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Vermisste Personen im Krankenhaus – Deshalb ist es für das Personal so schwierig

rnChristophorus-Krankenhaus

Gleich zwei demente Personen sind am Dienstag im Werner Christophorus-Krankenhaus verschwunden. Verantwortliche und Personal versuchen so etwas zu verhindern – doch es gibt Grenzen.

Werne

, 06.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Zwei demente Seniorinnen sind am Dienstag, 4. Dezember, aus dem Werner Christophorus-Krankenhaus verschwunden. Eine 84-jährige Wernerin wurde dabei sogar mit einem großen Aufgebot der Polizei und einem Helikopter gesucht. Glücklicherweise tauchten beide Damen wieder auf. Doch welche Chance haben Krankenhäuser, so etwas zu verhindern?

„Ein Krankenhaus kann die Leute nicht einsperren“, sagt Ute Hellmann von der Polizeileitstelle in Unna und stellt klar, dass Mitarbeiter und Verantwortliche des Krankenhauses keine Schuld am Verschwinden der Seniorinnen treffe. „Der Mensch hat das freie Recht, sich zu bewegen“, sagt auch der Pflegedirektor des Christophorus-Krankenhaus, Ludger Risse.

Kameras und aufmerksames Personal sollen für Sicherheit sorgen

Trotzdem: Das Christophorus-Krankenhaus ist gerüstet für solche Fälle. An bestimmten Ausgängen habe man beispielsweise Kameras angebracht, um auffällige Situationen erkennen zu können. Auch die Mitarbeiter der Stationen haben ein Auge auf Patienten mit Fluchttendenzen.

„100-prozentige Sicherheit gibt es trotzdem nicht“, sagt Risse. Mitarbeiter könnten beispielsweise gerade in anderen Patientenzimmern sein, während ein Patient, bei dem es eher nicht so gut wäre, die Station verlässt.

Viele Variablen stellen das Krankenhaus vor eine Herausforderung

„Wir haben uns auch Gedanken gemacht, wie wir die Ausgänge noch besser sichern können“, sagt Risse. Doch eine gute Möglichkeit habe man noch nicht gefunden. Das Hauptproblem: Es gibt viele Variablen, die beim Verschwinden zu beachten sind. Durch welchen Ausgang verschwindet der Patient? Wie ist seine Verfassung? Wie kann ein Mitarbeiter, der den Patienten nicht kennt, wissen, dass er das Gebäude besser nicht verlassen sollte?

Beim Fall der 84-jährigen Wernerin hat es die Patientin noch nicht einmal bis ins Krankenhaus geschafft. Ihr Sohn hatte sie vor der Röntgenabteilung abgesetzt, um zu parken. Als er zu seiner Mutter wollte, war die schon weg.

Tipp: Demente Patienten immer vor dem Besuch anmelden

„Es ist immer ein großer Schreck, wenn jemand weg ist und gesucht wird“, so Risse. Besonders, wenn die Temperaturen um den Gefrierpunkt liegen – wie es Dienstag der Fall war.

Doch insgesamt sei man gut aufgestellt, urteilt Risse: „Hunderte Versuche, bei denen es nicht so gut wäre, wenn die Patienten gehen, können wir stoppen. Aber das fällt natürlich niemandem auf.“

Hilfreich sei, Patienten, die in dieses Raster fallen, vor dem Besuch anzumelden. So könne sich das Christophorus-Krankenhaus darauf einstellen und einen Termin vergeben, an dem die Personaldecke dick genug für den erhöhten Aufwand sei.

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