1000 Feuerwehrleute zeigen sich einsatzbereit

Leistungsnachweis in Gescher

GESCHER/KREIS. „Wasserentnahmestelle: offenes Gewässer, Verteiler nach zwei B-Längen; zur Brandbekämpfung mit drei C-Rohren vor!“ – Es sind nur kurze Kommandos, die am Sonntag immer wieder zu hören waren. Doch die rund 1000 Feuerwehrmänner, die in der Glockengießerstadt Gescher den Leistungsnachweis erbrachten, wussten mit diesen wenigen Informationen was sie zu tun hatten. Alljährlich wird der Leistungsnachweis (NLW) vom Kreisfeuerwehrverband durchgeführt.

von von Franz-Josef Schulenkorf

, 04.09.2011, 17:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jede Sekunde zählt: Maximal 300 Sekunden standen den Teams für einen Löschangriff zur Verfügung.

Jede Sekunde zählt: Maximal 300 Sekunden standen den Teams für einen Löschangriff zur Verfügung.

85 Leistungsgruppen aus dem gesamten Kreis Borken sowie jeweils zwei aus Bottrop und dem Kreis Coesfeld beteiligten sich an dieser Leistungsschau, bei er es galt feuerwehrtechnisch, sportlich und in der Theorie bewandert zu sein. „Das Sportgelände am Borkener Damm bot optimale Bedingungen für diese Großveranstaltung“ sagt Josef Terbeck, stellvertretender Kreisbrandmeister und Cheforaganisator. Wobei die Ausrichtung des LNW in den Händen der Freiwilligen Feuerwehr Gescher lag. Das Übungsgelände war hervorragend präpariert. „Es ist selten, dass uns ein Gelände zur Verfügung steht, bei dem auf engstem Raum alle Übungen zügig durchgeführt werden können“, sagt Kreisbrandmeister Johannes Thesing aus Heiden. Hierbei wird vom Kreisbrandmeister die feuerwehrtechnische Leistung, die sportliche Fitness und das theoretische Fachwissen unter die Lupe genommen. Hierzu kann sich Johannes Thesing auf ein erfahrenes Schiedsrichter- und Betreuerteam verlassen. „Die Zeiten sind vorbei, in denen ein Feuerwehrmann nur die eine oder andere Tätigkeit macht. Heute gibt es nur noch den Allround-Feuerwehrmann, der jede Position besetzen muss“, so Thesing. Ob Angriffs- Wasser- oder Schlauchtrupp, die einzelnen Positionen innerhalb der neunköpfigen Gruppe werden erst kurz vor Beginn der Übung ausgelost. Innerhalb von 300 Sekunden musste dann ein kompletter Löschangriff vorgenommen sein. Im zweiten Abschnitt mussten feuerwehrübliche Knoten und Stiche fehlerfrei gezeigt werden. Für den Laien sind Schotenstich, Mastwurf oder Pfahlstich (Rettungsknoten) wohl eher unbekannt. Bei einem Staffellauf, bei dem jeweils drei Männern eine Sonderaufgabe zukam, wurde die Fitness getestet. Dabei musste eine Bretterwand überwunden, ein Rohr durchkrochen und ein Schwebebalken gemeistert werden. Darüber hinaus mussten im theoretsichen Teil Fragen aus dem Bereich „Gefahren an der Einsatzstelle“ richtig beantwortet werden. „Ich kann mich auf meine Feuerwehren und Löschzüge verlassen“, lautete am Ende das Fazit von Kreisbrandmeister Thesing. „Alle leistungsgruppen haben ihr Soll erfüllt!“ Der Leistungsnachweis diene aber nicht nur der Kontrolle über die Leistungsfähigkeit einer Wehr, sondern auch der Kameradschaft, so Thesing weiter. Freundschaften, die oft schon über Jahre bestünden, würden hier gepflegt – beim Frühschoppenkonzert und beim bunten Rahmenprogramm.

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