Absage der Ahauser Kirmes alternativlos: „Wir müssen mehr im Kleinen denken"

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Das Verbot von Großveranstaltungen lässt die Durchführung der Ahauser Kirmes nicht zu. Während die Organisatoren an Alternativplänen arbeiten, wachsen Sorgen und Frust bei den Schaustellern.

Ahaus

, 20.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am zweiten September-Wochenende wären wieder zehntausende Menschen nach Ahaus gekommen, um sich auf der Kirmes zu vergnügen. Was sich schon länger abgezeichnet hatte, ist nun Gewissheit: Am Dienstag erfolgte die offizielle Absage – einschließlich des Krammarktes.

Für Claudia Platte von Ahaus Marketing & Touristik (AMT) eine alternativlose Entscheidung: „Die Kirmes gilt nun mal als Großveranstaltung.“ Spätestens mit der Verlängerung des Verbots dieser vom 31. August auf den 31. Oktober, festgehalten in der aktuellen Corona-Schutzverordnung, seien die Vorzeichen eindeutig gewesen. Hoffnung hatte man bis zuletzt, zumindest den Krammarkt noch durchführen zu können.

„Wir haben lange alles versucht"

Doch auch dieses Vorhaben habe man in Abstimmung mit dem Ordnungsamt fallen gelassen. „Wir rechnen stets mit 100 bis 150 Ausstellern, zudem ist der Besucherandrang nicht abzuschätzen, eine Registrierung der Besucher nicht umsetzbar“, erklärt die Geschäftsführerin. Lange habe man alles versucht, nun folgte die Entscheidung. Die Schausteller waren vor der offiziellen Bekanntgabe der Absage der Kirmes informiert worden.

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So auch Anton Scheffer. Mit seiner Schausteller-Familie aus Ahaus zählt er jährlich zu den Stammgästen. Seit 1981 leben die Scheffers in Ahaus, seit rund 28 Jahren ist Anton Scheffer Inhaber und Manager des Traditionsunternehmens in einer Branche, die sich in den vergangenen Jahren eh schon immer neuen Herausforderungen stellen muss. Die Absage seines Heimspiels reihte sich in die Fülle an Absagen ein, die ihn in diesem Corona-Jahr ereilten.

Letzte Einnahme an Karneval

„Die letzten Einnahmen habe ich in Hagen und Bremen auf dem Weihnachtsmarkt gemacht, dazu kam noch der Karneval. Dann ging es los“, berichtet er. Die komplette Saison sei damit weggebrochen. Dass man in Ahaus lange gewartet habe mit der Absage, sei „absolut fair“ gewesen. „Andere Orte haben bereits abgesagt, bevor es überhaupt konkrete Vorgaben der Behörden gab“, ärgert er sich.

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Ein Dorn im Auge ist ihm auch die fehlende Unterstützung der Schausteller durch den Staat: „Da kommt nichts.“ Und er spürt, dass die Stimmung in der Branche immer weiter kippt – gerade deshalb.

Vage Hoffnung auf Weihnachtsmärkte

Nun hegt er die Hoffnung, dass es womöglich mit den Weihnachtsmärkten etwas werden wird. „So richtig glaube ich bei der aktuellen Entwicklung nicht daran“, weiß Anton Scheffer aber schon.

Etwas kurzfristiger denkt Claudia Platte: „Wir müssen alle derzeit ein wenig kleiner denken, das gilt auch für Veranstaltungen.“ Vorstellen könne sie sich eine überschaubare Kirmes mit lokalen Schaustellern, womöglich speziell für Kinder, zum Beispiel auf dem Rathausplatz. „Wir schauen jetzt einmal, was in dieser Hinsicht möglich sein könnte“, blickt sie voraus.

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