Ahauser Tafel möchte Betrieb aufrechterhalten und bittet um Mithilfe

rnWeihnachtspäckchen-Aktion

Bundesweit schließen viele Tafeln ihre Türen. Und das, obwohl der Bedarf durch die Corona-Krise wächst. In Ahaus hat man sich anders entschieden. Nun hofft man auf Unterstützung.

Ahaus

, 09.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Im Frühjahr, als die Corona-Pandemie das Land für einige Wochen nahezu komplett stillstehen ließ, musste auch die Ahauser Tafel ihre Türen schließen. Keine einfache Zeit für die ehrenamtlichen Helfer und erst Recht nicht für die Bedürftigen, die auf die Hilfe in Form von Lebensmitteln angewiesen sind. „Wenn jemand in einer Notsituation steckte, konnte er uns natürlich trotzdem anrufen. Dann sind wir rausgefahren“, erklärt Johannes Lügering, Leiter der Ahauser Tafel.

Trotzdem beschloss er gemeinsam mit seinem Team, in Zukunft den Betrieb so lange wie möglich aufrechterhalten zu wollen – trotz Corona. „Der Bedarf ist derselbe wie vor der Pandemie. Er ist sogar eher noch gewachsen“, betont Lügering. Die wirtschaftlich schwierige Lage samt Kurzarbeit und Kündigungen habe dazu beigetragen, dass auch in der Region Existenzen auf dem Spiel stünden.

Ahauser Tafel gegen den Trend

Mit ihrer Entscheidung handelt die Ahauser Tafel gegen den Trend. Bundesweit haben viele Einrichtungen beschlossen, die Türen aus Gründen des Infektionsschutzes zu schließen. Auch in Vreden hat man in dieser Woche aus Vorsicht die Reißleine gezogen.

400 Päckchen gingen im vergangenen Jahr bei der Ahauser Tafel als Spende ein. Diese Zahl möchte man auch in diesem Jahr erreichen.

400 Päckchen gingen im vergangenen Jahr bei der Ahauser Tafel als Spende ein. Diese Zahl möchte man auch in diesem Jahr erreichen. © privat

Mathilde Fischer Vorsitzende des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF), der für die Tafel verantwortlich ist, erklärt: „Natürlich kann es eine Situation geben, wo wir um eine Schließung nicht mehr drumherum kommen. Bis dahin wollen wir aber mit zahlreichen Maßnahmen dafür sorgen, dass trotz laufenden Betriebs das Infektionsrisiko minimiert wird.“ Mittlerweile herrscht zum Beispiel auch im Außenbereich Maskenpflicht für Ehrenamtliche und Kunden.

Änderungen in den Abläufen

Auch an den Abläufen wurden Änderungen vorgenommen. „Früher haben wir die Kunden nur in zwei Gruppen aufgeteilt. Das hat dazu geführt, dass sich zu Stoßzeiten eine Traube vor der Tür gebildet hat. Um das zu vermeiden, gibt es nun vier Gruppen“, berichtet Johannes Lügering. Das neue Konzept werde von allen gut angenommen. „Das klappt hervorragend. Alle halten sich vorbildlich an die Regeln.“ Sollte sich die Corona-Lage weiter verschlechtern, gibt es die Option, alles in den Außenbereich zu verlegen.

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Sorge bereitet den Verantwortlichen vom SkF allerdings, dass in diesem Jahr viele Aktionen ausgefallen sind, die sonst zur Finanzierung der Tafel beitragen oder mit großen Lebensmittel-Spenden unmittelbar zur Versorgung beitragen. „Es ist alles auf Kante genäht. Wir können jeden Cent und jede Spende gut gebrauchen“, sagt Mathilde Fischer.

Der Engpass führt dazu, dass besonders haltbarer Lebensmittel immer knapper werden. „Unser eigentlich gut gefülltes Lager wurde im vergangenen halben Jahr so gut wie leer geräumt“, sagt Johannes Lügering. Bei den frischen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse schwanke es von Woche zu Woche. „Zum Winter hin gibt es immer einen leichten Knick.“

Weihnachtspäckchen-Aktion soll stattfinden

Trotz der teils widrigen Umstände sei es für ihn keine Option gewesen, die traditionelle Weihnachtspäckchen-Aktion ausfallen zu lassen. „Das wollten wir unter allen Umständen vermeiden.“ Und so hofft man auch in diesem Jahr auf fleißige Spender. Insgesamt möchte man jedem der 400 Tafel-Kunden zu Weihnachten ein gespendetes Geschenk unter den Weihnachtsbau legen können. Gesammelt wird in der Woche vom 7. bis 12. Dezember.

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„In den Päckchen können haltbare Lebensmittel wie Kaffee, Kakao, Gebäck, Süßigkeiten, Nudeln und Konserven, aber auch Drogerieartikel oder Spiel- und Malutensilien sein“, erklärt Daniela Uschok, Mitarbeiterin der Ahauser Tafel. Die Spenden sollten nach Möglichkeit in Päckchen oder Kartons verpackt werden. „Gerne kann ein weihnachtlicher Gruß – jedoch bitte ohne Absender – hinzugefügt werden“, sagt Uschok. Wegen der geringen Haltbarkeit sollten keinesfalls verderbliche Lebensmittel verpackt werden. Ebenso wenig Alkohol, Zigaretten, Medikamente oder gebrauchte Plüschtiere.

Die Mitarbeiterin der Tafel erklärt: „Schön und hilfreich wäre es, wenn die Päckchen mit Zettel versehen werden, damit wir wissen, an wen das Geschenk weitergereicht werden kann. Zum Beispiel reicht der Hinweis: Für eine Mutter mit zwei Kindern.“ Die weihnachtlichen Pakete werden beim SkF, Schloßstraße 16a, gesammelt, sortiert und zugeordnet. Die Ausgabe der rund 400 Päckchen erfolgt am Freitag, 18. Dezember. „Sollte coronabedingt die Ausgabe an der Tafel nicht möglich möglich sein, werden wir die Pakete persönlich ausliefern“, erklärt Johannes Lügering.

Info

  • Die Tafel sammelt Weihnachtspäckchen vom 7. bis 12. Dezember
  • Montag bis Samstag zwischen 9 und 12 Uhr sowie Montag und Donnerstag von 14 bis 17 Uhr
  • Wer unabhängig von der Aktion die Tafel unterstützen möchte, kann auch haltbare Lebensmittel oder Tankgutscheine für die Tafel-Fahrzeuge spenden
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