Auch für Jäger eine Adresse

KFZ-Zulassungsstelle

„Eine Stunde...“ hat die Redaktion der Münsterland Zeitung ihre Sommerserie genannt. Dabei besucht ein Redaktionsmitglied einen Ort oder einen Menschen und beobachtet, was in 60 Minuten in seinem Umfeld passiert. Christiane Hildebrand-Stubbe hat sich am Donnerstag eine Stunde in der KFZ-Zulassungsstelle umgesehen.

Ahaus

, 27.08.2017, 18:11 Uhr / Lesedauer: 3 min

Norbert Schabbing und einige Kollegen sind seit kurz nach 7 Uhr da. In der KFZ-Zulassungsstelle an der Bahnhofstraße haben sie schon vor dem Start Vorbereitungen für den Arbeitstag getroffen. Um 7.30 Uhr öffnet sich die Tür für die Kunden. Jetzt ist es 10.30 Uhr, und der Leiter und sein Team haben schon gut was geschafft.

Was man nämlich hinter dem Straßenverkehrsamt, Nebenstelle Ahaus, wie der korrekte Name lautet, nicht vermuten könnte: Hier werden nicht nur Fahrzeuge an- oder abgemeldet. Die Zulassungsstelle ist auch Anlaufstelle für alle Vorgänge rund um den Führerschein, nimmt die Bestellung von Zollkennzeichen und Umweltplaketten sowie Anträge auf Fahrerkarten auf, sogar für Ausstellen und Verlängerung von Jagdscheinen ist hier die richtige Adresse.

Freie Plätze im Wartebereich

An diesem Donnerstagmorgen ist es erstaunlich ruhig, wie die Mitarbeiter sagen. Keine Schlange vor den beiden Infoschaltern, im Wartebereich gibt es noch etliche freie Plätze. Schabbing: „Es befinden sich zurzeit nur zwei Kunden in der Warteschleife.“

Und die sind mit ihrem Anliegen schon kurz vor dem Ziel. Bereits an den Infoschaltern hat man geprüft, ob alle notwendigen Papiere vorliegen. Die Wartezeiten sollen nämlich auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt werden. Dazu hat man auch die Terminvergabe im Internet eingerichtet. In einem Bereich von zwei Stunden sind dort täglich viertelstündlich Kapazitäten abrufbar.

Aber auch Carolin Neukirchner aus Epe hat nicht lange warten müssen: „Bestenfalls eine Viertelstunde.“ Die 21-Jährige wurde von ihrem Opa Horst Neukirchner hierher kutschiert, um ihr neues Auto zuzulassen. Ein Twingo und bereits der zweite Wagen der 21-Jährigen.

Regelmäßiger Besuch von privatem Zulassungsdienst

Maria Reid ist für den privaten Zulassungsdienst AJV in Gronau fast täglich in der Ahauser Zulassungsstelle. Heute begleitet sie eine Niederländerin und regelt die Dinge mit Mitarbeiterin Lisa Mönning. Das ist nicht ungewöhnlich. In diesem Fall aber muss das Fahrzeug vorgeführt werden, um die Übereinstimmung mit den Papieren zu überprüfen.

Solche Zulassungsdienste nehmen laut Norbert Schabbing zu, immer öfter übernehmen Autohäuser und Fahrschulen die Formalitäten für ihre Kunden. Nur bei den Angelegenheiten rund um den Führerschein sind die Antragsteller fast alle persönlich anwesend.

16-Jähriger Antrag für "Begleitetes Fahren mit 17"

So wie Max Grau. Der 16-Jährige hat gerade die ersten Theoriestunden hinter sich und stellt einen Antrag auf eine Fahrerlaubnis „Begleitetes Fahren mit 17“. Der frühe Zeitpunkt, sechs Monate vor seinem 17. Geburtstag, sei ganz normal, sagt Mechthild Kleinfeld. In der Regel kümmert sie sich um Führerschein-Belange, übernimmt aber bei Bedarf auch andere Aufgaben wie alle ihre Kollegen.

Max Graus Antrag aber wird zusammen mit den erforderlichen Unterlagen nicht in Ahaus bearbeitet, sondern an den Kreis Borken weitergeleitet. Der entscheidet dann über die Zulassung zur Fahrprüfung. Die vorläufige Fahrerlaubnis nach bestandener Prüfung kann dann wieder vor Ort ausgegeben werden. Mechthild Kleinfeld: „Das sind diese tollen Momente, wenn sie nach bestandener Prüfung hier auftauchen und strahlen.“

Ahauser lässt Jagdschein verlängern

An der digitalen Anzeigetafel – für die Wartenden der Hinweis, dass jetzt ein Mitarbeiterplatz für sie frei ist – erscheint der Name von Friedhelm Gesing. Der Ahauser, der seit 13 Jahren Inhaber eines Jagdscheines ist, will selbigen verlängern – um die maximale Dauer von drei Jahren. Nach dem Ausfüllen eines Antrags wird er, wie übrigens alle Kunden, erst mal zur Kasse gebeten. 200 Euro werden für die Verlängerung fällig. Gesing aber sieht sich in der Pflicht, peinlich auf die Gültigkeit des Scheins zu achten: „Alles andere wäre wie Fahren ohne Führerschein.“

Die Wartezone hat sich nun gefüllt. Und dieses Bild täuscht: Auch Sachbearbeiter ohne ständigen Kundenkontakt haben einen umfangreichen Aufgabenkatalog. Wie an diesem Tag die Vorbereitung für einen Großkunden, für den 35 Fahrzeuge zugelassen werden sollen. Im Jahr sind es rund 5000. Und schon im Vorfeld wird in der Zulassungsstelle Ahaus für Großkunden alles soweit vorbereitet, dass letztlich einem Kurier alle Papiere an die Hand gegeben werden können.  

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt