Aus Eifersucht Bewährung verspielt

Prozess am Amtsgericht

Drogen, Eifersucht und eine längere strafrechtliche Vorgeschichte waren der Auslöser dafür, dass ein 25-jähriger Heeker für vier Monate ins Gefängnis muss. Eine laufende Bewährungsstrafe ist zudem gefährdet.

AHAUS/HEEK

, 11.10.2017 / Lesedauer: 3 min

Der Vorfall, der am Dienstag vor dem Amtsgericht Ahaus verhandelt wurde, ereignete sich im März dieses Jahres auf einem Parkplatz eines Discounters. Als der angeklagte Kevin L., der sich im Auto zusammen mit seinem Bruder und seiner Freundin befand, einen 27-jährigen Nebenbuhler erblickte, stürmte er aus dem Wagen. Er ging auf den Mann zu, schlug ihm ins Gesicht. Und er drohte ihm „alle Knochen zu brechen“, wenn er seine Freundin nicht in Ruhe ließe.

Die Folge: Prellungen an der rechten Kopfseite, zwei Tage lang Kopfschmerzen. Die Anklage: Körperverletzung und versuchte Nötigung. Vor Gericht deckten sich die Angaben von Angeklagtem und Opfer weitgehend. Außerdem entschuldigte sich der 25-Jährige, wie auch schon zuvor telefonisch, noch mal vor dem Richter. Gleichzeitig berichtete der Mann, der zurzeit ohne Arbeit ist und keinen Schulabschluss hat, von seinem ständigen Drogenkonsum – auch am Tattag – und von einer Vorgeschichte.

Beleidigung am Telefon

So habe ihn sein „Kontrahent“, zu dem die junge Frau wie auch zu ihm eine „On-off-Beziehung“ unterhalten habe, einige Tage vor der Tat am Telefon beleidigt und als „Hurensohn“ beschimpft. Als er ihn dort am Parkplatz gesehen habe, sei „er einfach in Rage gewesen“, „habe Rot gesehen“. Bei der Verhandlung zeigte er sich, auch nach Auffassung von Richter und Staatsanwältin einsichtig bezüglich seines Fehlverhaltens: „Ich brauche eine Therapie.“

Dass der Drogenkonsum – von Kokain, Marihuana bis zu Amphetaminen – das Kernproblem des jungen Mannes ist, machte auch sein Bewährungshelfer am Dienstag deutlich. Kevin L. hat nämlich bereits eine längere auffällige Vergangenheit: Besitz von Drogen, Urkundenfälschung, Fahren ohne Fahrerlaubnis und letztlich eine Verurteilung zu einer dreijährigen Bewährungsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung im August 2016. Auch damals war die junge Frau, wegen derer es jetzt zum Streit kam, der Auslöser.

Termine geplatzt

Von einem „unregelmäßigen Verlauf der Bewährung“ sprach der Bewährungshelfer und auch von immer wieder geplatzten Terminen. Seine Einschätzung: „Wenn das Thema Drogen nicht angegangen wird, gibt es keine günstige Perspektive.“ Als strafverschärfend wertete die Staatsanwältin die Tat innerhalb der laufenden Bewährungszeit, als strafmildernd Entschuldigung und Einsicht des Angeklagten. Offenbar aber habe er die letzte Strafe nicht als Mahnung verstanden. Ihre Forderung: vier Monate ohne Bewährung.

Dem, wie auch der inhaltlichen Wertung der Staatsanwältin, folgte auch der Richter bei seinem Urteil. Festzustellen sei immer wieder „dieselbe Schiene“ bei dem Angeklagten, mit dem er selbst ja schon länger, nämlich seit 2014, zu tun habe: „Sie müssen merken, dass das hier nicht nur leere Worte sind, sondern Sie auch die Konsequenzen zu tragen haben.“ Ein Urteil, auf das die Mutter mit Tränen, der 25-Jährige mit deutlicher Betroffenheit reagierten.

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