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DRK-Helfer Markus Richter

Zum Hilfseinsatz gegen Ebola nach Sierra Leone

WITTEN Am Mittwochabend geht sein Flugzeug zum Hilfseinsatz nach Westafrika. Doch Angst vor einer Ansteckung mit dem Ebola-Virus hat DRK-Mitarbeiter Markus Richter (37, Foto) nicht: „Sonst würde ich nicht nach Sierra Leone gehen.“ Eine große Portion Respekt vor der Situation nimmt er aber mit.

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Die Schutzanzüge gegen das Ebola-Virus dürfen keine nackte Haut frei lassen.

Lebenswichtig: das An- und Ausziehen der Schutzanzüge ist Teamarbeit.

Dafür hat nicht nur seine große Erfahrung mit Hilfseinsätzen im Ausland gesorgt, sondern auch ein zweitägiges Seminar, das er in der vergangenen Woche in Würzburg besucht hat. Viele haben in den Fernseh-Nachrichten Bilder von Helfern gesehen, die dort den anstrengenden Einsatz in Schutzanzügen probten: Markus Richter war einer von ihnen. „Länger als zweimal 45 Minuten am Tag hält man es in so einem Anzug nicht aus“, weiß er nun aus eigener Erfahrung. „Wir haben in einem Zelt an einem Patientenbett geübt, Blut abzunehmen und die Temperatur zu messen.“ Und das nicht nur in der Schutzmontur, die die Beweglichkeit einschränkt. Sondern auch noch bei Temperaturen von 40 Grad.

Bei seinem vierwöchigen Einsatz in Kenema muss Richter, der hauptamtlich für den DRK-Blutspendedienst arbeitet, als Rettungsassistent ausgebildet ist und auf ehrenamtlicher Basis als Techniker immer wieder zu internationalen Hilfseinsätzen fliegt, sogar noch auf ein paar Grad mehr gefasst sein. Der Wittener arbeitet in Sierra Leone daran mit, eine Station für Ebola-Kranke auszubauen: „Es werden dringend mehr Betten benötigt“, weiß er. Genauere Informationen warten heute in Berlin auf ihn. „Er ist der erste Rotkreuzler aus Westfalen-Lippe, der mit einem konkreten Einsatzauftrag ins Ebola-Gebiet aufbricht“, sagt der Wittener DRK-Pressesprecher Christian Schuh. Der Helfer wird dort beim Ausbau der Isolierstation mit anfassen. Sie befindet sich nicht etwa in einem Krankenhaus. „Es handelt sich um Zelte in einem doppelt eingezäunten Gebiet“, beschreibt Richter.

Diese sichere Abgrenzung sei wegen der Ansteckungsgefahr wichtig. Zunächst müssten Zäune für die Erweiterung gesetzt werden, dann gehe es darum, die neuen Zelte und die Krankenbetten aufzustellen sowie die Sanitäreinrichtungen und eine kleine Müllverbrennungsanlage aufzubauen. Darüber hinaus wird Markus Richter auch als „eine Art Hausmeister“ im Einsatz sein. Auch wenn er dort keine Patienten versorgt, wird er vermutlich doch in der Hochsicherheitszone, in der die Patienten liegen, mal etwas reparieren müssen. Nur dann muss er in den Schutzanzug steigen. „Das Virus kann keine großen Distanzen durch die Luft überbrücken, dann stirbt es ab“, hat der Wittener beim Seminar in Würzburg gelernt. Er ist sicher: Wenn er beim An- und Ausziehen der Schutzkleidung alles richtig macht, kann ihm nichts geschehen.

„Das ist jeweils eine Prozedur, die man nie alleine absolviert“, beschreibt er. Ein Partner mit Checkliste stehe beim Umkleiden stets dabei und lese den nächsten Schritt vor. „Immer wieder müssen dabei die Hände mit Desinfektionslösung abgewaschen werden. Der Anzug wird mit Desinfektionslösung abgesprüht.“ Markus Richters Lebensgefährtin versteht, dass er nach West-Afrika geht. Doch er räumt ein: „Natürlich freut sie sich nicht darüber.“ Sorgen ist sie wohl gewöhnt, denn auch als er 2009 nach Zimbabwe reiste, ging es um die Bekämpfung einer Krankheit: „Damals gab es dort einen Cholera-Ausbruch“, erinnert sich Markus Richter. Immerhin sei diese Krankheit nicht ganz so bedrohlich wie Ebola.

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