22-Jähriger soll zwei Vredener geschlagen, getreten und gewürgt haben

Karpaten-Festival

Um einen eskalierten Streit bei Karpaten drehte sich am Montagmorgen ein Verfahren am Amtsgericht. Doch weil ein wichtiger Zeuge fehlte, muss die Verhandlung wiederholt werden.

Ahaus

, 19.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Wieder einmal mit einer Schlägerei beim Karpaten-Zeltfestival bekam es am Montagmorgen das Ahauser Amtsgericht zu tun. Der Vorwurf: gefährliche Körperverletzung.

Ein 22-Jähriger aus Ottenstein soll dort im vergangenen April einem 26-jährigen Vredener ins Gesicht geschlagen und getreten haben. Einen anderen Vredener soll er dann zu Boden gerungen und gewürgt haben. Der 26-Jährige trug eine Platzwunde im Gesicht und ein geschwollenes Auge davon. Vor Gericht trat er als Nebenkläger auf.

Angeklagter ohne Verteidiger vor Gericht

Der 22-jährige Angeklagte stritt die Schläge und Tritte ab. Er gab lediglich zu, in einem Handgemenge den älteren Vredener am Boden festgehalten zu haben, um ihn zu beruhigen. „Ich hab ihm gesagt, er soll sich beruhigen, dann hätte ich sofort losgelassen“, schilderte der Angeklagte, der vor Gericht ohne Verteidiger erschienen war.

Das stellten die beiden Vredener anders dar. Sie erklärten, dass sie einen Streit in einem der Karpaten-Zelte schlichten wollten. Dabei sei der 26-jährige Vredener zu Boden geschubst worden. Als er wieder aufstehen wollte, bekam er erst einen Schlag und dann noch einen Tritt ins Gesicht. „Vom Angeklagten“, erklärte das Opfer. Da sei er sich zu 100 Prozent sicher.

„Ich hatte Angst um mein Leben“

Sein Bekannter, der 27-jährige Vredener, habe das gesehen und wollte ihm helfen, sei dann aber seinerseits zu Boden geschubst worden. Dann habe sich der Angeklagte auf ihn gestürzt und ihm mit dem Unterarm die Kehle zugedrückt. „Ich habe gesagt, dass ich keine Luft kriege“, erklärte er. Doch der Angreifer habe weiter zugedrückt.

„Dagegen hatte ich keine Chance. Ich konnte mich überhaupt nicht wehren und hatte Angst um mein Leben“, erklärte er auf Nachfrage.

Schließlich habe er die Augen geschlossen und so getan, als ob er bewusstlos geworden sei. Erst da habe der Angreifer schließlich von ihm abgelassen. Auch er erkannte im Angeklagten zweifelsfrei den Täter. Ob der jedoch auch für den Schlag und den Tritt verantwortlich sei, konnte er nicht sagen.

Zeugen verteidigen Angeklagten

Zwei weitere Zeugen, ein 22-jähriger Mann aus Alstätte und ein 21-jähriger Ottensteiner, die zusammen mit dem Angeklagten gefeiert hatten, nahmen ihn in Schutz. Auf keinen Fall könne der Angeklagte für Schläge oder Tritte verantwortlich sein, weil er die ganze Zeit während der Rangelei mit dem Vredener am Boden gelegen habe. Auch sei die Aggression von einem der Vredener ausgegangen. Wie lang genau die ganze Aktion gedauert habe, wer alles daran beteiligt war, was die eigentliche Ursache für den Streit war, oder ob der Angeklagte vielleicht zuvor bereits zugeschlagen habe, konnten sie nicht beantworten.

Weiterer Zeuge soll aussagen, ist aber noch im Urlaub

Die Richterin will nun einen weiteren Zeugen vernehmen. Der war mit den beiden Vredenern zusammen auf dem Zeltfestival und soll die die ganze Szene beobachtet haben. Die Richterin wollte den prozess auf nächste Woche Montag vertagen. Weil der neue Zeuge dann aber noch in einem längeren Urlaub in Neuseeland ist, wurde das gesamte Verfahren ausgesetzt. Bei der nächsten Verhandlung müssen dann alle Zeugen erneut gehört werden.

Lesen Sie jetzt