Alte und junge Meister

Ahaus Der Vater sieht in Picasso den größten Maler, der Sohn nennt "Rubens den Vater aller Malerei". In der Villa van Delden treffen jetzt die gegensätzlichen Bildwelten zweier Maler-generationen in einer bemerkenswerten Ausstellung zusammen.

31.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Antonio Máro (Vater) erblickte 1928 in Peru das Licht der Welt - und als Kind in einer Illustrierten ein abstraktes Gemälde des Bauhaus-Künstlers Willi Baumeister. "Kein Tisch, kein Pferd, nur Farben - und doch von einem Erwachsenen gemalt. Das hat mich fasziniert und nie wieder losgelassen." Seinen Wunsch, Maler zu werden, dämpften seine Eltern. Wie seine 13 Geschwister sollte er erst etwas "Anständiges" lernen. Und so studierte Máro ab 1950 Medizin in Tübingen - und nebenher Malerei in Stuttgart bei eben jenem Baumeister.

Seit über 40 Jahren arbeitet Máro mit Metallfarben und entwickelte mit der "Contraplano-Technik" seine eigene malerischer Handschrift. 1978 erhält Máro den Auftrag der Stadt Meinerzhagen zur Erstellung eines Ölbildes für die Stadthalle: Das größte Ölbild des 20. Jahrhunderts. Dieser Auftrag stellte ihn vor eine große Aufgabe, die er wie andere Kolossalgemälde mit seinem Sohn Rafael Ramírez löste. "Seit meinem zwölften Geburtstag war ich offizieller Assistent meines Vaters, aber eigentlich habe ich ihm auch schon vorher im Atelier zur Seite gestanden. Die Bilder seines Vaters seien ihm immer trotz ihrer fehlenden Gegenständlichkeit schon "extrem nah" gewesen. Doch sein bildnerisches "Aha-Erlebnis" erlebte er in der Kirche. "Von zuhause kannte ich ja nur abstrakte Bilder. Und jetzt sah ich plötzlich Figuren - und bald war Leonardo für mich der König der Könige." Ramírez studierte Malerei in Düsseldorf, Köln, Wien und Lüttich und machte sich die Portraitkünste alter Meister zu eigen, die verschleiert und verfremdet wieder in seinen Bildern auftauchen. gro

Eröffnung in der Villa van Delden Sa, 4. August, 11 Uhr; Colmar Schulte-Goltz führt in die Ausstel- lung ein, Prof. Alexander-Sergei Ramírez spielt klassische Gitarre. Öffnungszeiten: 4. August bis 2. September, Sa 14-18 Uhr, So 11-18 Uhr. www.antoniomaro.de

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