«Adios Amigos» für ein Jahr

Wessum Nach dem Abi erstmal ins Ausland - so denken viele Jugendliche, die gerade die Reifeprüfung abgelegt haben. Laura Müller, die vor kurzem ihr Abitur am Canisiusstift in Ahaus bestanden hat, denkt nicht nur so, sie handelt auch - und verbringt das kommende Jahr in Bolivien.

11.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Soziale Kontakte knüpfen, einen realistischen Eindruck des Lebens erfahren und fremde Kulturen und Bräuche kennen lernen, das ist für Laura Motivation genug. Als «Missionarin auf Zeit» (MAZ) wird sie in der Kindertagesstätte «Casa de Niños» Kinder im Alter von zwei bis fünf Jahren betreuen.

«Missionieren» oder gar bekehren will Laura die Kinder aber nicht. Sie erklärt: «Die meisten Menschen in Bolivien sind sowieso Christen. Mit der Arbeit soll nur da geholfen werden, wo Hilfe dringend gebraucht wird.» Von morgens halb acht bis abends um sechs wird Laura die Kinder der «Canchas», der Marktfrauen, betreuen. «Die Kinder müssten sonst den ganzen Tag neben ihren Müttern auf dem Markt sitzen. In der Kindertagesstätte bekommen sie drei Mahlzeiten und verbringen die Zeit sinnvoll, indem sie zum Beispiel Buchstaben und Zahlen lernen», erläutert Laura, die in der Kindertagesstätte auch schlafen und essen wird.

«Ich bewundere das»

Ins Leben gerufen wurde das Projekt vom «Schwester- Maria-Magdalena-Postel», das unter anderem auch Kindertagesstätten und -heime in Brasilien und Rumänien errichtet hat. Finanziert wird die Arbeit des Ordens durch Spenden. «Ich möchte die Schwestern unterstützen, weil ich es bewundere, dass sie ihr ganzes Leben für Menschen in Entwicklungsländern opfern», erklärt Laura.

Auch deshalb habe sie sich zu dem freiwilligen sozialen Jahr in Cochabamba, der mit 600 000 Einwohnern drittgrößten Stadt Boliviens, entschlossen. Die Landessprache Spanisch- eine wichtige Voraussetzung für die Arbeit - brachte Laura sich selbst bei und will die Kenntnisse jetzt vertiefen.

Am 25. Juli muss sie sich dann von Freunden und Familie verabschieden und kann ihre Spanischkenntnisse auf die Probe stellen. Denn dann heißt es für sie «Adios Amigos» und «Hola Cochabamba». rw

www.laurainbolivien.de

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