Ahauser muss 15.000 Entschädigung zahlen

Urteil wegen Urkundenfälschung

Für einen 51-jährigen Ahauser ging das Verfahren wegen Urkundenfälschung in zwei Fällen vor dem Amtsgericht Ahaus verhältnismäßig glimpflich aus. Es wurde eingestellt gegen die Auflage, den Schaden in Höhe von 15 000 Euro der geschädigten Firma auszugleichen.

AHAUS

, 20.09.2016, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Angeklagte hatte im Herbst 2015 versucht, zuerst eine Pulverbeschichtungsanlage und danach eine Sandstrahlanlage mehrfach zu verkaufen. Beide Anlagen waren gebraucht und standen in Wiesbaden. Die Geschädigten kamen aus Vreden, Bremen, Norddeutschland und Wiesbaden. Strafanzeige hatte allerdings nur der Geschäftsführer einer Firma aus Bremen gestellt.

Nur noch Schrottwert

Er konnte als einziger Zeuge nachweisen, dass seine Firma Schaden erlitten hatte, da die versprochene Sandstrahlanlage nur Schrottwert hatte und unvollständig war. Im abgeschlossenen Kaufvertrag war die Vollständigkeit und die Funktionsfähigkeit der Anlage zugesichert worden. Die Zahlung der Firma an den Angeklagten war als Vorauszahlung bereits erfolgt.

Alle anderen sechs Zeugen, die in der rund dreistündigen Verhandlung zu Wort kamen, bezeichnete der Richter zum Schluss als „vermeintliche Geschädigte“, da sie weder Strafantrag gestellt hatten noch glaubhaft klarstellen konnten, dass sie tatsächlich einen Schaden erlitten hatten.

Dampfkessel fehlte

Ein Zeuge hatte 13.000 Euro für die Pulverbeschichtungsanlage vereinbart, aber nur 8000 Euro gezahlt. Er hatte einen Mittelsmann zur Besichtigung der Anlage geschickt, der ihm berichtete, dass die Anlage unvollständig sei. Es fehlte zum Beispiel der Dampfkessel.

Nachlieferung zugesichert

Der Angeklagte hätte zugesichert, dass die fehlenden Teile nachgeliefert würden, gab der Zeuge vor Gericht an. Strafanzeige hatte dieser Zeuge allerdings nicht gestellt, weshalb der Richter auch keinen Anlass für eine Entschädigung sah. Nur die Firma, deren Geschäftsführer Strafanzeige gestellt hatte, erhält die Entschädigung von 15.000 Euro, die in drei Monatsraten beglichen werden muss. 

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