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Medizinerjubiläum

Werner ist mit 80 Jahren noch Arzt auf Abruf

Werne Vor 50 Jahren schloss Dr. Rafael Balogh in Bayern sein Medizinstudium ab. Fünf Jahrzehnte später ist der 80-jährige Werner noch auf Abruf im Dienst. Mal im Sauerland, mal im Münsterland brauchen ihn die Kollegen. In seiner Freizeit hebt er ab.

Werner ist mit 80 Jahren noch Arzt auf Abruf

Rafael Balogh (80) aus Werne hat vor 50 Jahren sein Medizinstudium abgeschlossen. Foto: Balogh

1967 erhielt Dr. Rafael Balogh seine Approbation. Zu seinem Arztjubiläum „50 Jahre“ hat ihm der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe in einem persönlichen Brief gratuliert. Dr. Theodor Windhorst. „Von ihm habe ich nur selten Post erhalten“, sagt Dr. Rafael Balogh mit einem Schmunzeln und ist ein wenig stolz auf die Glückwünsche.

Seinen Beruf hat der Facharzt für Hals-Nasen-Ohren und Arbeitsmediziner stets mit Herzblut ausgeführt. Nach seiner Facharztausbildung in München ließ er sich zuerst in Bayern mit einer eigenen Praxis nieder, dann wechselte er 1977 nach Bergkamen zur Firma Schering (seit 2006 Bayer Pharma AG). Sie suchten einen Betriebsarzt. „Ich bewarb mich und wurde genommen“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Vorsorgeuntersuchung bei Schering


So verschlug es den gebürtigen Budapester, der 1956 während der ungarischen Freiheitskämpfe nach Erlangen geflohen war, nach Nordrhein-Westfalen. Ihm vertrauten die Mitarbeiter des Pharmaunternehmens ihre gesundheitlichen Beschwerden an, ob es ein kleiner Schnupfen war, ein Husten oder sonstige Beschwerden. Die Ursache einer gesundheitlichen Beeinträchtigung konnte immer auch die Reaktion auf Schadstoffe in der Luft sein. Kontinuierliche Vorsorgeuntersuchungen standen daher im Vordergrund.

Sein Ziel war es, die Luftverunreinigung auf niedrigem Niveau zu halten. Bei der Herstellung der Medikamente (Schering produzierte in Bergkamen die Grundstoffe für die Pille) konnten Schadstoffe austreten.

Geringe Gefahr

„Die Gefahr für die Mitarbeiter in Bergkamen war zwar gering, aber ein Anwenderfehler war menschlich“, sagt er. In einigen Fällen habe er geringe Mengen Zinn im Urin festgestellt. Aber er habe Glück gehabt. „Ich musste kein einziges Mal eine Berufskrankheit bescheinigen.“

Nur einen tragischen Fall habe er in seiner Zeit bei Schering erlebt. Ein Reaktor war zu heiß geworden und explodierte. Ebenfalls ein Anwendungsfehler. In unmittelbarer Nähe stand ein Mitarbeiter, der starke Hautverbrennungen erlitt und wenige Tage später starb. „Das hat uns alle sehr mitgenommen.“

Austritt aus dem Betrieb nach 25 Jahren

Nach 25 Jahren musste der Betriebsarzt aufhören, aus gesetzlichen Gründen war der Zeitpunkt des Betriebsaustritts vorgeschrieben, bedauerte er damals. Dort arbeiten zu können, sei wie ein Lottogewinn gewesen. „Es war so familiär“, dankt er noch heute seinen Arbeitskollegen, darunter viele aus Werne, für die gute Zusammenarbeit.

Doch Balogh wollte seinen Dienst nicht gänzlich aufgeben und setzte seine Tätigkeit als Arbeitsmediziner nebenberuflich fort. Auf Abruf steht er den Arztpraxen aus Werne und Bergkamen sowie einigen im Sauerland zur Verfügung. Die Praxisinhaber sind verpflichtet, ihre Mitarbeiter, die einer hohen Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind, regelmäßig untersuchen zu lassen.

Aktiver Pilot

Und wenn der Wind gut steht, dann hebt der aktive Pilot und ehemalige Fliegerarzt (führte medizinische Begutachtung von Piloten durch) gerne mal ab. Seit seiner Kindheit befasst er sich mit dem Fliegen. Zuerst als Modellbauer und „dann wollte ich selbst mal drin sitzen.“ Nur momentan ruht sein Flugschein. „Das Wetter ist zu schlecht“, sagt er, seit 30 Jahren Mitglied im Segelclub in Hamm. Denn mindestens eine Flugstunde muss er pro Monat nachweisen. „Im Sommer fange ich wieder an, wenn die Sonne scheint.“

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