Jungen aus Ahaus und Münster ertrinken in einem Regenrückhaltebecken

Schreckliches Unglück

Schreckliches Unglück am Rand eines Gottesdienstes: Ein Junge (5) aus Ahaus und ein Junge aus Münster (6) sind in einem Regenrückhaltebecken im schleswig-holsteinischen Glinde ertrunken.

Glinde/Ahaus

, 20.08.2018, 15:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Boote und Taucher wurden in dem Regenrückhaltebecken in Glinde eingesetzt.

Boote und Taucher wurden in dem Regenrückhaltebecken in Glinde eingesetzt. © picture alliance/dpa

Wie die zuständige Polizeidirektion Ratzeburg am Montag gegenüber unserer Redaktion bestätigt hat, kommt einer der beiden Jungen aus Ahaus. Das andere Kind kommt aus Münster. Das Unglück hat sich schon am 10. August ereignet.

Die Kinder hatten zusammen mit ihren Familien einen Gottesdienst in einem Hotel in der Kleinstadt Glinde in der Nähe von Hamburg besucht. Die zweitägige Feier einer christlich-afrikanischen Gruppierung hatte rund 300 Gäste aus ganz Europa angezogen. Wie die Polizeidirektion in Ratzeburg erklärt, haben sich die Kinder während des Gottesdienstes aus dem Veranstaltungsraum entfernt. Den Eltern gegenüber hätten sie erklärt, zur Toilette zu gehen, heißt es. Von dort aus gingen die Kinder offenbar zu einem Regenrückhaltebecken, das an das Hotel angrenzt.

Helfer finden Kinder

Nach kurzer Zeit hätten sich die Eltern auf die Suche nach den Kindern gemacht. Helfer haben sie laut Polizei dann bewusstlos in dem Regenrückhaltebecken gefunden und aus dem Wasser gezogen. Reanimationsmaßnahmen blieben jedoch ohne Erfolg. Im Krankenhaus konnten Ärzte wenig später nur noch den Tod der beiden Kinder feststellen.

Der Zaun um das Regenrückhaltebecken hat etliche Löcher. Nach dem Tod von zwei kleinen Kindern in dem Wasserbecken ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Der Zaun um das Regenrückhaltebecken hat etliche Löcher. Nach dem Tod von zwei kleinen Kindern in dem Wasserbecken ermittelt die Staatsanwaltschaft. © picture alliance/dpa

Wie verschiedene Medien berichten, sei das Regenrückhaltebecken, das gleichzeitig auch als Feuerlöschteich dient, zwar eingezäunt gewesen, der Zaun habe jedoch große Löcher gehabt. Auch ein Eisentor soll zum Zeitpunkt des Unglücks weit offen gestanden haben. Das Ufer selbst fällt steil ab und ist mit einer rutschigen Folie ausgelegt. Das Wasser stand zum Zeitpunkt des Unglücks laut Berichten am Rand nicht besonders hoch. Ein Sprecher der örtlichen Feuerwehr hat Medien gegenüber erklärt, dass das Wasser am Rand des Beckens nur knapp einen halben Meter tief sei. Weiter in der Mitte sei es ungefähr zwei Meter tief gewesen.

Die Freiwillige Feuerwehr aus der 16000-Einwohner-Stadt Glinde war mit 25 Mann im Einsatz. Unterstützt wurden sie von Tauchern und der Polizei, fünf Rettungswagen, mehreren Notärzten und einem Hubschrauber. Die Taucher waren zum Einsatz gekommen, weil zunächst noch ein drittes Kind vermisst wurde.

Langwierige Ermittlungen

Ob die Kinder durch den Zaun geklettert sind, ob sie durch ein offenes Tor gegangen sind, ob sie ins Wasser gesprungen oder über die rutschige Böschung ins Wasser gefallen sind, war am Montag noch nicht klar.

Trauernde haben Blumen vor  der Unglücksstelle abgelegt.

Trauernde haben Blumen vor der Unglücksstelle abgelegt. © picture alliance/dpa

Die Staatsanwaltschaft in Lübeck hat in der Zwischenzeit die Ermittlungen aufgenommen. Über deren Stand konnte Staatsanwalt Christian Braunwarth von der Staatsanwaltschaft Lübeck am Montag gegenüber unserer Redaktion noch nicht viel sagen. „Die Ermittlungen werden sich eine ganze Zeit hinziehen, weil wir eine große Zahl von Zeugen vernehmen müssen und die auch erst wieder zusammenbekommen müssen“, erklärt er. Da die Teilnehmer des Gottesdienstes aus ganz Europa angereist waren, gestalte sich das schwierig und koste eine Menge Zeit. Zu Einzelheiten könne er bis dahin noch nichts sagen.

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