50 DLRG-Kräfte üben Einsätze auf dem Drilandsee in Gronau

Retter in Rot

Das Szenario ist beeindruckend: Die Sonne lacht mit den 50 Männern und Frauen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) aus dem gesamten Kreis Borken bei ihrer Bezirksübung am Dreiländersee um die Wette. Die roten Anzüge der DLRG-Truppe leuchten vor dem Blau von Wasser und Himmel. Mit dabei: die Lebensretter aus Ahaus.

AHAUS/GRONAU

, 10.04.2016, 19:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die rettende Hand für den „Ertrinkenden“: Bei der DLRG-Übung auf dem Drilandsee hinterlassen Ausbildung und Ausrüstung einen guten Eindruck.

Die rettende Hand für den „Ertrinkenden“: Bei der DLRG-Übung auf dem Drilandsee hinterlassen Ausbildung und Ausrüstung einen guten Eindruck.

„Wir haben hier ein sehr junges Team, gerade bei der Logistik“, erklärt Bernd Klüsekamp. Der Ahauser ist Pressesprecher der Bezirks-DLRG. Er deutet auf das Zelt mit eigenem Stromaggregat und Verpflegung und betont: „Ziel ist es, die Jugend an die Front zu kriegen.“ Gerade in der Gronauer Ortsgruppe macht sich Nachwuchsmangel bemerkbar. „Die ist schwach besetzt“, sagt Klüsekamp, „darum wird der Rettungsdienst am Badesee durch die Ortsgruppe Ahaus ausgeführt.“

Doch wo Schatten ist, ist nicht nur an diesem Samstag viel Licht: Fünf ausgebildete Strömungsretter hat die Bezirks-DLRG, Höchstalter 25 Jahre. Die jungen Männer sind für Einsätze bei schwierigen Strömungsverhältnissen, ausgebildet – in Flüssen oder bei Hochwasser.

Zwei von ihnen ziehen an einer der drei Übungsstationen ihre Bahnen. Sie unterstützen einen Taucher, der einen Schlaganker setzt. „Im Münsterland gibt es viele Baggerseen, wo der Untergrund sehr weich ist“, erklärt Einsatzleiter Kevin Sievers. „Normale Anker halten da schlecht. Mit einem Schlaganker kann ich das Boot punktgenau platzieren.“

Stolz auf hohe Standards

Der Bezirksvorsitzende Paul Geuting der DLRG ist als Zuschauer dabei. Und er ist sichtlich stolz – auf die gute Ausrüstungs- und Ausbildungslage. Davon profitieren alle. „Ein Taucher, der hier die Ausbildung durchlaufen hat, kann auch als Freizeittaucher auf den Malediven tauchen“, erklärt er. Früher sei das anders gewesen. Gerade die spezialisierten Einsatzfunktionen seien mit hohem Aufwand an Ausbildung und Zeit verbunden. „Etwa zweieinhalb Jahre dauert das bei den Tauchern.“ Wenn die dann auch in der Freizeit das Hobby ausüben könnten, sei die Motivation höher.

Simon und Jonas Dondrup haben sich fürs Strömungsschwimmen erwärmt. „Wir haben Videos gesehen, das war der Auslöser“, erklärt der jüngere der Brüder aus Heek, Jonas. Der 18-Jährige lobt den Lehrgang, den er nach der Prüfung zum Rettungsschwimmer absolvierte. „Viel Praxis, wenig Theorie“, sagt er.

Teil der Praxis heute: den Kollegen an der dritten Station auf die Sprünge helfen: Die Bootsführer, die auf dem größeren Seeabschnitt, dem Landschaftssee, Manöver- und Suchübungen mit Dummies abhalten, sollen überraschend einen Ertrinkenden bergen. Den spielt der Schwimmer überzeugend. „Hilfe, ich kann nicht mehr!“, ruft er und rudert mit den Armen. Doch die Boote sind im Nu da, und helfende Hände ziehen den Japsenden an Bord. Zufriedene Gesicher allenthalben. Auch bei Herbert Finke, dem zweiten Vorsitzenden im Bezirk: „Solange verantwortungsbewusste Eltern ihre Kinder zum Schwimmen schicken, haben wir hohen Zulauf.“ Und im Zweifel Retter in der Not.