Am Katharinentag standen alle Räder still und die Breuers fangen an zu backen

Katharinentag

Am Ehrentag der heiligen Katharina (25. November) beginnt bei Breuers die Weihnachtsbäckerei. Zum Ehrentag der Schutzheiligen gab es viele Regeln.

von Marita Brinkmann-Theile

Ahaus

, 25.11.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Häusliche Plätzchenbäckerei bei Christin Breuers und ihrer Tochter Katharina

Häusliche Plätzchenbäckerei bei Christin Breuers und ihrer Tochter Katharina © Marita Brinkmann-Theile

Mit dem Ehrentag der Heiligen Katharina am morgigen Sonntag, 25. November, beginnt auch heute noch in vielen Familien das Backen von Plätzchen für Advent und Weihnachten. So auch bei Familie Breuers in Alstätte. „Seit Generationen wird den Kindern in der Zeit des nahenden Advents gesagt, dass die Engelchen beim Abendrot Plätzchen backen. Das hat sich mir ebenfalls eingeprägt und sich bei meinen Kindern Johannes und Katharina fortgesetzt“, erklärt Christin Breuers. Heute sind ihre Kinder zehn und acht Jahre alt. „Auch, wenn die backenden Engelchen nur noch Erinnerung sind, beginnen wir traditionell am Katharinentag mit dem vorweihnachtlichen Plätzchen-backen“, sagt Christin Breuers.

Eine fleißige Schülerin

Die achtjährige Katharina Breuers besucht natürlich die Katharinenschule und hat den Namen Katharina im Gedenken an ihre Urgroßmutter, Katharina Kernebeck, erhalten. „Ich mag meinen Namen und ich kenne auch die Geschichte der Heiligen Katharina sehr gut.“ Und auf die Frage, was sie an ihrer Namenspatronin besonders mag, äußert sie: „Dass sie so gut in der Schule war und immer viel gelernt hat.“

Obwohl die Heilige Katharina über ein großes Wissen verfügt haben soll, hatte Katharina mit dem Haushalt, der Küche oder gar dem Plätzchen backen der Legende nach so gar nichts zu tun. Sehr bekannt sind allerdings die „Thorner Kathrinchen“, die ihren Ursprung im polnischen Torun haben. Das ist eine weltbekannte Lebkuchen-Spezialität. Soweit bekannt, wurden sie früher nur im Kloster der Heiligen Katharina hergestellt und in Hungerszeiten von den Schwestern an die arme Bevölkerung verteilt.

Alle Räder mussten ruhen

Am Katharinentag mussten früher alle Räder ruhen, auch das Spinnrad, das Mühlrad, das Wagenrad und später auch das Fahrrad. Zudem endete an diesem Tag die Zeit des Viehs auf der Weide und begann die Schafschur. Die Bienenstöcke wurden endgültig unter Dach gebracht, Mägde und Knechte bekamen ihren Lohn ausgezahlt.

Ab dem Katharinentag durfte früher zur Vorbereitung auf Weihnachten nicht mehr getanzt werden, „Kathrein stellt den Tanz ein“, lautet eine alte Bauernregel. Deshalb tanzten die Menschen am Katharinentag noch einmal richtig wild, um diese vorläufig letzte Gelegenheit nicht ungenutzt vorübergehen zu lassen.

Zudem begann die Zeit der „Spinnstuben“, Treffen von Frauen, die sich mit Näh- und Strickarbeiten, Spinnen und Weben beschäftigten und dabei Geselligkeit pflegten, wobei natürlich auch kräftig getratscht wurde. Und natürlich gebacken, als Auftakt für die Weihnachtsbäckerei, wie bei Christin und Katharina Breuers in Alstätte.

Eine der populärsten Heiligen

Das Wichtigste zur Heiligen Katharina

  • Ob die Heilige Katharina von Alexandria tatsächlich gelebt hat, ist umstritten, was aber ihre Beliebtheit als eine der 14 Nothelfer nicht mindert. Sie ist eine der populärsten Heiligen .
  • Dennoch ist nichts, was sie betrifft, historisch belegt. Angeblich soll Katharina eine Christin aus königlichem Geblüt, geboren in Zypern, gewesen sein.
  • Ihr Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet „die Reine“. Der Überlieferung nach soll Katharina im 3. oder 4. Jahrhundert gelebt haben.
  • Der Legende nach wurde sie gefoltert und enthauptet. Aus ihrer Wunde floss statt Blut die reinste Milch.
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