23 Träume auf zwei Rädern

Oldtimerfan Hermann Garthaus

Hermann Garthaus ist wahrlich ein Oldtimer-Fan. Das wird schon daran deutlich, dass ihm insgesamt 23 Mopeds, Kleinkrafträder, Roller und Motorräder der Baujahre 1955 bis 1984 gehören.

Ahaus

, 25.09.2017 / Lesedauer: 3 min
23 Träume auf zwei Rädern

Hermann Garthaus und Ehefrau Waltraud mit einer kleinen Auswahl an Oldtimer-Zündapps auf der heimischen Terrasse.

Hermann Garthaus ist ein Fan der Mopedmarke Zündapp. Wer wissen will, warum, der muss mit dem 65-Jährigen in seine Kindheit und Jugend eintauchen. „Das fing so mit fünf Jahren an“, sagt der Graeser. „Mein Vater hatte eine Zündapp Kombinette.“ Die durfte der Filius auch mal fahren. Verbotenerweise. „Das waren nun mal andere Zeiten.“ Mit 16 Jahren machte Hermann Garthaus den Führerschein Klasse 4. Seinen Jugendtraum, eine Zündapp KS 50 Supersport, kaufte er sich von seinen Ersparnissen. „Mit 14 hatte ich von der Zündapp in einem Laden in Ahaus ein Bild gesehen. Ich habe mir dann jeden Sonntag die Nase am Schaufenster platt gedrückt.“

24.000 Kilometer

Zwei Jahre später legte er bei einem Händler in Gronau für die Zündapp 1650 DM auf die Theke. „Das war damals eine Menge Geld.“ 24.000 Kilometer riss er mit der Zündapp in zwei Jahren ab. Mit 18 verkaufter er sie an einen Kegelklub-Kunden. „Der fuhr sie auch noch ein paar Jahre.“ 

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Oldtimer-Mopeds in Graes

Ahaus. Hermann Garthaus aus Graes sammelt seit fast 20 Jahren Oldtimer-Mopeds, vor allem der Marke Zündapp. Mittlerweile umfasst seine Sammlung 23 Maschinen der Baujahre 1955 bis 1984.
25.09.2017
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© Christian Bödding
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Schlagworte Ahaus

Hermann Garthaus machte den Führerschein Klasse 1 und Klasse 3 – und fuhr erst mal ein paar Jahre Auto. Es wurde geheiratet, an der Hauptstraße in Graes gebaut. Als Hermann Garthaus langsam wieder einen Überblick hatte, kaufte er sich ein Motorrad der Marke Kawasaki und danach ein Ostmotorrad der Marke MZ. Die Tochter fuhr im Beiwagen mit, Ehefrau Waltraud als Sozia. Als die Tochter keine Lust mehr hatte, war‘s das fürs Erste mit dem Mopedfahren. Bis 1998. Da besuchte ihn ein alter Freund aus Wessum, den es nach Zwickau verschlagen hatte. Beide „redeten Benzin“ und Hermann Garthaus entdeckte seine Leidenschaft für Zweiräder aufs Neue. Oldtimer-Mopeds haben es ihm seit fast 20 Jahren angetan. Vor allem Mopeds der Marke Zündapp. Warum? „Da sind die Erinnerungen an früher. Die ganzen Geschichten, die man als Jugendlicher mit dem Moped erlebte, werden wieder lebendig.“ Hermann Garthaus erinnert sich an so manchen „Grenzübergang“ mit seiner Clique Richtung Holland. Garthaus kaufte sich eine Zündapp Z 50 Sport „und dann lief das aus dem Ruder.“ Immer mehr Maschinen kamen hinzu. „Hauptsächlich Zündapp, aber auch ein paar Herkules und eine Puch.“ Heute stehen 23 Zweiräder der Baujahre von 1955 bis 1984 warm und trocken auf dem Anwesen des Ehepaars Garthaus. Jedes davon hat Hermann Garthaus angemeldet. „So teuer ist das nicht. Das kostet pro Zweirad um die 15 Euro pro Jahr.“ Gekauft hat Hermann Garthaus die Maschinen, als das Internet noch in den Kinderschuhen steckte. „Die meisten standen als Angebote in Zeitschriften.“

Wie vom Band

Die Maschinen sehen aus, als wären sie gerade vom Band gelaufen. Davon hat sich am Wochenende der Oldtimer-Stammtisch Münsterland bei einem Besuch überzeugt. Bis zu diesem Zustand ist jedes Moped vom gelernten KFZ-Mechaniker zerlegt, restauriert und wieder zusammengebaut worden. Pro Zweirad dauerte das gut ein halbes Jahr. Heute muss sich Hermann Garthaus nur noch um die Instandhaltung kümmern. Doch auch das ist zeitaufwendig. „Das Schlimmste sind Speichenräder.“ Eine Stunde fahren, drei Stunden putzen – so lässt sich das zusammenfassen. Garthaus bewegt seine zweirädrigen Schätzchen regelmäßig. „Aber nicht bei Regen und nicht über Dreckwege.“

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