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Weitere Kita geplant – Stadt sucht Standort und Träger

Kita-Neubau

Bei der Kita-Bedarfsplanung will man ab sofort vorausschauend agieren, statt nur zu reagieren. Das Ergebnis: In Werne soll eine 17. Kita entstehen. Ein möglicher Träger muss erst gefunden werden.

Werne

von Wilco Ruhland

, 28.06.2018
Weitere Kita geplant – Stadt sucht Standort und Träger

Die Barbaraschule am Beckingsbusch ist eine Kita auf Zeit. Die Stadt Werne ist auf solche Provisorien angewiesen © Vanessa Trinkwald (Archiv)

Bisher habe man immer nachjustiert, wenn im Dezember die Anmeldezahlen vorlagen. „Jetzt gucken wir nach vorne“, sagt Jugenddezernent Alexander Ruhe. Was sich schon länger abzeichnete, realisierte sich am Dienstag im Jugendausschuss. „Wir haben dem Ausschuss die Empfehlung ausgesprochen, ein Interessenbekundungsverfahren bei möglichen Trägern durchzuführen“, so Ruhe.

Mit diesem Verfahren will man das Interesse überprüfen, ob sich überhaupt ein Träger findet – eine Vergabe ist dadurch noch nicht fest.

Suche über den Sommer

Der einstimmige Beschluss lautete, dies über die Sommerferien durchzuführen. Der klare Auftrag: Im Sommer soll man eine geeignete Fläche und einen Träger suchen. Sowohl stadteigene Flächen als auch private seien da möglich. Geeignete Fläche heißt in diesem Fall: mindestens 2500 Quadratmeter, um drei Gruppen, mit der Option auf eine vierte, realisieren zu können. Da habe man die üblichen Orte im Blick, erklärt Ruhe. Das Prüfen der Flächen laufe schon.

Für den Träger läge noch keine konkrete Bewerbung vor, doch es hat auch noch niemand Ablehnung signalisiert, so Ruhe.

Im Herbst werde dann neu entschieden, ob und wann gebaut wird. Danach wolle man das nächste Anmeldeverfahren noch abwarten, um die tatsächlichen Zahlen zu haben. „Im Idealfall haben wir im Dezember schon eine Fläche, einen Träger und einen Investor für den Bau“, meint Alexander Ruhe.

Notfallplan steht bereit

Auf jeden Fall müsse man aber mindestens anderthalb Jahre für den Prozess, von der tatsächlichen Planung bis zur Fertigstellung, einplanen, ergänzt Dominik Klute von der Jugendhilfeverwaltung. Da private Flächen zudem oft noch kein Baurecht hätten, könnte es länger dauern. Daher komme es auch auf die entsprechende Fläche an, ob der neue Bau zum Kitajahr 2019/20 oder 2020/21 den Betrieb aufnehmen könne.

Man spiele mit beiden Szenarien und halte deshalb den Notfallplan bereit, für das Jahr 2019/20 die ehemalige Kita St. Konrad oder auch die weitere Nutzung der Barabaraschule in Anspruch zu nehmen.

Plätze umwandeln

Doch woher kommt der Wunsch nach einem Kita-Neubau? Da an der Klöcknerstraße bereits ein Neubau für 75 Kinder in drei Gruppen entsteht, sollte man meinen, der Bedarf sei gedeckt.

Als man im April die Zahlen besprach, ergaben sich zwei große Herausforderungen. Zum einen, dass man einige der Gruppen für Kinder unter 3 Jahren (U3) in solche für ältere umwandeln müsse, da die Kinder älter werden. Die Gesamtzahl der Kitaplätze bleibe aber gleich und so hätte man wieder zu wenig U3-Plätze.

Provisorien wie die Kita Maria Frieden heißen nicht umsonst so. Diese Übergangslösungen laufen aus. „Ein schleichendes Provisorium ist keine Dauerlösung“, so Ruhe.

Keine stichfesten Prognosen

Zum anderen habe man eine steigende Nachfrage nach U3-Plätzen. Hier wird die Rechnung allerdings etwas vage, denn feste Zahlen und Entwicklungen, auf die man sich stützen kann, hat man schlicht nicht. Eine stichfeste Prognose ist nicht möglich. „Wir nutzen den Richtwert der Schulplanung von 250 Geburten pro Jahr, um einheitliche Zahlen zu haben“, erklärt Ruhe.

Außerdem habe Werne eine positive Bilanz an Zuzügen. Darüber hinaus orientiere man sich eher an Kommunen aus Richtung Münsterland, als im Kreis Unna.

„Bei gleicher Entwicklung wie letztes Jahr, fehlen uns im nächsten rund 10 Plätze“, so der Jugenddezernent. Nun hat man die steigende Nachfrage nach U3-Plätzen. „Wir gehen davon aus, dass dort noch nicht der Scheitelpunkt erreicht ist. Das kann uns keiner gesichert sagen, aber wir sehen das momentan als nicht ausreichend.“

Zum Jahr 2020 sehe man das Potenzial für rund 22 weitere Plätze. Im Bereich der Kinder über 3 Jahren habe man zwar bis 2020/21 eine Entspannung, doch wenn die Entwicklung hier so weitergehe, könnten dann dort auch 15 Plätze fehlen, meint Ruhe.

LWL befürwortet neue Kita

Auch der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) zeige sich vorallem dann wohlwollend, wenn man baut, und er sehe, „man will sich ernsthaft erweitern“, erklärt Alexander Ruhe. Die eigene Sorge, dass man hinterher eventuell zu viele Kita-Plätze hätte, sehe der Verband sogar entspannt, da man momentan eher eine Gruppen-Überbelegung in Werne hätte.

„Wir schöpfen unsere Möglichkeiten im Moment voll aus, aber was wenn plötzlich eine Welle an neuen Kindern kommt?“, erklärt der Dezernent die Begründung. Deshalb befürworte der LWL auch eine neue Kita.

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