heimatteam Südkorea, das gegen Deutschland um den WM-Achtelfinaleinzug kämpft. © Nils Foltynowicz

Joo Seung Oh ist fußballverrückt. Das sind viele Menschen in Deutschland. Der ehemalige Spieler des TuS Westfalia Wethmar, der künftig für den Werner SC in der Landesliga spielen wird, freut sich auch schon auf das WM-Spiel am Mittwoch zwischen Deutschland und Südkorea – so wie viele anderen Millionen in Deutschland, mit dem Unterschied: Er drückt der DFB-Elf dieses Mal nicht die Daumen.

Woran das liegt? Oh stammt aus Südkorea. Genau genommen aus Seoul, hat dort mehr als sein halbes Leben verbracht. „Natürlich halte ich zu Südkorea. Da komme ich her. Ich wünsche mir bei Weltmeisterschaften aber auch immer Überraschungen. Ein Sieg gegen Deutschland wäre eine Überraschung“, so der Südkoreaner, der seit 2012 fest in Deutschland lebt.

Angefangen in der BVB-Jugend

Zum ersten Mal zog es den 26-Jährigen aber bereits 2008 nach Deutschland. Damals kickte er in der A-Jugend-Bundesliga für Borussia Dortmund. Von dort aus wechselte er dann bis 2010 zur SG Wattenscheid. „Danach musste ich zurück nach Hause, weil meine Mutter krank war“, so Oh. Lange hielt es den Mittelfeldspieler allerdings nicht in seiner Heimat. Schon 2012 kehrte Oh nach Deutschland zurück. „Alex Lüggert (damaliger Trainer beim TuS Westfalia Wethmar, Anm. d. Red.) hat mich zurückgeholt“, sagt Oh. Für die Westfalia kickte er mehrere Jahre, verpasste mit den Grün-Weißen unter anderem den Aufstieg in die Landesliga.

In der vergangenen Saison wechselte Oh dann den Verein, suchte sein Heil in der Westfalenliga bei BV Westfalia Wickede. Dort kam er allerdings nur auf wenige Einsatzzeiten, weshalb er sich in diesem Sommer für eine neue Aufgabe entschied – Landesliga mit dem Werner SC. „Der Werner SC hat mich im Gespräch überzeugt. Es ist zwar ein Rückschritt in die Landesliga, aber ich will mich gut präsentieren, zum Führungsspieler reifen“, sagt Oh.

Herz schlägt für Korea, der Kopf sagt Deutschland

Die WM-Partie am Mittwoch wird Oh mit seiner Freundin in Essen verbringen. Auch, wenn er auf seine Koreaner hofft und sich einen 3:1-Sieg wünscht, bleibt er skeptisch. „Realistisch betrachtet, gewinnt Deutschland mit 4:0“, sagt der Altenpflegehelfer, der in Lünen-Alstedde arbeitet. Falls es dazu kommt und somit auch zu einem Ausscheiden der Koreaner, die einen Sieg zum Weiterkommen benötigen, drückt Oh danach der DFB-Elf die Daumen. „Wenn die Deutschen weiterkommen, müssen sie sich besser organisieren. Nur mit Ballbesitzfußball kommt man nicht weit“, sagt Oh. Am Mittwochabend weiß der Koreaner mehr. Der Glaube an das Wunder lebt aber.

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