Ahauser (20) bei Rauschgifthandel, Diebstahl und Whatsapp-Bedrohung erwischt

Amtsgericht Ahaus

Gleich mehrere Straftaten werden einem 20-jährigen Ahauser vorgeworfen. Sein Anwalt glaubt, dass dahinter schwere psychische Probleme stecken.

Ahaus

, 05.02.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ahauser (20) bei Rauschgifthandel, Diebstahl und Whatsapp-Bedrohung erwischt

Ein Ahauser wurde mehrfach mit Rauschgift erwischt. Doch nicht nur das wirft die Justiz ihm vor. © picture alliance/dpa

Wegen gleich vier verschiedener Straftaten stand ein 20-jähriger Ahauser am Montag vor dem Amtsgericht Ahaus. Unter anderem soll er einem Flüchtling in einer Coesfelder Asylunterkunft das Porte­mon­naie gestohlen haben. Außerdem geriet er wegen verschiedener Drogendelikte immer wieder ins Visier der Fahnder.

Zunächst erwischte ihn die Polizei, als er aus Enschede große Mengen Marihuana nach Deutschland importierte. Später wurde er auf frischer Tat beim Rauschgifthandel ertappt. Die 35 Gramm, die er zu diesem Zeitpunkt bei sich trug, hatte er laut Anklage aus einem Diebstahl bei seinem Vater.

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Der vorerst letzte Vorfall ereignete sich im November des Vorjahres. Per Smartphone soll er eine Frau bedroht und beleidigt haben. In der Nachricht hieß es unter anderem: „Du ehrloses Stück ... (...) Ich werde dich verschwinden lassen, das schwöre ich bei meiner toten Mutter.“ Schon direkt nach dem Verlesen der Anklageschrift teilte der 20-Jährige mit, dass er zu den Vorwürfen nichts sagen werde.

Für seinen Anwalt gab es dafür umso mehr Redebedarf. „Ich verstehe nicht, warum das Gericht ihm keinen Pflichtverteidiger zuordnen möchte. Er wird mich nicht bezahlen können und dem Angeklagten fehlen die kognitiven Fähigkeiten, dem Prozess zu folgen.“

20-jähriger Ahauser in Gastfamilie untergebracht

Der Anwalt erklärte den Hintergrund: „Der Junge hat einen gesetzlichen Betreuer und ist aktuell in einer Gastfamilie untergebracht. Durch den zu hohen Alkoholkonsum seiner Mutter während der Schwangerschaft erlitt er hirnorganische Schäden und kann sich nicht konzentrieren.“

Das vollständige medizinische Gutachten wollte er dem Gericht allerdings nicht vorlegen, um seinen Mandanten zu schützen. Daher entschied der Richter, das Verfahren auszusetzen. Nun muss das Landgericht entscheiden, ob dem Antrag auf einen Pflichtverteidiger stattgegeben wird.

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