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Für diesen Restaurant-Check mussten wir eine etwas weitere Anreise in Kauf nehmen. Zu Wittenbrinks Hof Richtung Cappenberg. Vorab: Es hat sich gelohnt. Nicht nur wegen des Essens.

Werne

, 03.08.2018 / Lesedauer: 4 min

Es war einer der heißesten Tage des Jahres, mitten in der Woche. Ich hatte mich mit meiner Begleitung verabredet, die mir schon bei zwei Checks assistiert hatte, und wollte den Termin nicht absagen.

Richtige Entscheidung, muss man sagen. Denn als wir im wunderschönen Biergarten hinter dem Hause saßen (den ich aus vorherigen Besuchen kannte, meine Begleiterin aber nicht), fielen sowohl die Hektik als auch die Hitze des Tages von uns ab.

360-Grad-Panorama vom Kaminzimmer

„Ist das schön hier und so schön kühl“, meinte meine Mit-Esserin.

Tatsächlich: Das viele Grün, die Sonnenschirme und ein plätschernder, kühlender Brunnen sorgten für angenehme Atmosphäre. Schon war der Hunger etwas größer und wir legten los.

Das Essen in Wittenbrinks Hof

Die Bedienung brachte unsere Getränke und die Speisenkarten. „Hier noch die Pfifferling-Karte“, sagte sie. Das nutzten wir gerne. Aus der Pfifferling-Karte wählten wir eine Portion mit Salat als Vorspeise, die wir uns teilen wollten. Als Hauptgang entschieden wir uns für Lachsfilet mit Bandnudeln im Basilikum-Pesto (sie) und den Wittenbrink Hausteller (ich).

Während wir bei Ickhorn eine Vorspeise, die wir uns teilen wollten, direkt auf zwei Tellern erhielten, kam das Pfifferling-Gericht auf einem Teller. Nicht weiter schlimm. Etwas blöder war, offenbar weil die Bedienungen gewechselt hatten, dass zunächst das Vorlegebesteck fehlte. Und als das dann war, immer noch kein Besteck zur Verfügung stand.

Omas Herrencreme in Wittenbrinks Garten-Oase

Als Vorspeise teilten wir uns ein Gericht von der Pfifferling-Karte. © Jörg Heckenkamp

Der Geschmack der Vorspeise entschädigte aber schnell für den kleinen Service-Patzer. Aromatische, exakt gewürzte und gebratene Pfifferlinge, ein Salat mit frisch geraspelter Rohkost und selbst gemachtem Dressing. Der Krautsalat war meiner Begleitung zu süßlich, mir schmeckte er hervorragend.

Omas Herrencreme in Wittenbrinks Garten-Oase

Schön angerichtet und lecker: Lachsfilet auf Bandnudeln. © Jörg Heckenkamp

Das Auge isst mit: Entsprechend angetan waren wir von den schön zubereiteten und dekorierten Hauptgerichten. Aber die Zunge isst auch mit: Die schöne Optik versprach glücklicherweise nicht zu viel. Lachs klasse, die drei Fleischstücke (zwei mal Schwein, ein mal Rind) meines Haustellers klasse, Beilagen klasse. Lediglich die Bandnudeln mit einem Allerwelts-Pesto fielen etwas ab. Gesamtnote: 1-

Omas Herrencreme in Wittenbrinks Garten-Oase

Der Hausteller Wittenbrink überzeugte mit Optik und Geschmack. © Jörg Heckenkamp

Wir plauderten angeregt in der schönen Atmosphäre des Biergartens und nach einem Weilchen war wieder Platz für einen Nachtisch: „Oh, es gibt Herrencreme“, frohlockte meine Testpartnerin, „die habe ich schon lange nicht mehr gegessen“. Auch diese Portion wollten wir uns teilen und bestellten zwei Löffel.

Omas Herrencreme in Wittenbrinks Garten-Oase

"Hmm, so wie die Oma das zum Familien-Essen gemacht hat", schwärmte die Begleitung über die selbst gemachte Herrencreme. Der Streifen Sahne ist übrigens frisch geschlagen. © Jörg Heckenkamp

Als jemand, der keinen Alkohol trinkt, gab ich nach zwei Löffeln auf. Der Rum-Geschmack war mir zu intensiv. Meine Begleiterin schwebte dagegen im 7. Dessert-Himmel: „Das erinnert mich an Omas Familienessen. Genauso schmeckt das.“ Gekochter Pudding, Schokostückchen, ein gehöriger Schuss Rum und frische Sahne. 3,80 Euro waren da fast zu wenig.

360-Grad-Panorama vom Biergarten

Die Getränke

Der Landgasthof an der Varnhöveler Straße weist eine umfangreiche Getränkekarte aus, von alkoholfreien Getränken über Kaffeespezialitäten bis zu diversen offenen Weinen und Spirituosen.

Ein Glas Cola (0,2 Liter) kostet 1,80 Euro, ein Bitburger Pils (0,2) 1,70 Euro, Weizenbier (0,5) 3,90 Euro und ein Cappuccino 2,20 Euro.

Die Preise

Absolut fair, fast ein wenig zu niedrig (siehe Herrencreme). Das Pfifferling-Gericht (hätte als Hauptgericht für eine Person dicke gereicht) kostete 12,50 Euro. Das Lachsfilet mit drei Stücken 15,50 und der Hausteller mit zartem Fleisch 13,50 Euro. Dabei legt Inhaber und Koch Heinrich Wittenbrink wert auf handwerkliche Qualität, wie wir nicht nur schmeckten, sondern er im anschließenden Gespräch bestätigte: „Ich könnte die Herrencreme auch mit kalt angerührtem Pudding machen. Gekochter Pudding macht natürlich mehr Arbeit, schmeckt aber besser.“ Meine Begleiterin nickte begeistert.

Die Atmosphäre

Der Biergarten, wie gesagt, ein Träumchen. Vor allem an heißen Tagen. Im Inneren herrscht die Atmosphäre eines gediegenen, freundlichen Landgasthofes. Rustikale Grundatmosphäre, viele Deko-Stücke. Die Räume laden geradezu ein, kleinere und größere Feiern zu buchen. Bis zu 150 Gäste sind möglich.

Der Service

Kompetent. Die Chefin packte bei unserem Besuch selbst mit an. Der kleine Patzer bei der Vorspeise war schnell vergessen. Von anderen Gelegenheiten weiß ich die solide Service-Arbeit von Wittenbrinks Hof zu schätzen. Auch dann, wenn die Hütte gut gefüllt ist.

Kinderfreundlichkeit

Es gibt eine eigene Kinderkarte mit fünf Gerichten. Herausragend, jedenfalls an trockenen Tagen: Es stehen draußen Trampolin, kleiner Fußballplatz sowie Spielgeräte zur Verfügung.

Barrierefreiheit

Überall gegeben. Zu den beiden unterschiedlichen Saal-Bereichen gibt es jeweils eine behindertengerechte Toilette, zum Teil durch den Garten zu erreichen.

Mein Fazit

Auch die etwas weitere Anreise (gerne mit dem Rad) ist einen Besuch auf jeden Fall wert. Hochwertige Speisen zu guten Preisen und hervorragender Service. Gourmet-Experimente darf der Gast allerdings nicht erwarten, das Speisenangebot ist weitgehend konventionell.

Anfahrt/Parken

Wie gesagt, entweder mit dem Auto oder Fahrrad. Parkplätze ausreichend am Haus vorhanden.

Was sagt das Netz zu Wittenbrinks Hof?

92 Google-Bewertungen ergeben eine Gesamtnote von 4,4 von 5 Sternen.

Bei Tripadvisor sind elf Bewertungen gelistet mit der Durchschnittsnote 3,5 von 5.

Restaurant-Infos

Wittenbrinks Hof, Varnhöveler Straße 51, 59368 Werne

Tel. (02389) 13 66.

Öffnungszeiten:

Täglich ab 12.00 Uhr

Dienstags ab 17.00 Uhr

Warme Küche von 12.00 Uhr - 14.00 Uhr und 17.30 Uhr - 21.30 Uhr.

Montags Ruhetag

www.wittenbrinkshof.de

Anmerkung zur Website: Völlig unverständlich ist, warum die Öffnungszeiten und Telefonnummer nicht auf der Homepage angegeben sind. Man muss sie sich, jedenfalls am PC, mühsam unter dem Reiter „Kontakt“ heraussuchen.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Restaurant-Check Wittenbrinks Hof

Wittenbrinks Hof überzeugt mit gediegenem Ambiente und guter Küche. Außerdem mit einem traumhaften Biergarten.
02.08.2018
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Gerda (55) und Heinrich Wittenbrink (58) leiten die gleichnamige große Gastronomie mit zahlreichen Räumen, Kegelbahn und Biergarten.© Jörg Heckenkamp
Ein eingedeckter Tisch im Kaminzimmer.© Jörg Heckenkamp
Deko-Details in Wittenbrinks Hof.© Jörg Heckenkamp
Etwas außerhalb an der Varnhöveler Straße liegt Wittenbrinks Hof.© Jörg Heckenkamp
Der vorderen Bereich mit der Theke ist stilvoll-rustikal gehalten.© Jörg Heckenkamp
Als Vorspeise teilten wir uns ein Gericht von der Pfifferling-Karte.© Jörg Heckenkamp
Blick in den vorderen Bereich mit der Theke.© Jörg Heckenkamp
Gerda (55) und Heinrich Wittenbrink (58) leiten die gleichnamige große Gastronomie mit zahlreichen Räumen, Kegelbahn und Biergarten.© Jörg Heckenkamp
Der Hausteller Wittenbrink überzeugte mit Optik und Geschmack.© Jörg Heckenkamp
Etwas Nordsee-Feeling im Biergarten.© Jörg Heckenkamp
Schön angerichtet und lecker: Lachsfilet auf Bandnudeln.© Jörg Heckenkamp
Blick in den Biergarten mit dem plätschernden Stein-Brunnen.© Jörg Heckenkamp
Deko-Details in Wittenbrinks Hof.© Jörg Heckenkamp
Gediegene, rustikale Behaglichkeit verströmen die Räume in Wittenbrinks Hof.© Jörg Heckenkamp
Absoluter Pluspunkt des Hauses: der schöne Biergarten.© Jörg Heckenkamp
Deko-Details in Wittenbrinks Hof.© Jörg Heckenkamp
Eingedeckter Tisch im Kaminzimmer.© Jörg Heckenkamp
Blick ins Kaminzimmer, in dem die Gäste gerne essen.© Jörg Heckenkamp
Das Kaminzimmer, der größte Speisenraum.© Jörg Heckenkamp
"Hmm, so wie die Oma das zum Familien-Essen gemacht hat", schwärmte die Begleitung über die selbst gemachte Herrencreme.© Jörg Heckenkamp
Die hauseigene Kegelbahn.© Jörg Heckenkamp

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Wie funktioniert der Restaurant-Check?
Wir gehen ohne Vorankündigung in die jeweiligen Restaurants – als ganz normale Gäste. Wir sind keine Gastro-Experten, sondern einfach Menschen, die gerne an schönen Orten essen. Wir beschreiben die Läden so, wie wir über sie auch mit Freunden und Bekannten sprechen würden. Mit ihren Schwächen, mit ihren Stärken. Ehrlich. Nachdem wir die Rechnung beglichen haben, offenbaren wir uns und vereinbaren für die nächsten Tage einen Fototermin für die Gaststätten-Aufnahmen.
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