„Am Schulzenbusch“ gibt es nicht nur für Nikoläuse große Portionen und zartes Fleisch

rnRestaurant-Check

Die Gaststätte „Am Schulzenbusch“ genießt als Kneipe schon lange einen guten Ruf. Seit einigen Jahren hat aber auch die Küche ihr Image ordentlich aufpoliert. Wir haben sie getestet.

Ahaus

, 14.12.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 4 min

Die Gaststätte „Am Schulzenbusch“ ist in Ahaus eine echte Institution. Die einen kommen für das Feierabendbierchen, die anderen für ein gemütliches Essen in uriger Atmosphäre. Am Nikolausabend entscheiden meine Freundin und ich uns für Letzteres. Feste Nahrung hatte ich hier zuvor nur einmal zu mir genommen: Beim Weihnachtsessen meiner Jahrgangsstufe vor genau zehn Jahren. Damals gab es große Schnitzelplatten zum Sattwerden.

Die Atmosphäre

Allgemein geht es am Schulzenbusch bodenständig zu. An den Tischen wird laut geredet und viel gelacht. Hausherr Antonius Schwartenbeck empfängt uns herzlich und bietet uns einen Platz im Wintergarten an: „Da ist es etwas ruhiger und gemütlicher.“

„Am Schulzenbusch“ gibt es nicht nur für Nikoläuse große Portionen und zartes Fleisch

Die Tische sind aktuell weihnachtlich eingedeckt. © Markus Gehring

Wer nach einem Schickimicki-Restaurant sucht, ist hier an der falschen Adresse. Die weihnachtlichen Servietten sind aus Papier, der Teelichthalter ist etwas in die Jahre gekommen. Für einen Donnerstagabend ist das Lokal gut gefüllt.

Die Speisekarte

Da am Nebentisch eine Familie gerade ihren Hauptgang serviert bekommt, dauert es einen Moment bis wir die Speisekarten erhalten. Ich bin aber sowieso schon auf der gesonderten Getränkekarte fündig geworden. Heißer Glühwein an einem kalten Wintertag soll es sein.

Kurz darauf kommt auch schon die Kellnerin an den Tisch, reicht uns die großen Speisekarten und nimmt ebenjenen Glühwein und eine Cola Light als Bestellung auf. Das alkoholische Heißgetränk wird dampfend in der gestiefelten Weihnachtsmann-Tasse mit kleinem Plätzchen und Zucker serviert.

Schon auf der ersten Seite der Speisekarte gibt es die erste positive Überraschung: Passend zur Saison werden verschiedene Wildgerichte angeboten. Auch die Entenbrust wird hier angepriesen. Im Vergleich zur Speisekarte auf der Homepage fehlen allerdings die Rinderrouladen, auf die ich im Vorfeld einen Blick geworfen hatte.

Die Vorspeise

Aufgrund der Außentemperaturen war für uns klar, dass die Vorspeise eine Suppen werden sollte. Zur Auswahl stehen neben der Rindfleisch-, Zwiebel-, und (vegetarischen) Tomatencremesuppe auch die saisonale Waldpilzsuppe. Als Vorspeise eigenen sich außerdem aus der Speisekarten-Kategorie „Kleinigkeiten“ die Reibeplätzchen mit Räucherlachs, der gebackene Camembert mit Preiselbeeren und die gebratenen Champignonköpfe mit Kochenschinkenstreifen.

Wir bleiben bei den Suppen. Meine Freundin nimmt die Waldpilz-, ich die Rindfleischsuppe. Eine Viertelstunde später bringt uns die Kellnerin zwei kleine, heiße Suppenteller an den Tisch. Die Einlage meiner Rindfleischsuppe ist reichlich: Eierstich, Blumenkohl, Klöße, Porree und Suppennudeln. Mein Geruchssinn täuscht mich nicht, sie schmeckt so kräftig wie sie riecht.

„Am Schulzenbusch“ gibt es nicht nur für Nikoläuse große Portionen und zartes Fleisch

Bei der Rindfleischsuppe wurde an der Einlage nicht gespart. © Johannes Schmittmann

Meine Freundin ist ebenfalls begeistert. Die Waldpilzsuppe wird mit frischen Kräutern und Sahne verfeinert, dennoch dominiert der Pilzgeschmack.

„Am Schulzenbusch“ gibt es nicht nur für Nikoläuse große Portionen und zartes Fleisch

Die Waldpilzsuppe wird mit Kräutern und Sahne verfeinert. © Johannes Schmittmann

Die Hauptspeise

Beim zweiten Gang fällt die Entscheidung weniger leicht als bei der Vorspeise. Ich schwanke lange zwischen dem Hirschgulasch und dem „Rumpsteak Feurich“. In Absprache mit meiner Begleitung, die sich frühzeitig auf Wild festgelegt hatte, nehme ich das Rindfleisch. Ein Wechsel von Kroketten auf Bratkartoffeln ist kein Problem.

Meine Freundin wählt den Wildschweinbraten und auch bei ihr ist der Wechsel der (gesamten) Beilagen kein Problem. Zur Hauptspeise bestellt sie ein Glas Rotwein (Dornfelder), ich nehme ein Weißbier, was beides prompt gebracht wird.

Etwas Geduld braucht es allerdings an diesem Abend, bis die Hauptgerichte serviert werden, was offenbar daran liegt, dass eine große Gruppe gerade den Festsaal „geentert“ hat. Doch das Warten sollte sich auszahlen. Kaum zu glauben, dass mein Rumpsteak wirklich nur 300 Gramm wiegen soll. Das riesige Stück Fleisch ist mit einer feinen Pfefferkruste versehen, was tatsächlich für eine feurige Note sorgt. Die dazu servierte Sauce ist mit eingelegten Pfefferkörnern verfeinert. An den (sehr reichlichen) Bratkaroffeln verbrenne ich mir den Mund, was mir deutlich lieber ist, als eine lauwarme Beilage.

„Am Schulzenbusch“ gibt es nicht nur für Nikoläuse große Portionen und zartes Fleisch

Das Rumpsteak "Feurich" war das Highlight des Abends. © Johannes Schmittmann

Auch bei meiner Freundin hat der Koch nicht an der Portion gespart. Gleich sechs (!) Stücke Wildschweinbraten zieren ihren Teller. Dazu gibt es frische, gebratene Champignons, Rotkohl und natürlich Knödel. Das Fleisch ist – genau wie mein perfekt gebratenenes Steak – zart und hat nur eine milde Wildnote.

„Am Schulzenbusch“ gibt es nicht nur für Nikoläuse große Portionen und zartes Fleisch

Die Portion Wildschweinbraten war riesig. Nicht im Bild: die ebenso reichlichen Beilagen, die separat gereicht wurden. © Johannes Schmittmann

Obwohl beide Hauptgerichte komplett überzeugen, müssen wir irgendwann passen. Die Portionen waren für uns einfach zu groß. Antonius Schwartenbeck schaut skeptisch auf die Teller, erkundigt sich, ob es nicht geschmeckt habe. Als wir das lachend verneinen, bietet er an, uns den Rest einzupacken. Das Angebot nehmen wir gerne an.

Das Dessert

Nachdem wir die Hauptspeise etwas sacken gelassen haben, möchten wir uns noch ein Dessert teilen. Zu verführerisch klingt das Haselnuss-Parfait. Mit der Bestellung bringen wir den Hausherren allerdings leicht in Verlegenheit: „Können wir machen, aber es kann etwas dauern. Wir müssen gerade 140 Nikoläuse inklusive ihrer Gehilfen im Festsaal versorgen.“ Das geht natürlich vor, weshalb wir unsere Bestellung zurückziehen.

Fazit

Hungrig nach Hause geht in der Gaststätte „Am Schulzenbusch“ niemand. Doch nicht nur die Quantität stimmt, sondern auch die Qualität. Die Suppen waren grundsolide, die Hauptspeise hervorragend. Und nicht nur von uns gab es Komplimente. Am Nebentisch sagte eine ältere Dame: „In zwei Wochen feiere ich hier meinen 75. Geburtstag. Nach diesem Abend und dem Essen freue ich mich doppelt so sehr darauf.“ Ein Lob, dem wir uns nur anschließen können. Außerdem positiv: die herzliche Art der Familie Schwartenbeck.

Die Preise

Wir zahlen für vier Getränke und zwei Gänge insgesamt 66 Euro. Die Getränkepreise liegen auf Kneipenniveau, die Speisen im Vergleich zu anderen Restaurants im Schnitt. Die 24,20 Euro für das Rumpsteak haben sich aber absolut gelohnt.

Kinderfreundlichkeit

Es gibt eine separate Kinderkarte mit verschiedenen Gerichten zu kleinen Preisen.

Barrierefreiheit

Das Restaurant „Am Schulzenbusch“ ist komplett barrierefrei.

Das sagt das Netz

4,4 von 5 Sternen vergeben die Google-User. Werner Schwiersch aus Düsseldorf kommentierte vor drei Monaten: „Wer etwas anderes vergibt als 5 Sterne, hat an allem etwas auszusetzen. Bedienung nett und freundlich, das Essen – vor allen Dingen die Pfeffersauce – war einfach Spitze. Leider haben wir das Lokal zu spät entdeckt.“

Anschrift und Öffnungszeiten

Heinz Horst GmbH

Inhaberin: Ingrid Schwartenbeck

Geschäftsführer: Antonius Schwartenbeck

Hof zum Ahaus 3

48683 Ahaus

Tel.: (02561) 97 15 35

E-Mail: info@am-schulzenbusch.de

Web: http://www.am-schulzenbusch.de

SO FUNKTIONIERT DER RESTAURANT-CHECK Wir gehen ohne Ankündigung in die jeweiligen Restaurants – als ganz normale, zahlende Gäste. Wir sind keine Gastro-Experten, sondern einfach Menschen, die gerne an schönen Orten essen. Wir beschreiben die Lokale so, wie wir über sie mit Freunden und Bekannten sprechen würden – mit ihren Schwächen und Stärken.
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