54-jähriger aus Ahaus steht wegen schwerer Brandstiftung vor dem Landgericht

Landgericht

Ein 54-jähriger Ahauser muss sich wegen schwerer Brandstiftung vor Gericht verantworten. Beim Brand in einer Flüchtlingsunterkunft Ende 2018 war ein Schaden von 300.000 Euro entstanden.

Ahaus

, 04.05.2019 / Lesedauer: 2 min
54-jähriger aus Ahaus steht wegen schwerer Brandstiftung vor dem Landgericht

An der Wessumer Straße war im Oktober 2018 ein Wohncontainer ausgebrannt. Ein 54-jähriger Ahauser muss sich nun vor dem Landgericht wegen schwerer Brandstiftung verantworten. © Victoria Thünte

Muss ein 54-jähriger Ahauser in einem sogenannten Sicherungsverfahren in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen werden? Darum geht es ab Montag, 6. Mai, vor dem Landgericht in Münster. Der Ahauser muss sich dort vor der 9. Großen Strafkammer wegen schwerer Brandstiftung verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, im Oktober 2018 in Ahaus einen Wohncontainer in der Flüchtlingsunterkunft an der Wessumer Straße durch Entzünden seiner Matratze in Brand gesetzt zu haben.

Rauchgasvergiftung

Den Container bewohnte der 54-Jährige damals gemeinsam mit einem 19-jährigen Deutschen. Als der 19-Jährige an besagtem Tag im Oktober am späten Nachmittag den Container betreten wollte, stellte er fest, dass der Beschuldigte diesen von innen abgeschlossen hatte. Der 19-Jährige bemerkte den unter der Tür hervortretenden Qualm und trat kurzerhand die Tür ein. Zusammen mit zwei weiteren ausländischen Bewohnern der Unterkunft (23, Guinea; 24, Syrien) brachte er damals den bereits bewusstlosen 54-Jährigen nach draußen. Ein weiterer Mitbewohner, ein 37 Jahre alter Mann aus Guinea, musstet wegen einer Rauchgasvergiftung zwei Tage stationär behandelt werden. Bei dem Brand war ein Sachschaden von rund 300.000 Euro entstanden.

„Nicht schuldfähig“

In seiner Vernehmung zeigte sich der Beschuldigte teils geständig. Er wurde nach der Tat in einer psychiatrischen Klinik untersucht. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 54-Jährige nicht schuldfähig war. Im Verfahren wird nach Mitteilung des Landgerichts über die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus zu entscheiden sein.

Verhandlung: 9. Große Strafkammer, 6. Mai, 9 Uhr; Fortsetzungstermine: 14. Mai, 9 Uhr; 16. Mai, 13.30 Uhr; 23. Mai, 13.30 Uhr, jeweils Saal B 01.
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