3000 Kilometer in zwei Jahren: Bettenhaus Klümpers setzt aufs Lastenfahrrad

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Jürgen Klümpers beliefert seine Kunden bis auf wenige Ausnahmen mit dem Lastenfahrrad. Seit der Corona-Pandemie noch häufiger als sonst. Nun hofft er aber, bald wieder öffnen zu dürfen.

Ahaus

, 15.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jürgen Klümpers ist leidenschaftlicher Fahrradfahrer. Bevor die Schulen ihre Türen wegen der Corona-Pandemie schließen mussten, sah man ihn fast jeden Morgen mit seiner Tochter auf dem Tandem fahren. Auch sonst erledigt der Geschäftsführer vom Bettenhaus Klümpers, das in der Bauerschaft Averesch zwischen Ottenstein und Wessum liegt, fast alles mit dem Rad: „Ich mag es einfach, an der frischen Luft zu sein.“

Vor fast genau vor zwei Jahren, zum traditionellen Ostermarkt in der Ahauser Innenstadt, legte er sich deshalb ein E-Lastenfahrrad zu, das großen Stauraum bietet. „Ich wollte nicht mehr jedes Mal das Auto nehmen müssen, wenn ich zum Beispiel nur ein größeres Paket zur Post bringen muss“, erklärt Klümpers.

Seit 2018 mehr als 3000 Kilometer zurückgelegt

3000 Kilometer hat er seit dem Frühjahr 2018 mit dem Lastenfahrrad zurückgelegt. Die Vorteile liegen für Jürgen Klümpers auf der Hand: „Wenn ich das Auto stehen lasse, entlaste ich die Umwelt und betätige mich nebenbei sportlich. Außerdem hat es auch eine Werbeeffekt, weil ich immer wieder darauf angesprochen werde.“ Denn anders als in vielen deutschen Großstädten sind bisher Lastenfahrräder in Ahaus und Umgebung noch eine Seltenheit.

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Meistens nutzt Jürgen Klümpers es zur Auslieferung von Waren, manchmal aber auch für einfache Besorgungen. „Gerade eben war ich noch beim Baumarkt, um mir eine Plexiglasscheibe zu besorgen“, erzählt Jürgen Klümpers am Dienstag am Telefon. Denn der Geschäftsmann möchte gerüstet sein, falls die Corona-Maßnahmen wie erwartet zeitnah gelockert werden.

Jürgen Klümpers ist in diesen Tagen noch öfter mit seinem Lastenfahrrad unterwegs als sonst. Seine Kunden wissen den Service zu schätzen.

Jürgen Klümpers ist in diesen Tagen noch öfter mit seinem Lastenfahrrad unterwegs als sonst. Seine Kunden wissen den Service zu schätzen. © privat

„Ich habe die Hoffnung, dass wir – unter der Auflage der Bedingungen – bald wieder Kunden empfangen dürfen. Man könnte zum Beispiel sagen, dass immer nur ein Kunde gleichzeitig den Laden betreten darf“, so Klümpers. Obwohl auch an seinem Unternehmen die Krise nicht spurlos vorbeigegangen ist, könne man von einem „glimpflichen Ausgang“ sprechen, falls das Betthaus Klümpers tatsächlich in den nächsten Wochen wieder öffnen darf.

Wäscherei bleibt geöffnet

Jürgen Klümpers erklärt: „Wir hatten das Glück, dass wir unsere Wäscherei weiter öffnen durften. Außerdem hatten wir Folgeaufträge aus den Monaten vor der Krise. Die konnten wir abarbeiten und ausliefern.“ Weiterer Vorteil: Das Geschäft gehört der Familie Klümpers. Miete muss also keine gezahlt werden.

„Wir haben Rücklagen gebildet und sind ein echter Familienbetrieb. Ansonsten kann so eine Krise einem natürlich auch das Rückrat brechen“, weiß Jürgen Klümpers. Sein Lastenfahrrad ist im Übrigen seit Beginn der Corona-Krise gefragter denn je: „Ich habe allein in der vergangenen Woche dreimal Oberbetten von Kunden abgeholt und abends gewaschen zurückgebracht.“

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