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Wer wohnt denn schon in Werne? Na, diese drei netten Persönlichkeiten hier: Toni Tuklan, Mia Julia und Sandro Brehorst. Auch kleine Städte haben ihre „Babos“.

Werne

, 14.07.2018 / Lesedauer: 4 min

Babo – das war mal Jugendwort des Jahres. Und wie das bei Jugendwörtern so ist, kennt die manchmal kein Schwein. Babo bedeutet so viel wie Boss. Der Chef im Ring. Wenn alle anderen nur Zuschauer sind. Babos sind die Großen, die dicken Fische. Und wir tun jetzt einfach mal so, als könnten die dicken Fische auch der Lippe entspringen. „Hallo, hier bin ich!“

Sandro Superstar

Einer, der das laut rief und nach 15 Minuten Ruhm wieder zurück ins Wasser platschte, ist Sandro Brehorst. Oder knackiger: Sandro Superstar. Oder, wer’s noch weiß: Star-Wars-Sandro. Nach seinem ersten Casting-Auftritt bei „Deutschland sucht den Superstar“ wollte ihn die Jury – allen voran Schlagersängerin Michelle – erst mal nicht mehr von der Angel lassen.

„Wo liegt denn eigentlich Werne?“, hatte ihn Dieter Bohlen gefragt. Tzz, Dieter ey, auf jeden Fall nicht ganz so am Arsch wie Tötensen. „Kreis Unna“, grinste Sandro. Na gut, wenigstens hat man’s jetzt mal gehört: Ach Werne, jaaaa, mal gehört. Irgendwo in Westfalen.

So wie Sandro. Mal gehört. Das war doch der, der in die Mottoshows kam. Welche Staffel? Keine Ahnung. Tut auch nichts zur Sache, weil es eh noch 20 geben wird. Ähnlich viele Artikel schwirren in unserem Archiv herum. Sandro mit elf Jahren beim „Supertalent“, Sandro beim DSDS-Casting, beim Recall in Dubai, auf der großen Bühne in Köln. In Outfits, die man bei RTL halt so tragen muss.

Läuft man ihm heute zufällig in der Innenstadt über den Weg, ist er wieder der normale 18-Jährige. War er auch damals in unserer Redaktion, als er „Marry Me“ von Jason Derulo zum Besten gab und man sich dachte: Och joa, kann ja ganz gut singen. War er eigentlich auch damals zu Hause in seinem Zimmer, als er zwischen seinen Star-Wars-Sachen erzählte, warum er bei DSDS mitmacht, plötzlich aber eine Tante von RTL anrief, um die Aufnahme zu verbieten. Nicht filmen, bitte! Nicht solange Sandro die Füße unter Dieters Jury-Pult hat. Da hing er halt am Haken.

Mittlerweile ist er raus aus seinem Vertrag und auch raus aus seinen fürchterlichen Sakkos – und wie bei allen deutschen Casting-Shows, kann man von Glück reden, dass er in der dritten Live-Show gehen musste. Wer will schon der Sieger sein, der hinterher keinen Erfolg hat? Dann lieber irgendein Kandidat, der noch die Chance hat auf so etwas wie eine Musikkarriere.

Seine Piano-Version von „You Raise Me Up“ kommt bei YouTube mittlerweile auf fast 123.000 Klicks. Das ist nicht schlecht, aber der Fisch sucht grade noch die Strömung. Und der Angler, der ist abgehauen. Für die Zukunft, Sandro: toi toi toi!

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Sandro aus Werne bei DSDS 2017

Der 18-jährige Sandro Brehorst aus Werne hat es im Casting souverän in den Auslands-Recall von "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) geschafft. Auch in die Dubai konnte er überzeugen und schaffte es in die Live-Shows. Wir begleiten Sandros Weg durch die Sendungen in unserer Fotostrecke.
04.01.2017
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Sandro Brehorst aus Werne hinterließ gleich bei seinem ersten DSDS-Auftritt richtig Eindruck - vor allem bei Jurymitglied Michelle.
(Alle Infos zu "Deutschland sucht den Superstar" im Special bei RTL.de: http://www.rtl.de/cms/sendungen/superstar.html)© RTL / Stefan Gregorowius
Der damals 17-jährige Schüler sang "You Raise Me Up" von Westlife und überzeugte auf ganzer Linie.
(Alle Infos zu "Deutschland sucht den Superstar" im Special bei RTL.de: http://www.rtl.de/cms/sendungen/superstar.html)© RTL / Stefan Gregorowius
Langzeit-Juror Dieter Bohlen, dem Sandro 2010 schon beim "Supertalent" gegenüberstand, war begeistert: "Du warst mega konzentriert, hast die Dynamik der Nummer voll ausgenutzt. Deine Stimme ist klasse. Du bist der perfekte Kandidat für DSDS."
(Alle Infos zu "Deutschland sucht den Superstar" im Special bei RTL.de: http://www.rtl.de/cms/sendungen/superstar.html)© RTL / Stefan Gregorowius
Neu-Jurorin und You-Tube-Star Shirin David (2.v.l.) gab zu, den Song eigentlich zu "hassen", zeigte sich aber ergriffen von seiner Version am Klavier.© RTL / Stefan Gregorowius
"Du hast alles, was man braucht. Ich zähle auf dich, gib alles", gab Michelle dem Nachwuchssänger mit auf den Weg - und überreichte ihm ihre "Goldene CD".© RTL / Stefan Gregorowius
Und die CD sicherte Sandro direkt den Flug nach Dubai - den Deutschland-Recall durfte er überspringen.© RTL / Stefan Gregorowius
Im Wartebereich der Kandidaten und ihrer Begleitungen hatte zuvor auch seine Mutter mitgefiebert. Bei ihr flossen die Tränen, als ihr Sohn am Klavier saß.© RTL / Stefan Gregorowius
Weiter ging es für den Werner dann am Strand von Dubai. Beim ersten Auftritt des Auslands-Recall performte Sandro (3.v.l.) zusammen mit Christian Tesch (v.l.), Felix Marks und Andrea Renzullo. Die Auftritte der Teilnehmer fanden direkt am berühmten Strandabschnitt zwischen dem Luxushotel Burj al Arab und dem Jumeirah Beach Hotel statt.© RTL / Stefan Gregorowius
Sandro und seine drei Mitstreiter sangen "Say You Won't Let Go" des britischen Sängers James Arthur - und der 17-Jährige aus Werne konnte erneut überzeugen. Besonders viel Lob gab es von Scooter-Frontmann H.P. Baxxter: "Sandro hat das toll gemacht. Du bist richtig in der Nummer drin. Da kam wirklich was rüber. Das war echt klasse!" Mit vier Ja-Stimmen ging es weiter in die nächste Runde.© RTL / Stefan Gregorowius
Der zweite Auftritt in Dubai - gemeinsam mit Christian Tesch, Giuseppe Riggio und Dominic Fritz - lief für Sandro Brehorst (r.) ziemlich mies. Von Jury-Mitglied Shirin David gab es ein "Nein": "Der ganze Auftritt hat mich komplett enttäuscht." Pop-Titan Dieter Bohlen sah das ähnlich: "Alles, was du da gemacht hast, ist ziemlich an mir vorbeigegangen. Da bin ich ganz ehrlich. Ein Nein von mir." Mit zwei Ja-Stimmen von Michelle und H.P. Baxxter reichte es dennoch knapp fürs Weiterkommen.© RTL / Stefan Gregorowius
Vor seinem nächsten Auftritt - gemeinsam mit Christian Tesch (v.l.) und Ivanildo Kembel - verordnete Jury-Mitglied Michelle Sandro ein neues Outfit. Ohne seine geliebten Star-Wars-T-Shirts sang er "Cake By The Ocean" von DNCE. Dafür gab es von Dieter Bohlen ein Ja, und auch Michelle ("Ich bin stolz auf dich") und H.P. Baxxter ("Stimme top, dein Tanzen - hat mich wirklich überzeugt") schickten Sandro in die nächste Runde.© RTL / Stefan Gregorowius
Im Recall-Finale, das auf der Helikopterlandebahn des Burj Al Arab aufgezeichnet wurde, trat Sandro gemeinsam mit Giuseppe Riggio (22) an. Die beiden sangen "Treat You Better" von Shawn Mendes - und Sandro musste anschließend zittern.© RTL / Stefan Gregorowius
"Du bist ein netter Typ, du kommst unheimlich sympathisch rüber. Star-Appeal: Zero. In den Mottoshows, da ist alles viel schwieriger. Reicht das aus, um da bestehen zu können?", sagte Dieter Bohlen zu dem Auftritt. Letztlich winkte die Jury den Werner aber doch in die Live-Shows durch. Er gehört damit zu den Top-Kandidaten der Staffel. Für Giuseppe Riggio (r.) reichte es nicht - er schied aus.© RTL / Stefan Gregorowius
Weitere Auftritte in Dubai - hier Giuseppe Riggio, Dominic Fritz, Sandro und Christian Tesch (v.l.) vor der Skyline - wird es für den Werner nicht geben: Die Live-Shows finden in Köln statt.© RTL / Stefan Gregorowius
Zum Auftakt der ersten Live-Show am Samstag, 8. April, performten die Top-13-Kandidaten ihren Gruppensong.© RTL / Stefan Gregorowius
Erste Live-Show. Motto: "Partyhits". Sandro performte das Lied "Waiting for Love" des schwedischen DJs und Produzenten Avicii. © RTL / Stefan Gregorowius
Vorher war Warten angesagt: Sandro war als 12. Kandidat an der Reihe.© RTL / Stefan Gregorowius
Die Jury konnte er an diesem Abend überzeugen. Nur Dieter Bohlen (r.) hatte was zu meckern: "Ich finde das alles total unauthentisch", kritisierte Bohlen. "Irgendwie fühl' ich da einfach nichts."© RTL / Stefan Gregorowius
Als einer von vier Wackelkandidaten musste Sandro (2.v.l.) bis zum Schluss zittern. Mihaela Cataj (l.), Angelika Ewa Turo und Matthias Bonrath schieden in der ersten Live-Show aus.© RTL / Stefan Gregorowius
Das war knapp: "Ich dachte eigentlich, ich bin raus", sagte Sandro im Anschluss an die Livesendung im Gespräch mit unserer Redaktion. Umso mehr freute sich der Schüler, es in die Top Ten geschafft zu haben.© RTL / Stefan Gregorowius
In der zweiten Live-Show hatte der Schüler aus Werne den wohl bekanntesten Song seiner Lieblingsband gesungen: "Radioactive" von den Imagine Dragons.© RTL / Stefan Gregorowius
Nach der Live-Show am 15. April: Sandro Brehorst (vorne l.) zählt zu den Top-8-Kandidaten von "Deutschland sucht den Superstar" 2017.© RTL / Stefan Gregorowius
"Das Lied ist energievoll und vor allem mal was anderes", sagte Sandro vor seinem Auftritt. Doch "Footloose" von Kenny Loggins brachte ihm kein Glück, er schied in der dritten Live-Show aus.© RTL / Stefan Gregorowius
Die Jury (v.l.): H.P. Baxxter, Shirin David, Michelle und Dieter Bohlen. Alle Infos zu "Deutschland sucht den Superstar" im Special bei RTL.de: http://www.rtl.de/cms/sendungen/superstar.html© RTL / Stefan Gregorowius
Die Jury (v.l.): H.P. Baxxter, Shirin David, Michelle und Dieter Bohlen. Alle Infos zu "Deutschland sucht den Superstar" im Special bei RTL.de: http://www.rtl.de/cms/sendungen/superstar.html© RTL / Stefan Gregorowius
Sandro freute sich über die Teilnahme bei DSDS.© Jan Hüttemann

Dancehall-Toni

Anders als Sandro Brehorst ist Toni Tuklan kein Sohn dieser Stadt. Kennen Sie diese schlimme Kategorie bei Wikipedia? Die Söööhne und Töchter der Stadt. Ne, Toni Tuklan ist kein Sohn dieser Stadt, aber ein Freund dieser Stadt. Der Reggae-Musiker aus Nigeria singt bei „Werne karibisch“ zur Not auch im strömenden Regen und wenn man Toni zwei-, dreimal getroffen hat – gut, dann ist man halt befreundet.

Toni ist der, dessen weiße Jeans beim Pressetermin mehr strahlt, als die Mittagssonne, die auf den Marktplatz knallt. Der mit Cowboy-Hut und Jürgen-von-der-Lippe-Gedächtnishemd auftaucht und vor dem Alten Rathaus dann nicht aus dem Rahmen fällt, sondern volle Pulle aus dem Rahmen hechtet (Sie wissen schon, der Fisch). 2010 ist er mal abgebogen mit seinem Party-Boot und landete auf der Lippe. „Und weißt du“, sagt er, „ich muss für meine Auftritte nicht mehr nach Brasilien fliegen.“ Nö, warum auch? Dann bleib doch einfach hier!

Toni sang schon mit Culcha-Candela-Mitglied Johnny Strange und dem Godfather of Dancehall-Rigge-Ding-Dong Sean Paul. Die gemeinsame Single „Ebony Eyes“ kam bei YouTube bisher auf mehr als zehn Millionen Klicks. Läuft, könnte man sagen. Überragend wär’s natürlich, wenn er Sean Paul plus Band einfach mal ’ne Geburtstagseinladung schicken würde (Wo liegt denn noch mal Werne? Ach jaaa, schon mal gehört. Kreis Unna!).

Wenn Künstler fürs Straßenfestival mittlerweile aus Australien anreisen, kann Rigge-Ding-Dong-Sean auch die 8000 Kilometer aus Jamaica in Kauf nehmen. Schnell das obligatorische Delegationsfoto auf der Treppe des Stadthauses und dann ab dafür – „get busy“ aufm Moormannplatz! Und Kingston wird neue Partnerstadt. Wow! Danke Toni!

Party-Mia

Ach und dann ist da ja noch Partysängerin Mia Julia. Mein Gott, was war da los, als wir kurz vor ihrem Umzug nach Werne ein Interview mit ihr ins Blatt hoben. Unmöglich sei das, über eine ehemalige Porno-Darstellerin zu schreiben. Leute, da muss man sich nicht aufregen. Aus Mia Julia ist in den vergangenen Jahren einer der größten Schlager-Stars am Ballermann geworden und mittlerweile hat sich wohl nicht nur in den Klatschspalten herumgesprochen, dass Erfolg auf Malle durchaus anstrengend sein kann.

Heute schmeißt die 1,57 Meter kleine Brückner (ja, diese Frau hat auch einen Nachnamen, und der ist nicht Magma) eine Gruppe Nazis aus dem Bierkönig. Heute schreibt ein politischer Korrespondent der FAZ in epischer Breite über die ehemalige Friseurin. Heute ist heute und Malle is’ eh nur einmal im Jahr. Und wem Malle zu heavy ist, der kommt halt nach Herbern.

Ende 2016 haben Mia Julia und ihr Mann und Manager Peter in Werne ein Haus gemietet. „Ich bin Landleben gewohnt und ein Umzug nach Werne ist bestimmt ein guter Ausgleich zu dem hektischen Mallorca-Partyleben“, sagte sie damals im Interview. Sie ist halt „Dorfkind“, singt sie zusammen mit den Dorfrockern. Und an alle, die sich jetzt wieder aufregen: Mia Julia sch**** auf Schickimicki.

Eigentlich ’ne Frechheit, dass es weder von Babo noch von Fisch eine weibliche Form gibt.

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