Ärgernis für Entsorger: Kunststoff im Bioabfall und Pizzareste in der Papiertonne

Entsorger

Zwei Sammelfahrzeuge der Firma Stenau fahren im neuen Design. Mit einer Kampagne macht die Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland auf zu viel Plastik im Bioabfall aufmerksam.

Ahaus

, 06.03.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
„Kein‘ Bock auf Plastik im Biomüll“: Peter Kleyboldt, Geschäftsführer der Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland (EGW), Dr. Georg Grüber und Dr. Hubertus Reloe von der Geschäftsführung der Firma Stenau und Landrat Dr. Kai Zwicker (v.l.).

„Kein‘ Bock auf Plastik im Biomüll“: Peter Kleyboldt, Geschäftsführer der Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland (EGW), Dr. Georg Grüber und Dr. Hubertus Reloe von der Geschäftsführung der Firma Stenau und Landrat Dr. Kai Zwicker (v.l.). © FOTO: Christian Boedding

Der kleine Junge hat eine klare Meinung: „Kein‘ Bock auf Plastik im Biomüll.“ Im Zuge der Kampagne #wirfuerbio fahren zwei Sammelfahrzeuge der Firma Stenau ab sofort im neuen Design. Landrat Dr. Kai Zwicker, Dr. Georg Grüber und Dr. Hubertus Reloe von der Geschäftsführung der Firma Stenau und Peter Kleyboldt, Geschäftsführer der Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland (EGW), erläuterten auf dem Stenau-Betriebsgelände in Ahaus die Hintergründe.

Kunststoffe im Kompost

Warum kein Plastik in die Biotonne darf? Wenn Plastiktüten für die Sammlung von Bioabfällen benutzt werden, dann kommen sie über die Biotonne in das Kompostwerk. Durch die Zerkleinerung der Bioabfälle gelangen die Kunststoffe in den Kompost.

„Dadurch werden die wertvollen Funktionen des Kompostes extrem eingeschränkt“, erklärte Peter Kleyboldt. Die EGW wolle die Bürger in Ahaus und dem Kreis für das Thema „motivieren und sensibilisieren“. Möglichst störstofffrei soll der Bioabfall sein. Denn Plastiktüten, sogenannte „kompostierbare“ Bioabfalltüten, Kaffeekapseln, Hundekotbeutel, Glas und Metalle gehören nicht in den Bioabfall.

Anlagentechnik im Kompostwerk. Zu viel Plastik landet im Bioabfall. Die Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland macht mit einer Kampagne darauf aufmerksam.

Anlagentechnik im Kompostwerk. Zu viel Plastik landet im Bioabfall. Die Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland macht mit einer Kampagne darauf aufmerksam. © EGW

Zwar sei die Qualität des EGW-Bioabfalls nicht schlecht, sage Peter Kleyboldt, „aber die Landwirte als Abnehmer schauen sich den Kompost ganz genau an.“ Auf einen Liter Kompost dürfen – so sehen es die Vorgaben vor – bis zu 15 Quadratzentimeter Plastik kommen.

Ein Wert, den die EGW unterschreitet. „Wir fahren in unseren Werken drei bis fünf Quadratzentimeter.“ Allerdings sei technisch derzeit kaum noch mehr herauszubekommen, schränkte Kleyboldt ein. Daten, wie viel Plastik die Ahauser in ihren Biomüll werfen, hat die EGW nicht.

Pizzareste in der Papiertonne

Nicht nur mit Plastik im Biomüll haben die Entsorger zu kämpfen. Ein weiteres Problem sind Pizzakartons in der Papiertonne. „Wenn die Kartons noch Pizzareste enthalten“, schilderte Peter Kleyboldt. der EGW-Geschäftsführer kündigte an, auch in Ahus künftig verstärkt die an die Straße gestellten Mülltonnen auf Fehlbefüllungen zu kontrollieren. „Bei Generalverweigerern wird dann künftig die Tonne stehenbleiben.“

Infos zur aktuellen Kampagne liefert die EGW auf ihrer Homepage.

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