Anlieger wollen Leitplanke zurück

Eper Straße

Deutlich zu schnell fahrende Lastwagenfahrer, die ständig Leitpfosten abrasieren. Ein Radweg entlang der Eper Straße, der nur unter Gefahr zu benutzen ist. CDU-Ratsfrau Margret Enste berichtete am Mittwochabend in der Sitzung des Rates von einer äußerst gefährlichen Verkehrssituation an der Kreisstraße 20 in Höhe des Friedhofes. Wir haben für eine Bestandsaufnahme am Donnerstagvormittag mit Anliegern gesprochen.

GRAES

, 07.09.2017, 19:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass sich auf der Friedhofsmauer schon die abgerissenen Leitpfosten stapeln, wie Enste berichtete, davon war am Donnerstag nichts zu sehen. Aber immerhin vier beschädigte Exemplare lagen auf dem Boden und eines auf besagter Mauer.

„Nicht normal“

„Die Autofahrer sind hier viel zu schnell unterwegs“, berichtete einer der Anlieger. „Die flitzen um die Kurve, das ist nicht normal.“ Im vergangenen Jahr sei die Straße saniert worden. Der Kreis Borken als Straßenbaulastträger habe dabei die Leitplanke entlang des Friedhofes durch mehrere Leitpfosten ersetzt.

„Kurz danach ging’s los. Bei 20 abgefahrenen Pfosten habe ich aufgehört zu zählen“, erklärte der Mann, der ebenso wie seine Nachbarn namentlich nicht genannt werden wollte. „Früher war hier Tempo 70. Im Zuge der Sanierung hat der Kreis das Ortsschild weiter Richtung Epe versetzt. Jetzt ist hier Tempo 50, aber da hält sich fast keiner dran.“

Gefährliche Leitpfosten

Fast wöchentlich seien in den vergangenen Monaten Mitarbeiter des Kreises vor Ort gewesen, um die Leitpfosten wieder aufzusetzen. Ein weiterer Anlieger: „Leitpfosten sind gefährlich. Viel gefährlicher als die Leitplanke. Sie bringen keine Abgrenzung zum Fahrradweg.“ Der Kreis habe zudem bewusst auf den Plankenbau verzichtet.

„Die jetzt vorhandene Straßenrinne kann einfacher sauber gemacht werden.“ Ein dritter Anlieger berichtete von einem jüngst geschehenen Vorfall: „Ein Fußgänger lief auf Höhe des Friedhofs mit seinem Hund entlang. Da hat ein LKW einen Leitpfosten abgefahren. Das Ding ist bis an die Friedhofsmauer geklatscht. Der Fußgänger hätte auch am Kopf getroffen werden können.“ Ältere würden auf dem Radweg in Kurvenhöhe schon vor Schreck vom Rad springen, „so nahe kommen die Autos ihnen.“

Neue Markierung

Was alle drei Anlieger ebenso stört, ist die neue Mittellinie. Sie ist als „erhabene“ Markierung ausgeführt. Wenn Fahrzeuge darüber fahren, entsteht ein lautes Geräusch. „Autofahrer machen sich einen Spaß daraus, absichtlich über die Linie zu fahren. Wir sind vor allem nachts vom Lärm nur noch genervt.“

Die Anlieger wünschen sich den früheren Zustand zurück. „Eine einfache, durchgezogene Mittellinie und die Leitplanke. Das wär‘s.“ 

Stellungnahme des Kreises

Wir haben mit Karlheinz Gördes, dem Pressesprecher des Kreises Borken, am Donnerstag über die Verkehrssituation an der Eper Straße gesprochen und ihm dazu einige Fragen gestellt. 

Wie oft wurden in den vergangenen zwölf Monaten vom Kreis die Leitpfosten an der Eper Straße erneuert?

Karlheinz Gördes: Dort wurden des Öfteren Leitpfosten ausgetauscht, eine konkrete Zahl können wir nicht nennen. Beschädigt werden die Pfosten durch Autos, Lastwagen und landwirtschaftliche Fahrzeuge, die die Kurve schneiden. Auch Fälle von Vandalismus sind zu nennen.

Warum hat der Kreis das Ortsschild weiter in Richtung Epe versetzt und warum wurden statt der Leitplanken Leitpfosten gesetzt?

Karlheinz Gördes: Das Schild wurde versetzt, weil wir so die Geschwindigkeit aus der Kurve nehmen. Dort war vorher Tempo 70, jetzt ist dort die Geschwindigkeit auf 50 km/h herabgesetzt. Dass wir statt der Planken jetzt Leitpfosten aufgestellt haben, erleichtert die Unterhaltungsarbeiten. Eine Leitplanke setzt man vor allem als Absturzsicherung oder an Gewässern – nicht unbedingt an Radwegen. Die Planke stammt aus der Zeit, als die Eper Straße Bundesstraße war, wir haben sie ersetzt.

Warum wurde nicht wieder eine durchgehende Mittellinie gezogen, statt des Lärm verursachenden Nagelbetts?

Karlheinz Gördes: Es handelt sich um eine sogenannte Aufmerksamkeitslinie. Sie soll die Aufmerksamkeit der motorisierten Verkehrsteilnehmer erhöhen und vermeiden, dass sie überfahren und die Kurve geschnitten wird.

Ortstermin

Der Kreis Borken wird Ende September an der Eper Straße zu einem Ortstermin einladen. Das erklärte Karlheinz Gördes, Pressesprecher des Kreises, auf Anfrage unserer Redaktion. Die Teilnehmer: die Stadt Ahaus, das Straßenverkehrsamt und die Polizei.

Ob es danach zu Änderungen kommen wird? Gördes dazu: „Wir müssen diskutieren, ob es Sinn macht, Änderungen vorzunehmen. Dazu gehört, dass wir uns auch die Unfallstatistik ansehen.“ Der Bereich sei bislang kein Unfallschwerpunkt.

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