Asylbewerber: Desolate Zustände in Übergangsunterkunft

Baumschulweg

Kaputte Fenster und Fliesen, Schimmel, in den Fluren stinkt es streckenweise sogar nach Urin. Die Zustände in der Übergangsunterkunft für Asylbewerber am Baumschulweg sind desolat. 2015 soll sich das ändern.

AHAUS

, 26.08.2014, 19:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Asylbewerber: Desolate Zustände in Übergangsunterkunft

Mira Urosevic (l.) wohnt mit ihren drei Kindern seit drei Monaten auf etwa neun Quadratmetern in der Flüchtlingsunterkunft am Baumschulweg. Violeta Vujcic (r.) wohnt ein paar Zimmer weiter - auf ähnlich kleiner Fläche, ebenfalls mit drei Kindern.

So wie Mira Urosevic. Die 44-jährige Mutter von drei Kindern ist vor drei Monaten nach Deutschland gekommen. Als Mitglied der Roma, einer ethnischen Minderheit, habe sie in ihrer Heimat Serbien keine Zukunft für sich und ihre Familie gesehen und beantragte Asyl in Deutschland. Über eine Auffangstation in Dortmund kam sie Anfang Mai nach Ahaus. In der Übergangsunterkunft lebt sie mit ihren Kindern auf knapp neun Quadratmetern. Zwei Matratzen, ein Tisch, etwas Spielzeug für die Kinder, ein paar Kleidungsstücke – das war‘s. „Aber alles ist besser als Serbien. Hier fühle ich mich wenigstens sicher“, lässt sie von Violeta Vujcic übersetzen.

Auch Vujcic floh im Mai aus Serbien weil sie dort verfolgt wurde. „Als Roma wird man dort nicht akzeptiert. Man lebt am Rand der Gesellschaft“, sagt sie in gebrochenem Deutsch, während sie in dem engen Zimmer auf einer Matratze sitzt. Sie war schon 1999 in Deutschland – während des Kosovokonflikts. Damals wurde sie abgeschoben. Jetzt hat sie wieder Asyl beantragt. Ihre Kinder besuchen die Franziskusschule. Sie will in Deutschland bleiben. Wenn sie sich etwas wünschen könnte, würde sie nur ihr Umfeld verbessern wollen. „Wir sind hier mit unseren Kindern zwischen Männern untergebracht“, sagt sie. Rundherum würden nur allein stehende Männer leben. Das sorge oft genug für Probleme. Auch der Dreck und die kaputte Einrichtung macht ihr Sorgen. Ihre Sicherheit ist ihr aber wichtiger. Deswegen versucht sie so gut es geht mit den Umständen zu leben.

Die Verwaltung weiß um die schlimmen Zustände in der Unterkunft. „Trotz allergrößter Anstrengungen, die Bedingungen laufend so erträglich wie möglich zu gestalten, gibt es inzwischen gravierende Mängel am Bestand“, so Christoph Almering, Sprecher der Stadt Ahaus. Er spricht aber auch von ständigem Vandalismus in der Unterkunft. Und auch durch ständige Umbauten und Anpassungen an verschiedene Flüchtlingsgruppen sei das Gebäude schlicht nicht mehr in besserem Zustand zu halten. Deswegen soll bis Mitte 2015 eine neue Unterkunft gebaut und bezogen werden. So lange muss der Komplex am Baumschulweg noch genutzt werden. Einige Ausbesserungen seien dort schlicht nicht mehr möglich, heißt es im Rathaus. Bis die neue Unterkunft fertig ist, sollen aber alle noch möglichen Reparaturen umgesetzt werden, „um die Situation für die Bewohner so erträglich wie möglich zu gestalten“, so Almering. Mira Urosevic und Violeta Vujcic hoffen, dass sie schon eher eine bessere Unterkunft bekommen.  

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