Nach einer Party im Next – hier eine Archivaufnahme von 2019 – war die junge Frau positiv auf das Coronavirus getestet worden. Noch ist nicht klar, ob es rund um die Party weitere Infizierte gibt. Das Gesundheitsamt des Kreises Borken hat am Donnerstag die Gästeliste des Abends angefordert, um Kontakte schneller nachverfolgen zu können. © Raphael Kampshoff
Corona-Infektion

22-Jährige nach Diskobesuch von positivem Corona-Test geschockt

Der Frau, die nach der Party im Next positiv auf das Coronavirus getestet wurde, geht es besser, auch wenn der Schock noch tief sitzt. Der Kreis sucht seit Donnerstag nach weiteren Infizierten.

Der jungen Frau, die nach dem Besuch der Disko Next in Ahaus am vergangenen Samstag positiv auf das Coronavirus getestet wurde, geht es schon wieder besser. Im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt sie am Donnerstag, dass sie das Schlimmste wohl schon überstanden habe. Das habe ihr auch der Hausarzt so gesagt.

Am Montag und Dienstag sei es ihr ziemlich dreckig gegangen. So wie bei einer sehr schweren Erkältung, erklärt sie. Nun gehe es aber wieder bergauf. Ihr Name und das positive Testergebnis sind unserer Redaktion bekannt. Die 22-Jährige, die aus Ahaus stammt, inzwischen aber in Münster lebt, möchte in der Öffentlichkeit nicht namentlich genannt werden.

Schock nach positivem Test am Sonntagmorgen

Von dem positiven Testergebnis sei sie am Sonntag nach der Party geschockt gewesen. „Ich bin zum Test gegangen, weil ich morgens unerwartet mit Husten und starken Kopfschmerzen wachgeworden bin“, sagt sie. Sie sei dann trotzdem noch ziemlich zuversichtlich zur Teststation gefahren. „Ich wollte ja am Montag wieder zur Uni“, fügt sie hinzu. Das Ergebnis des Schnelltests habe sie dann auf dem Weg nach Münster erhalten.

„Ich habe mir dann direkt am Sonntag in Münster noch einen Termin für einen PCR-Test geholt“, erklärt sie. Doch das Ergebnis habe bis zum späten Dienstagabend auf sich warten lassen. „Die Ungewissheit war eigentlich das Schlimmste bisher“, so die 22-Jährige. Erst gegen 23 Uhr am Dienstagabend habe sie das Ergebnis bekommen. Danach sei es relativ schnell gegangen: Das Gesundheitsamt in Münster habe sich am Mittwochvormittag bei ihr gemeldet. Auch in der Corona-Warn-App seien bei ihren Kontaktpersonen die Warnungen vor einem möglichen Kontakt aufgetaucht.

22-Jähriger sind keine weiteren positiven Tests bekannt

Ihre Familie und alle anderen Kontaktpersonen habe sie auch selbst nach dem positiven Testergebnis direkt informiert. Soweit sie wisse, gebe es bisher aber keine weiteren positiven Testergebnisse. Nach dem positiven Befund hatte sie auch den Betreiber der Disko, die Tobit.Labs, informiert.

Wie berichtet, hatten die Tobit.Labs daraufhin über die App Chayns alle 1000 Gäste der Party in der Disko benachrichtigt. Die hatten unter der 2G-Regel dort gefeiert, waren also geimpft oder genesen und mussten das auch nachweisen, bevor sie das Next betreten konnten.

Stiko spricht von ungenügendem Impfschutz

Die 22-Jährige hatte sich mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson impfen lassen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) bewertet den Schutz durch diesen Impfstoff gerade mit Blick auf die Delta-Variante laut einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland von Donnerstag allerdings inzwischen als ungenügend. Die meisten Ansteckungen nach einer Impfung stünden mit diesem Impfstoff in Verbindung, hieß es.

Wer mit diesem Impfstoff geimpft wurde, solle laut der Stiko eine zusätzliche mRNA-Impfstoffdosis für einen besseren Schutz erhalten. Dies könne ab vier Wochen nach der Johnson & Johnson-Impfung erfolgen, teilte das Expertengremium demnach am Donnerstag mit.

Schnelltest vor dem Diskobesuch war noch negativ

Die junge Frau ist eigener Aussage nach nur froh, dass sie noch am Samstag vor dem Diskobesuch einen Schnelltest gemacht habe – der negativ ausgefallen sei. Auch so habe sie ein schlechtes Gewissen, habe aber gleichzeitig die Sicherheit, alles richtig gemacht zu haben. In ihrer Clique habe sie das seit einiger Zeit regelmäßig vor Treffen gemacht. „Einfach, um Gewissheit zu haben“, sagt sie.

Ob sie das allerdings noch machen werde, wenn die Tests demnächst nicht mehr kostenlos sind, sei eine andere Frage. Auch von Veranstaltungen wolle sie sich nicht abhalten lassen. „Wir waren ja auch vorher unterwegs und uns des Risikos bewusst“, erklärt sie. Sie sei sich sicher, dass sie sich nicht im Next angesteckt habe.

Gesundheitsamt in Münster ist zuständig – Kreis Borken hakt nach

Beim Kreis Borken ist auch am Donnerstag noch nichts Offizielles von einer Corona-Infektion rund um die Party im Next vom vergangenen Samstag bekannt. Zunächst sei das Gesundheitsamt in Münster zuständig, die Kontakte weiter nachzuverfolgen, erklärt Ellen Bulten von der Pressestelle des Kreises auf erneute Nachfrage unserer Redaktion.

Dort wohne die junge Frau schließlich. „Wir kennen ja die Personalien noch gar nicht und können dementsprechend nicht selbst nachfassen“, sagt sie. Sollte der Kreis Borken aktiv werden müssen, komme das Gesundheitsamt Münster auf den Kreis zu.

Parallel dazu will der Kreis nun aber auch selbst aktiv werden. Das ergänzt Ellen Bulten nach den weiteren Nachfragen unserer Redaktion: Das Gesundheitsamt möchte sich von den Tobit.Labs die Gästeliste des Abends und entsprechende Kontaktdaten holen, um sie mit möglichen positiven Testergebnissen abgleichen zu können.

Die Zusammenarbeit sicherte Tobias Groten, Gründer und CEO der Tobit.Labs, am Donnerstag zu. „Die Liste ist schon unterwegs“, erklärte er auf Nachfrage.

Die 22-Jährige steht erstmal noch bis zum 12. Oktober unter Quarantäne. Falls sie bis dahin keine Symptome mehr hat, kann sie die nach einem negativen PCR-Test wieder verlassen. Sie hatte am Samstag, 2. Oktober, bei der ersten Party seit langem im Next gefeiert. Insgesamt waren 1000 Personen in der Disko.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape