Sperrmüllabgabe in Ahaus: Stadt sieht viele Vorteile – und nur einen Nachteil

rnNeuer Wertstoffhof

Ab 2020 wird die Sperrmüllsammlung in Ahaus eingestellt. Dann müssen Bürger ihren Sperrmüll zum Wertstoffhof an der Max-Planck-Straße/Ecke Einsteinstraße bringen. Die Stadt sieht Vorteile.

Ahaus

, 26.09.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum 1. Januar 2020 soll ein neuer Wertstoffhof an der Max-Planck-Straße in Ahaus in Betrieb gehen. Doch wo genau? Das teilte die Stadt Ahaus am Mittwoch in ihrer Pressemitteilung nicht mit. Eine Nachfrage bei der Verwaltung brachte am Donnerstag die Erkenntnis: Die Abgabestelle ist ein rund 5300 Quadratmeter großes Grundstück an der Ecke Max-Planck-Straße/Einsteinstraße.

Das Gelände, auf dem eine Halle steht, ist zum Großteil nicht befestigt. Aktuell stehen auf der Fläche etliche Container der Firma Stenau. Die Einfahrt zum neuen Wertstoffhof werde voraussichtlich über die Max-Planck-Straße erfolgen, die Ausfahrt über die Einsteinstraße, teilte Stadtsprecherin Anna Reehuis auf Anfrage unserer Redaktion mit. Die Max-Planck-Straße ist eine Sackgasse.

Zeitgleich mit der Inbetriebnahme endet die jährliche Straßensammlung von Sperrmüll in Ahaus. In der Pressemitteilung der Stadt hieß es, dass die Bürger künftig ihren Sperrmüll kostenfrei an der Max-Planck-Straße abgeben können.

Die Firma Stenau wird den Wertstoffhof errichten und betreiben. Der Betrieb auf dem aktuellen Stenau-Wertstoffhof an der Von-Braun-Straße wird zum 31. Dezember eingestellt. Das Areal werde weiterhin Betriebsgelände von Stenau bleiben, heißt es von der Stadt. Änderungen im Bebauungsplan seien für den neuen Wertstoffhof nicht notwendig. Für das Genehmigungsverfahren sei die Bezirksregierung zuständig, das Verfahren laufe noch.

Jetzt lesen

12.000 Haushalte betroffen

Betroffen von der Neuerung bei der Sperrmüllsammlung sind in Ahaus 12.000 Haushalte. Rund 1000 Tonnen Sperrmüll fallen jedes Jahr in der Stadt an.

Die zentrale Sperrmüllabfuhr über einen festen Zeitraum gibt es in Ahaus seit 2007. Jedes Jahr aufs Neue machten die Ahauser seitdem die Erfahrung: Kaum steht der Sperrmüll an der Straße, tauchen ganze Kolonnen von Lieferwagen auf. Sperrgutjäger und -sammler sind dann auf der Suche nach weiterverwertbarem Abfall.

Jetzt lesen

Jedes Jahr gab es seitdem Ärger mit liegengelassenem Müll, mit durchwühlten Müllbergen, mit Sammlern. Die Neuregelung mit der Eigenanlieferung sei „bedarfsorientiert und zeitgemäß“, ist die Ansicht der Stadt. Es gehe darum, die „abfallwirtschaftlichen Bedürfnisse“ der Ahauser Bürger unter optimalen Rahmenbedingungen und „weitestgehend ohne negative Begleiterscheinungen „zu befriedigen“.

Die Stadtverwaltung zählt gleich mehrere Vorteile der neuen Regelung auf: Auf dem Wertstoffhof kann eine große Bandbreite an Abfällen an einem Ort entsorgt werden. Es gibt keine Beschwerden mehr über Müll, der nach der Sammlung liegen bleibt. Es gibt keine Bindung an einen fixen Termin. Es gibt keine Beschwerden über private Sammler. „Müll wird so entsorgt, wie er entsorgt werden soll“, schreibt Stadtsprecherin Anna Reehuis in einer Mitteilung.

Nur einen einzigen Nachteil nennt die Stadtverwaltung auf unsere Anfrage: Die Entsorgung müsse privat organisiert werden. Ein Abholservice werde gegen eine geringe Gebühr angeboten. Preise könnten die Bürger direkt bei der Firma Stenau erfragen.

Jetzt lesen

Kostenlose Abgabe

Die Sperrmüll-Abgabe am neuen Wertstoffhof in Ahaus soll hingegen kostenlos sein. Doch mancherorts im Umkreis wird bei der Anlieferung von Sperrmüll am Wertstoffhof eine Gebühr verlangt. Wie in Ahaus sichergestellt wird, dass es nicht zum Mülltourismus kommt? Die Antwort der Stadt: „Eine Aufsichtsperson der Firma Stenau führt stichprobenartig Kontrollen durch.“

Die Neuregelung der Sperrmüllsammlung geht übrigens auf einen am 3. Juli dieses Jahres nichtöffentlich gefassten Ratsbeschluss zurück. Anfang September waren die Pläne mehr oder weniger öffentlich geworden. Ein Facebook-Nutzer hatte geschrieben, dass es ab 2020 keine Sperrmüllsammlung mehr gebe. Das hätte er in Telefonaten mit der Stadt und der Firma Stenau in Erfahrung gebracht.

Jetzt lesen

Anfang September „noch nichts fix“

Beigeordneter Georg Beckmann hatte daraufhin in einem Gespräch mit unserer Redaktion erklärt, es sei noch nichts fix. Die Stadt und Stenau seien im Gespräch.

Wie sich diese Aussage angesichts des zwei Monate vorher gefassten Ratsbeschlusses erklären lässt, dazu gab es am Donnerstag von Stadtsprecherin Anna Reehuis folgende Antwort: Nach der Ratsentscheidung seien zwischen der Verwaltung und der Firma Stenau Details besprochen worden. Zum Zeitpunkt der Anfrage der Münsterland Zeitung seien noch nicht alle Details final gewesen.

Lesen Sie jetzt