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23-Jähriger konnte nicht als Dealer überführt werden

Drogen, Lügen und Eifersucht

Eine Seite hat gelogen. Das steht fest. Und womöglich ging es mehr um Eifersucht unter jungen Männern, denn um wirkliche Straftaten. Das Landgericht verhandelte am Montag den Vorwurf gegen einen 23-Jährigen aus Ahaus neu, der bei einem 25-Jährigen sechs Mal jeweils 25 bis 50 Ecstasy-Tabletten gekauft haben soll.

AHAUS

von von Klaus Möllers

, 27.03.2017 / Lesedauer: 3 min

Das zumindest behauptete der Verkäufer nach einer polizeilichen Durchsuchung bei ihm selbst und in späteren Gerichtsverhandlungen. Die Polizei hatte im September 2015 bei dem 25-Jährigen unter anderem Ecstasy-Tabletten und Kokain sowie Pistolen und Revolver sichergestellt.

Er hatte daraufhin zugegeben, mit Drogen gehandelt zu haben und wurde vom Amtsgericht Ahaus zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Die relativ milde Strafe begründete das Gericht auch damit, dass der 25-Jährige geständig gewesen sei und Käufer benannt habe. Darunter den 23-Jährigen. Der will mit Ecstasy allerdings nichts zu schaffen gehabt haben. Er habe zwar "manchmal gekifft" und "Gras gekauft", wie er am Montag am Landgericht in Münster sagte.

Drohung

Der Vorwurf des Dealers habe aber einen anderen Grund: Im Mai 2015 habe er bei einem Musik-Festival auf der Freizeitanlage "Het Rutbeek" bei Enschede "ein Mädchen" kennengelernt, wie er erklärte. Sie war offenbar die Freundin oder Ex-Freundin des Dealers, mit dem er bis dahin gut klar gekommen sei.

Der Dealer soll dem Angeklagten im Sommer gedroht haben, ihn zu schlagen, wie er sagte. In dem Zusammenhang las der Richter den Ausdruck einer WhatsApp-Nachricht an den 23-Jährigen vor: Dann "kannst du mal sehen, was ich in Ahaus so über dich verbreite. Scheint dir ja enorm wichtig zu sein deine Ausbildung", hieß es darin von dem 25-Jährigen. Der begründete die Nachricht damit, dass er noch 200 Euro von dem Angeklagten für bereits erhaltene Drogen bekommen sollte und falls nicht, "auspacken" würde.

Antrag zurückgezogen

Als besonders glaubhaft schätzten weder das Gericht noch die Staatsanwältin die Darstellung des 25-Jährigen und die eines Freundes von ihm ein. Letzterer sagte als Zeuge, dass bei dem Angeklagten beim Playstation-Spielen ein Spiegel mit "Speed für alle" darauf gelegen hätte. In erster Instanz am Amtsgericht hatte er davon nichts erwähnt.

In erster Instanz war der 23-Jährige am Amtsgericht frei gesprochen worden, weil nicht klar bewiesen werden konnte, ob es den Drogenverkauf tatsächlich gegeben hatte. Am Landgericht zog die Staatsanwältin den Berufungsantrag zurück. Der 23-Jährige gilt daher, wie vom Amtsgericht bewertet, als freigesprochen.

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