Anwohner übt Kritik am Zebrastreifen

Nach Unfall

An der Coesfelder Straße rollt der Verkehr am Montagmorgen wieder ganz normal. Der Regen hat die Markierungen des schweren Unfalls vom Freitagmorgen fast wieder weggewaschen. Ein neunjähriges Mädchen war dort mitten auf dem Zebrastreifen von einer Autofahrerin angefahren und lebensgefährlich verletzt worden. Die Diskussion über die Sicherheit des Übergangs ebbt nicht ab.

AHAUS

, 23.05.2016, 18:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Norbert Scheid ist die Ecke hoch gefährlich. Seit über 25 Jahren wohnt der 77-Jährige direkt an der Einmündung der Tückingstraße. Vom Frühstückstisch aus hat er den direkten Blick auf den Fußgängerüberweg und die Einmündungen der Straßen. Regelmäßig beobachtet er dort, wie es beinahe zu Unfällen kommt. Spätestens wenn sich Fahrzeuge in der Engstelle direkt am Zebrastreifen begegnen, würde es kritisch: "Da weichen dann schon mal Lastwagen auf den Radweg aus", sagt er.

Zusätzlich zu der Engstelle kämen die Einmündungen aus Tückingstraße und Nahkamp sowie der Radweg, der stadtauswärts in Höhe des Zebrastreifens auf die Straße geführt wird. Dass dort nicht mehr passiert, sei purer Zufall, so der Anwohner. Für ihn ist klar, dass zumindest die Einengung aufgehoben werden muss. Das würde die Straße schon sicherer machen, sagt er. Andere Anwohner fordern an der Stelle eine Fußgängerampel.

Freie Sicht

So viel zum Gefühl der Anwohner. Ob die geforderten Änderungen jedoch Einfluss auf das Unfallgeschehen gehabt hätten, bleibt Spekulation: Die Polizei hatte bereits am Freitag erklärt, dass die Autofahrerin freie Sicht auf den Zebrastreifen gehabt habe. Sie hätte das Kind sehen müssen. Eine Ampel ist dort jedenfalls nicht vorgesehen. Dafür gab und gibt es laut Stadtverwaltung und Polizei keinen Anlass. Dort sei alles Nötige zur Verkehrsberuhigung getan. Die Regelungen seien eindeutig.

Gestern Morgen, am ersten Schultag nach dem schweren Unglück, haben sich Eltern spontan als Verkehrslotsen an dem Übergang postiert. Oda Voerste, Rektorin der Aabachschule, begrüßt diese Initiative. "Wir haben heute Morgen an der Schule schon darüber gesprochen, dass wir den Lotsendienst nach Möglichkeit ab dem nächsten Schuljahr fest einrichten wollen", sagt sie im Gespräch mit der Münsterland Zeitung.

Fußgängerüberweg

Auch mit Stadt und Polizei sei sie deswegen in Kontakt. Laut den Vorgaben handele es sich bei dem Fußgängerüberweg aber nicht um eine gefährliche Stelle. Auch wenn sie von Seiten der Eltern schon davon gehört habe, dass es dort - gerade zu den Stoßzeiten morgens früh - gefährlich und unübersichtlich sei.

Im Vordergrund stehe nun aber erst einmal die Bewältigung des Schocks vom Freitag: Die Schüler der Aabachschule seien sehr betroffen. "Wir betreuen sie in den Klassen und beobachten sie dort genau, damit wir im Zweifel Fragen beantworten können", sagt sie. Natürlich liege ein Schatten über der Schule, das Beste sei aber nun der normale Schulalltag: "Wir können den Kindern so Vertrautes bieten, deswegen läuft der Unterricht, soweit es geht, normal weiter." Schüler, Lehrer und Eltern hoffen, dass die verletzte Schülerin bald wieder am Unterricht teilnehmen kann. Über den gesundheitlichen Zustand des Mädchens gab es gestern keine Auskunft.

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