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Zum Lachen: "Zärtlichkeit mit Freunden"

HEVENEY Wo sonst Gras wächst und Lenkdrachen am Himmel ziehen, trat am Dienstag "Die bekannte Band Zärtlichkeit mit Freunden" auf. Ein Comedy-Abend im Rahmen des Zeltfestivals Ruhr.

Zum Lachen: "Zärtlichkeit mit Freunden"

Das Duo besteht aus Stefan Schramm und Christoph Walther.

"Rock´n Roll ist englisch und heißt Roggenbrötchen", sagt Christoph Walther alias Rico Rohs. Der Kabarettist und Komödiant parodiert einen pubertierenden Schlagzeugschüler. Rico trägt eine dicke Brille, ausgelatschte Turnschuhe und ist der unsichere Depp. Er plaudert mit kaugummihafter Geschwindigkeit aus seinem Leben, doch dann und wann wirkt seine Kurzsichtigkeit weniger blind als erwartet: manchmal ist er schlauer als das Publikum. Und so ist seine Geschichte über die Nachbarin Frau Meisner recht unterhaltend. Die Dame verlor bei einem Fußballspiel ihre Kniescheibe, und Rico vollzog die Notoperation auf dem Rasen. Mit einem Tacker und anderen Dingen, von denen wir lieber nichts wissen wollen.

Grönemeyer

Christoph Walther und Stefan Schramm, das Duo aus dem sächsischen Riesa, bezeichnen sich selbst als Kasperett. Eine Mischung aus Kasperle und Kabarett. Ihnen fehlt es nicht an aktuellem Bezug, auch wissen sie regionale Themen in ihr Programm zu integrieren: Die Schließung des Nokia-Werkes kommt ebenso zur Sprache wie Herbert Grönemeyer. Die beiden Studenten haben inzwischen eine Vielzahl von Comedy-Preisen eingeheimst.

Tränen fließen

Dennoch: "Die bekannte Band Zärtlichkeiten mit Freunden" polarisiert das Wittener Publikum. So manche Brille wird abgenommen, um die Lachtränen zu trocknen. Manch andere allerdings, weil sich ein Gähnen nicht unterdrücken lässt. Die Witze, sie klingen bekannt. Die Langsamkeit, sie dient nicht immer der Spannung. Der Humor, er muss verstanden sein.

Als Grobmusiker bezeichnen sich die beiden gern selbst. Doch gerade die Musik ist es, die die Stimmung im Publikum lodern lässt. Konzipiert ist die Show als ein voyeuristischer Akt während eines Konzertes: Das Publikum hört die Gespräche, erfährt die Launen und die ausgesprochenen Gedanken der Musiker.

Da wäre es sicher von Vorteil, der Musik künftig einen größeren Stellenwert als bisher einzuräumen und Lieder mit größerer Beachtung darzubieten, sie nicht nur einfach anzuspielen. Christine Wager

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