Wegen Hamsterkäufen: Ahauser Supermärkte appellieren an Verstand und rationieren Klopapier

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Die Supermarkt-Ketten in Ahaus reagieren auf die Hamsterkäufe. Teilweise appellieren sie an den gesunden Menschenverstand, teilweise wird zum Beispiel das Kaufen von Klopapier rationiert.

Ahaus

, 20.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Foto auf der Facebook-Seite von Edeka Wilpers in Ahaus zeigt zwei Paletten, die bis oben hin voll bepackt sind mit Toilettenpapier. Vor vier Wochen hätte diesen Motiv wohl für Verwirrung gesorgt, mittlerweile ist die Botschaft aber auch ohne Bildunterschrift klar: Nachschub rollt an.

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Die sogenannten Hamsterkäufe haben in Zeiten der Corona-Krise dafür gesorgt, dass ausgerechnet Toilettenpapier zum umkämpftesten Gut in Deutschlands Supermärkten geworden ist. Dabei gibt es für das Horten keinen rationalen Grund.

Das bestätigen die Supermarkt-Ketten Lidl, K+K, Edeka und Aldi gegenüber unserer Redaktion unisono. „Ja, die Nachfrage ist gestiegen. Aber nein, die Nation muss demnächst nicht auf altes Zeitungspapier ausweichen“, sagt der Filialleiter eines Ahauser Supermarktes.

Gar kein Engpass - auch kein temporärer - entstünde seiner Meinung nach, wenn die Kunden sich in diesen Tagen an die so oft zitierte Solidarität halten und keine fünf Pakete Klopapier für einen Zwei-Personen-Haushalt in den Einkaufswagen packen würden.

Edeka Deutschland richtet eindringliche Worte an seine Kunden: „Wir müssen uns mehr denn je umeinander kümmern. Lasst uns respektvoll miteinander umgehen. Kauft nur die Mengen, die ihr wirklich (ver)braucht.“

Keine Engpässe bei der Warenanlieferung

Sebastian Klaas, bei K+K für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, gibt weitgehend Entwarnung: „Wir können momentan zum Glück die Information herausgeben, dass wir keine Engpässe bei der Warenanlieferung durch unsere Lieferanten haben.

Gelegentlich werden wenige Bestellungen in ihrer Menge gekürzt, da die Lieferanten selbst in der Produktion nicht hinterherkommen. Aber Ware bekommen wir, Stand heute, immer!“

Von der Aldi-Pressestelle gibt es eine ähnliche Antwort: „Die Versorgungssicherheit unserer Märkte und damit auch unserer Kunden ist insgesamt gewährleistet. Einkäufe größerer Mengen durch einzelne Kunden können dazu führen, dass Artikel zeitweise in den Märkten vergriffen sind.“

Die eigenen Kunden bittet Aldi, „bedarfsgerecht und in haushaltsüblichen Mengen“ einzukaufen. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen könne es teilweise zu Verzögerungen in der Logistik sowie der Warenanlieferung kommen.

Auch die Supermarkt-Kette Lidl verzeichnet in einigen Regionen und Filialen deutlich erhöhte Abverkäufe. Besonders Artikel aus dem Trockensortiment wie beispielsweise Konserven und Nudeln sowie aus dem Hygienebereich, zu denen das Toilettenpapier zählt, seien immer noch sehr nachgefragt.

„Deshalb kann es in vereinzelten Filialen aufgrund von Verzögerungen vorkommen, dass wir kurzzeitig nicht das gewohnte Sortiment anbieten“, schreibt die Lidl-Pressestelle.

Klare Ansage bei K+K-Märkten und DM

Eine Vorgabe zur Rationierung von besonders nachgefragten Produkten gibt es von Lidl Deutschland bisher nicht. Einige Filialen der Supermarkt-Kette haben allerdings selbst Schilder aufgestellt, in denen auf die „haushaltsüblichen Mengen“ verwiesen wird.

Deutlich klarere Ansagen gibt es bereits seit einigen Tagen beispielsweise bei den K+K-Märkten und DM-Filialen. Dort können die Kunden nur noch eine bestimmte Anzahl an Packungen von Toilettenpapier kaufen.

Einen ungewöhnlichen Appell richtete Edeka Wilpers Mitte der Woche über die sozialen Medien an seine Kunden. Auf Facebook forderte der Markt die Kunden dazu auf, wenn möglich nur noch mit EC- oder Kreditkarte zu bezahlen. Diese Maßnahme solle die Mitarbeiter vor dem Kontakt mit Bargeld schützen, das nicht selten Bakterien oder Viren übertrage.

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