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Gerichtsprozess

Werner Arzt drohen vier Jahre Haft wegen Betrugs

Bochum/Werne Er soll eine Bank um 1,6 Millionen Euro betrogen haben: Im Betrugsprozess rund um eine Bochumer Privatklinik drohen dem angeklagten Arzt aus Werne über vier Jahre Haft. Das hat das Bochumer Landgericht am Montag signalisiert.

Die Einschätzung ist nach Angaben der Richter allerdings nur vorläufig. Außerdem müsste sich die Anklage natürlich bewahrheiten. Noch sei allerdings alles offen.

Bislang hat sich nur einer der insgesamt sechs Angeklagten zu den Vorwürfen geäußert – ein Rechtsanwalt aus Hagen. Er hatte bei seiner Versicherung 2015 einen Krankenhausaufenthalt in der Bochumer Privatklinik abgerechnet, den es gar nicht gegeben hatte. „Das war riesengroßer Mist“, sagte der Anwalt am Montag vor dem Bochumer Landgericht. Er habe dem Arzt aus Werne, mit dem er befreundet war, einfach nur einen Gefallen tun wollen.

Krankenhausaufenthalt abgerechnet, den es gar nicht gab

Tatsächlich war der Anwalt damals keinen einzigen Tag in der Klinik. Der später erstellte Entlassungsbericht war eine Totalfälschung. Rund 5000 Euro hatte der Rechtsanwalt für den Krankenhausaufenthalt von seiner Versicherung erhalten. „Das Geld habe ich abgehoben und bar weitergegeben“, sagte der Anwalt den Richtern. Empfänger sei der Arzt aus Werne gewesen.

Der 64-Jährige will das auch gar nicht abstreiten. „Soweit ich mich erinnern kann, ist das so richtig“, sagte er den Richtern auf Nachfrage. Zu mehr hat sich der angeblich hoch verschuldete Arzt bis jetzt noch nicht geäußert.

Kritik am mitangeklagten Rechtsanwalt

Ihm wird vorgeworfen, die finanzierende Bank beim Kauf der Bochumer Privatklinik Ende 2014 getäuscht und um rund 1,6 Millionen Euro betrogen zu haben. Außerdem soll sich der 64-Jährige zu Unrecht mit einem Professoren-Titel geschmückt und reihenweise Leistungen abgerechnet haben, die es gar nicht gegeben habe.

Dem mitangeklagten Rechtsanwalt droht nach vorläufiger Einschätzung des Gerichts ein Jahr Haft auf Bewährung. Für das Verhalten des 46-Jährigen zeigten die Richter null Verständnis. „Sie sind ein Organ der Rechtspflege“, sagte Richter Markus van den Hövel am Montag.

Und: „Das, was Sie getan haben, war Betrug.“ Der Anwalt habe die Allgemeinheit geschädigt, das dürfe nicht hingenommen werden. Der Prozess wird fortgesetzt.

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