Ahauser Drogenkurier vor dem Landgericht

Prozessauftakt

Mit kiloweise Drogen im Kofferraum geriet ein 28-jähriger Ahauser nachts in eine Verkehrskontrolle. Als die Polizei ihn aufforderte, den Kofferraum zu öffnen, gab er Gas - und verunglückte kurz darauf. Dem Aufenthalt im Krankenhaus folgte nahtlos der Gang in die Untersuchungshaft. Seit Mittwoch wird dem Mann am Landgericht Münster der Prozess gemacht.

AHAUS

, 26.04.2017, 18:11 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Ahauser vor, knapp sieben Kilogramm Marihuana, etwa 280 Gramm Ecstasy, knapp 50 Gramm Kokain und gut einen Liter flüssiges Amphetamin transportiert zu haben.

Die Drogen stellten Polizeibeamte an der Unfallstelle am Naturwildpark Granat in Haltern-Lavesum im Umfeld der Trümmer sicher. Dort fanden sie auch einen Elektroschocker. Der Angeklagte räumte vor Gericht ein, dass der Taser ihm gehöre.

Zwei Anklagevorwürfe

Die Anklage umfasst zwei Punkte: Zum einen wird dem 28-Jährigen Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln vorgeworfen. Dieser Vorwurf bezieht sich auf einen Vorfall aus dem März vergangenen Jahres: Eine von der Justiz gesondert verfolgte Person soll laut Anklage zwei Kilogramm Amphetamine aus den Niederladen eingeführt haben.

Eine geplante Übergabe in Ahaus fand nicht statt. Der Angeklagte soll dann beauftragt worden sein, die Drogen dem Empfänger zu überbringen. Der Beihilfe bekannte er sich am Mittwoch schuldig.

500 Euro für Transport

Der zweiten Anklagevorwurf bezieht sich auf den eingangs geschilderten Fall vom November 2016 und lautet auf unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln. Diesen Vorwurf stritt der Angeklagte ab. Er sei auch in diesem Fall als Kurier tätig gewesen.

Für den Transport sollte er laut eigenen Angaben bei der Übergabe 500 Euro erhalten. Deshalb sei ihm auch klar gewesen, dass er Betäubungsmittel transportiere. Um welche Drogen und um welche Menge es sich handelte, habe er aber nicht gewusst, sagte der Angeklagte. Die Übergabe sollte an der Anschlussstelle Haltern-Lavesum an der Autobahn 43 stattfinden.

Aussage verweigert

Ein 26-jähriger Ahauser und eine 34-jährige Ahauserin, gegen die im Zusammenhang mit dem ersten Anklagepunkt (März 2016) ermittelt wird und die als Zeugen geladen waren, verweigerten die Aussage. Auch Chat-Verläufe aus Handys des Angeklagten brachten keine näheren Erkenntnisse. Die Verhandlung wird am Dienstag, 2. Mai, fortgesetzt.

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