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Schützenfest ist wie Halbmarathon: Nierstenholzer Frank Büscher zeigt seine Fitnessdaten

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Schützenfest bedeutet Ausnahmezustand. Wie anstrengend das sein kann, zeigen die Fitnessdaten des Kaisers Frank Büscher am Nierstenholz. Wie viele Kilometer er zurückgelegt hat, ist sportlich.

Werne

, 22.08.2018 / Lesedauer: 4 min

Eigentlich beginnt das Schützenfest am Nierstenholz in Werne traditionell erst am Freitagnachmittag. Doch für Frank Büscher, der in diesem Jahr als Kaiser abdankte, startet es schon früher. Schließlich ist der langjährige Schütze immer bei den Vorbereitungen auf dem Festplatz dabei. Unermüdlich ist er im Einsatz. Wie viele Kilometer der 49-Jährige in Diensten des Vereins schon abgespult hat, ist nicht bezahlbar. Aber messbar. Gleich zum Start der Vorbereitungen hat er sein Fitness-Armband umgelegt und ein Experiment gewagt: Wie viele Kilometer und Kalorien wird er am Schützenfest-Wochenende abspulen?

Viel unterwegs war Frank Büscher, der mit 16 Jahren in den Verein eingetreten ist, auch schon in den Tagen vor dem Schützenfest. „Wir waren die ganze Woche auf der Wiese“, erzählt der gebürtige Werner. Am Zelt gab es viel zu tun.

Schützenfest ist wie Halbmarathon: Nierstenholzer Frank Büscher zeigt seine Fitnessdaten

Anja und Frank Büscher regierten zwei Jahre lang die Nierstenholzer Schützen als Kaiserpaar. Schon vor 18 Jahren waren die beiden Königin und König. © Helga Felgenträger

Die Vereinsmitglieder zäunen zum Beispiel die Fläche ein, verzieren den Platz mit Birken, holen das Grün für den Kranz ab oder bauen die Paradebühne auf. Immer mittendrin: Frank Büscher. Der gelernte Schreiner, der am Schloss Nordkirchen angestellt ist, gehört seit Jahren zum festen Kern der Helfer. Weil Büscher schon voll involviert ist, schlägt er vor, das Fitness-Armband, das seine Biodaten wie Kilometer und Kalorien misst, am Mittwoch gleich umzubinden.

Die zugehörige App möchte er sich nicht auf sein Smartphone laden. Zwischendurch den Kilometerstand oder den Kalorienverbrauch kontrollieren, kommt für ihn nicht in Frage. „Dafür habe ich sowieso keine Zeit an dem Wochenende“, sagt er. Er möchte sich lieber bei der Endabrechnung überraschen lassen. Wie viele Kilometer kommen wohl zusammen? „Vielleicht fünf Kilometer“, schätzt er beim Vorgespräch ein. Es könnte aber auch mehr sein. Am Festzelt geht man zwar keine langen, aber dafür viele Wege.

Fitness-Armband zählt 9000 Schritte am schwächsten Tag

Das zeigt auch die Endabrechnung nach den Schützenfesttagen. Schon am ersten Tag, Mittwoch vor dem Fest, hat der noch amtierende Schützenkaiser 4,7 Kilometer gemacht. Da stand unter anderem das Kranzbinden auf dem Programm. Früh ging es am Donnerstag los, um die Birken zu holen und sie am Festplatz zu verteilen. Mit einem gemütlichen Abschluss am Abend kamen hier auf dem Fitness-Armband gleich wieder 4,5 Kilometer hinzu. Und das gilt gleichzeitig als Maßstab für die noch folgenden Tage.

8787 Schritte oder umgerechnet vier Kilometer hat Frank Büscher am Freitag gemacht und damit allerdings etwas weniger als an den Tagen zuvor. Woran liegt das wohl? „Da bin ich als Kaiser im Wagen mitgefahren“, sagt er. Ansonsten wären noch deutlich mehr Schritte auf seinem Messgerät hinzugekommen. „Wir sind bestimmt gut vier Kilometer gelaufen – durch die Bauerschaften“, erklärt Florian Olschewski, stellvertretender Pressesprecher des Vereins.

Schützenfest ist wie Halbmarathon: Nierstenholzer Frank Büscher zeigt seine Fitnessdaten

Der Kaiser an der Vogelstange: „Ein paar Mal habe ich draufgeschossen. Da wurde der ein oder andere schon nervös. Der Vogel kann immer mal runterkommen“, sagt Frank Büscher. © Helga Felgenträger

Als Kanonier im Wagen kutschiert

Das gilt auch für den Samstag. Zwar hat Frank Büscher dann als Kaiser abgedankt. In seiner Rolle als Kanonier marschiert er nicht mit, sondern fährt auch wieder im Wagen mit. Sonst wären sicherlich bis zu acht Kilometer hinzugekommen, sind sich die beiden Schützenbrüder sicher. Nun waren es an diesem Tag auch stolze 4,6 Kilometer. „Der Samstag ist immer der anstrengendste Tag“, sagt Frank Büscher.

Denn da steckt einem schließlich der Freitag irgendwie noch in den Knochen. Da trafen sich Frank Büscher und sein Hofstaat und einige Helfer bereits um 11 Uhr am Festplatz, um ihn wieder „salonfähig“ zu machen, wie es Büscher ausdrückt. Nach Marsch durch die Bauerschaften und großem Zapfenstreich wurde es am Abend besonders emotional. Da hat Frank Büscher als Kaiser abgedankt. „Da sind schon die Tränen geflossen. Der Oberst hatte damit zu kämpfen, alles in Worte zu fassen“, erzählt der 49-Jährige.

Um 3 Uhr in den Schlafmodus gewechselt

Auch wenn seine Regentschaft zu diesem Zeitpunkt zu Ende ging, hat Frank Büscher wie viele andere Schützen bis tief in die Nacht gefeiert. Frank Büscher schaltete auf seinem Fitness-Armband gegen 3 Uhr den Schlafmodus ein. Viele Stunden Schlaf kamen da nicht zusammen. Um 7 Uhr wurden er und seine Frau und Schützenkaiserin Anja vom Spielmannszug geweckt.

Kurz darauf stand der neue König des Vereins fest: Marcus Meier setzte sich im Vogelschießen am Samstagmittag durch. Auch wenn Frank Büscher nun nicht mehr im Mittelpunkt stand, bedeutete dies nicht gleich Erholung. Wie an den Tagen zuvor lief er mehr als vier Kilometer. Somit hatte Frank Büscher mit seiner Einschätzung recht, dass er etwa fünf Kilometer machen würde: Allerdings nicht am gesamten Schützenfest-Wochenende, sondern täglich.

Mehr als 1000 Kalorien verbrannt

Damit hätte Frank Büscher, der sich für das Schützenfest immer zweieinhalb Wochen Urlaub nimmt, selbst auch nicht gerechnet. Mit insgesamt 22,4 Kilometern hat er eine größere Distanz als bei einem Halbmarathon (21,1 Kilometer) zurückgelegt. Insgesamt hat er 1261 Kalorien verbraucht. So viel verbrennt ein Hobbyläufer in etwa bei einem Halbmarathon.

„Das hat sich bei mir aber durch Pommes und Bratwurst wieder ausgeglichen“, scherzt Frank Büscher. Und das ein oder andere Bier ist natürlich auch geflossen. Wie viel, das bleibt des Kaisers Geheimnis.

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