Ahauser Chirurg hilft Opfern im Erdbebengebiet

HIlfe für Nepal

Wieder hat in Nepal die Erde gebebt. Auch das zweite schwere Beben hat das zentralasiatische Land in der vergangenen Woche schwer getroffen. Mitten drin Dr. Dipu Makaju, Chirurg am Ahauser St. Marienkrankenhaus, der seit gut zwei Wochen in seiner Heimat Nepal den Menschen helfen will. Etliche Tage war sein Schicksal ungeklärt. Nachrichten kamen zunächst nicht an.

AHAUS/KATHMANDU

, 18.05.2015, 18:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dr. Dipu Makaju ist auf eigene Faust in seine Heimat Nepal gereist, um dort den Opfern der schweren Erdbeben zu helfen. Vor allem die Geld- und Sachspenden sind dort heiß begehrt. In dem Land fehlt es gerade an fast allem.

Dr. Dipu Makaju ist auf eigene Faust in seine Heimat Nepal gereist, um dort den Opfern der schweren Erdbeben zu helfen. Vor allem die Geld- und Sachspenden sind dort heiß begehrt. In dem Land fehlt es gerade an fast allem.

Jetzt hat Dr. Moritz Meyer (kleines Foto), Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie in Ahaus, eine kurze E-Mail von seinem Kollegen Dr. Dipu Makaju aus Nepal erhalten. Kern der Botschaft: Es gehe ihm gut.

„Die Nachricht war nur eine sehr rudimentäre E-Mail“, so Dr. Meyer. Einige Bilder und ein paar Zeilen Text waren alles, was ihn von seinem Kollegen aus Nepal erreicht hat. „Wir waren ja sowieso schon überrascht, dass er überhaupt eine Internetverbindung herstellen konnte“, so Meyer. Umso froher war er, dass Dr. Makaju in Nepal – rund 7000 Kilometer von Ahaus entfernt – wohlauf ist.

Zunächst kein Kontakt möglich

Den Berichten nach hatte sich der Ahauser Chirurg mitten im Erdbebengebiet des zweiten Bebens in der vergangenen Woche befunden. „Dr. Makaju reist zu den einzelnen Behandlungszentren des Krankenhauses von Dhulikhel. In einem dieser Zentren – wo er Hilfsgüter und Geldspenden aus Ahaus verteilt und auch persönlich versucht, zu helfen – sei er dann von dem schweren zweiten Beben überrascht worden. Da war er gerade nahe der chinesischen Grenze unterwegs. „Er wurde dann per Hubschrauber ausgeflogen“, sagt Dr. Meyer im Gespräch mit dieser Zeitung. 

Nach den Nachrichten von dem zweiten Beben hatte Dr. Meyer von Ahaus aus versucht, Dr. Makaju zu erreichen – zunächst erfolglos. Erst über seine Familie konnte schließlich der Kontakt hergestellt werden. „Zum Glück ist ihm nichts passiert“, so Meyer.

Bis Ende der Woche soll Dr. Makaju in Nepal arbeiten. Dann wird er dringend in Ahaus zurückerwartet. „Wir brauchen ihn auch hier im Krankenhaus“, sagt er.

Er freut sich besonders darüber, dass auch die Hilfsbereitschaft unter den Ahausern weit verbreitet sei. „Unser Spendenaufruf „Ahaus hilft Nepal“ hat eine tolle Resonanz“, so Meyer. Umso wichtiger sei ihm, schnell zu zeigen, dass diese Spenden und Hilfen vor Ort ankommen. Er hofft weiterhin darauf, dass die Spendenbereitschaft noch nicht abreißt.

Reise auf eigene Faust

Makaju war Anfang Mai mit Ärzten und Pflegern aus Essen auf eigene Faust in Richtung Nepal gestartet um dort mit Geld- und Sachspenden zu helfen, aber auch um die Ärzteteams vor Ort selbst zu unterstützen (Münsterland Zeitung berichtete). Er selbst stammt aus der kleinen Stadt Dhulikel, knapp 130 Kilometer vom Epizentrum des ersten Bebens entfernt. Makaju hatte seine Heimat 2002 verlassen, um in Wien Medizin zu studieren. Seit 2012 arbeitet er in Ahaus im Krankenhaus.

Rund drei Wochen nach dem ersten Beben in Nepal ist die Zahl der Toten inzwischen auf 8600, die der Verletzten auf über 10 000 gestiegen. Gemessen wurden neben den zwei schweren Beben vom 25. April und 12. Mai über 250 kleinere Beben. Das zentralasiatische Land ist weiterhin auf Hilfe von außen angewiesen.

Interessierte, die Geld für die Nepalhilfe spenden wollen, können die Kontodaten beim Lionsclub Ahaus, oder im Sekretariat der Chirurgie im Marienkrankenhaus, Tel. 99 10 09, erfragen.

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