ARD nimmt Karte zu Hygienestandards aus dem Netz

Ahauser St. Marienkrankenhaus

Das Ahauser St. Marienkrankenhaus gehört nun doch nicht zu den Krankenhäusern, die die Hygieneempfehlungen des Robert-Koch-Instituts nicht beachten. Nach massiver Kritik aus mehreren Krankenhäusern haben das ARD-Magazin Plusminus und das Recherchezentrum Correctiv die entsprechenden Grafiken inzwischen zurückgenommen. Man beruft sich dort auf unvollständige Daten.

AHAUS

, 19.01.2017, 18:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Karte war das Ahauser Krankenhaus als eines der Häuser dargestellt worden, die Vorgaben nicht erfüllten. Es sollte zum Beispiel nicht genügend Fachpersonal für den Bereich Hygiene beschäftigen. Krankenhaus-Pressesprecher Tobias Rodig hatte diese Veröffentlichung vor einer Woche kritisiert und angekündigt, mit der Recherchegruppe Kontakt aufzunehmen. Das ist passiert – mit Erfolg: Inzwischen wurde die interaktive Karte im Internet gelöscht. Auch der Fernsehbeitrag der ARD, der auf den Daten beruhte, wird über die Mediathek des Senders nicht mehr weiter verbreitet.

Von der ARD heißt es dazu, dass es nach der Berichterstattung mehrere Hinweise auf Widersprüche in dem Datenmaterial gegeben habe. Unter anderem beruhten die auf technischen Schwierigkeiten bei der Datenübermittlung an den Gemeinsamen Bundesausschuss, dem obersten Beschlussgremium der Krankenhäuser in Deutschland. Auch sei es durch Verordnungen auf Landesebene zu Missverständnissen in der Datenauswertung gekommen. Das hatte Tobias Rodig so ebenfalls bereits vor einer Woche erklärt: Demnach hätten die Hygiene-Beauftragten im Qualitätsbericht an den Bundesausschuss gar nicht angegeben werden müssen. Auch seien die Daten veraltet, schließlich stammen sie aus 2014. ARD und Correctiv bedauern, „dass es in Einzelfällen zu missverständlichen Angaben kam.“

"Schlecht recherchierte Daten"

Ein Bedauern, dass Tobias Rodig teilt: „Es ist traurig, dass das Kind nun im Brunnen liegt“, sagte er am Donnerstag gegenüber unserer Redaktion. „Hier wurden mit schlecht recherchierten Daten Ängste ausgelöst und die vielfältigen Anstrengungen unserer Krankenhäuser im Bereich der Hygiene, die im Klinikum Westmünsterland deutlich über die gesetzlichen Vorgaben hinaus gehen, ausgeblendet.“

Die Berichterstattung habe weder zu mehr Sicherheit noch zu mehr Vertrauen oder Transparenz geführt, so Tobias Rodig weiter. Auch wenn die Intention der Berichterstattung insgesamt richtig sei. Mit der Löschung der Karte im Internet sei nun das erreicht, was man erreichen könne. „Und was wir uns erhofft haben“, erklärte Tobias Rodig. Weitere Schritte – etwa juristischer Art – werde das Krankenhaus nun nicht einleiten. „Die Sache ist für uns nun erledigt“, sagte der Pressesprecher.

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