18-Jähriger hantiert mit „Anscheinwaffe“ im Ahauser Schlossgarten

Gefährliches Spielzeug

Ein 18-Jähriger hat am Sonntag im Schlossgarten mit einer Waffe hantiert. Zeugen riefen die Polizei. Erst bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass es sich um eine Softair-Waffe handelte.

Ahaus

, 03.05.2021, 16:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nahe der bunten Bänke auf der großen Wiese im Schlossgarten hatte ein 18-Jähriger am Sonntagnachmittag mit einer Anscheinwaffe hantiert. Besorgte Zeugen riefen die Polizei. Auf den 18-Jährigen kommt jetzt einiger Ärger zu.

Nahe der bunten Bänke auf der großen Wiese im Schlossgarten hatte ein 18-Jähriger am Sonntagnachmittag mit einer Anscheinwaffe hantiert. Besorgte Zeugen riefen die Polizei. Auf den 18-Jährigen kommt jetzt einiger Ärger zu. © Stephan Rape

Eine täuschend echt aussehende Waffe hat ein 18-Jähriger am Sonntagnachmittag im Ahauser Schlossgarten dabei gehabt. Besorgte Zeugen riefen die Polizei. Die Beamten stellten fest, dass es sich „nur“ um eine Softair-Waffe, also keine scharfe Pistole, handelte.

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Dennoch steht dem 18-Jährigen jetzt einiger Ärger bevor. Wie Thorsten Ohm von der Pressestelle der Polizei im Kreis Borken auf Nachfrage erklärte, sei der Erwerb und Besitz dieser Waffen für Über-18-Jährige erlaubt. Das Führen in der Öffentlichkeit jedoch nicht.

Anscheinwaffen leicht mit scharfen Vorbildern zu verwechseln

Die Anscheinwaffen sind ihren scharfen Vorbildern meist sehr detailgetreu nachempfunden. „Ein Mitführen von Anscheinswaffen ist – unabhängig von ihrer Geschossenergie – mit einem Bußgeld belegt und bedeutet im Regelfall die Einziehung der Waffe durch die Polizei“, heißt es dazu in der Pressemitteilung der Polizei.

Ausdrücklich weist Thorsten Ohm auch auf die große Verwechslungsgefahr hin. Aus der Entfernung sei so eine Anscheinwaffe nicht oder kaum von ihren scharfen Vorbildern zu unterscheiden. „Die Beamten handeln dann so, als stünden sie einer scharfen Waffe gegenüber“, macht er deutlich.

Unterschiedliche Hürden je nach Geschossenergie

Unabhängig davon gibt es auch noch eine Unterteilung der Waffen nach ihrer Geschossenergie: Sie verschießen mit einer gespannten Feder oder per Luftdruck Plastikkugeln mit unterschiedlichen Durchmessern. Nur Waffen mit einer Geschossenergie unter 0,5 Joule gelten als „Spielzeugwaffen“, sind also erlaubnisfrei.

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Waffen mit einer Geschossenergie von mehr als 0,5 Joule bis 7,5 Joule dürfen von Personen ab 18 Jahren erlaubnisfrei besessen werden. Um sie in der Öffentlichkeit zu führen, sei jedoch ein Waffenschein erforderlich. Ferner sei jedes Schießen außerhalb einer Schießstätte nur mit Erlaubnis der Waffenbehörde gestattet.

Ab 7,5 Joule nur noch per Waffenbesitzkarte

Waffen mit einer Geschossenergie von mehr als 7,5 Joule sind erlaubnispflichtig. Für den Erwerb und den Besitz ist eine Waffenbesitzkarte erforderlich, die nur Personen erteilt wird, die den Bedarf für eine solche Waffe nachweisen können. Auch solche Waffen dürfen in der Öffentlichkeit nur für den Transport in verschlossenen Behältnissen – etwa einem Futteral – mitgeführt werden.

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Einen Waffenschein hatte der junge Mann laut Polizei nicht. Die Beamten fertigten eine Anzeige. Auch wenn die Softair-Waffen – gerade online – frei verkauft werden, gebe es im Kreis Borken nur sehr selten Probleme damit. „Damit haben wir wirklich ganz selten zu tun“, sagt Thorsten Ohm.

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