19-jähriger Ahauser schlägt in Discothek „Next“ mehrfach von hinten zu

Amtsgericht Ahaus

Ein 19-jähriger Ahauser hat während eines Streits in der Discothek „Next“ einen Stadtlohner mehrfach geschlagen. Nachdem er dies zunächst geleugnet hatte, überführte ihn das Videomaterial.

Ahaus

, 30.04.2019 / Lesedauer: 3 min
19-jähriger Ahauser schlägt in Discothek „Next“ mehrfach von hinten zu

In der Ahauser Disco „Next“ kam es im Oktober 2018 zu einem Handgemenge. (Symbolbild) © Raphael Kampshoff

In der Discothek „Next“ an der Bahnhofstraße kam es im Oktober 2018 zu einem Handgemenge. Im Flur vor der Toilette flogen die Fäuste, eine Handvoll Besucher war in den Konflikt verwickelt. Für einen der Beteiligten hatte der Streit nun ein Nachspiel. Vor dem Amtsgericht musste sich ein 19-jähriger Ahauser am Montag wegen vorsätzlicher Körperverletzung verantworten. Ihm wurde vorgeworfen, einem Stadtlohner von hinten auf den Kopf und seitlich ins Gesicht geschlagen zu haben.

Der Ahauser spielte zunächst das Unschuldslamm: „Ich habe als Außenstehender ein großes Gedränge beobachtet, bei dem unter anderem mein Cousin bedroht wurde. Ich habe dann versucht, sie auseinanderhalten und dabei selbst Schläge kassiert.“ Es könne nur sein, dass er aus Reflex ebenfalls zugeschlagen habe.

Videomaterial gibt Aufschluss

Was der 19-Jährige offenbar nicht bedacht hatte: Nicht nur Spiele in der Fußball-Bundesliga werden videoüberwacht. Auf dem Band, das im Gerichtssaal mehrfach abgespielt wurde, ist ein junger Mann in Nike-Schuhen zu erkennen, der dem Angeklagten nach Meinung von Richter und Staatsanwalt verdächtig ähnlich sieht. Dieser junge Mann schlägt auf dem Video mit der Faust gleich mehrfach von hinten einen Besucher, obwohl dieser sich augenscheinlich mit schützenden Händen über dem Kopf nur in Sicherheit bringen wollte.

Nach Betrachtung der Bilder räumte der Ahauser die Schläge ein. „Mein Cousin war hilflos“, nannte er als Begründung. Der Richter widersprach ihm in diesem Punkt deutlich: „Hilflos sieht auf diesem Video nur einer aus. Und das sind weder Sie noch ihr Cousin. Jemanden, der wegläuft, schlägt man nicht.“ Damit meinte der Vorsitzende einen Stadtlohner, der am Montag als Geschädigter vernommen wurde.

Beidseitiges Brillenhämatom und Nackenschmerzen

„Ich hatte vor anderthalb Jahren einen Schädel-Basis-Bruch und gehe solchen Konflikten immer aus dem Weg“, sagte er. Ein Arzt attestierte ihm nach der Tat ein beidseitiges Brillenhämatom. Außerdem klagte der Stadtlohner nach eigenen Angaben über Nacken- und Kopfschmerzen.

Weil der 19-jährige Ahauser in seinem Vorstrafenregister nur eine kleinere Eintragung hatte, beschlossen Richter und Staatsanwalt, das Verfahren dennoch einzustellen. Als Auflage muss der Ahauser an einem Anti-Aggressionstraining teilnehmen und an den Geschädigten ein Schmerzensgeld in Höhe von 350 Euro zahlen.

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