Diese Bänke könnten in Ahaus künftig Menschenleben retten

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Sie heißen „SOS-Bänke“ und können im Notfall Leben retten, das geschieht mithilfe von GPS-Daten, die bei der Kreisleitstelle hinterlegt sind. Wir haben Fragen und Antworten zum Projekt.

Ahaus

, 15.10.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es gibt sie schon auf Bänken in einem Waldgebiet in Attendorn oder auf Bänken am Strand von Borkum – kleine Plaketten, die Leben retten können. In Ahaus dauert es noch ein wenig, bis die sogenannten SOS-Schilder ihre Wirksamkeit entfalten können.

Im Dezember 2016 schob die CDU-Fraktion das Projekt an. Die Christdemokraten regten an, Ruhebänke im gesamten Stadtgebiet mit einem „Notrufschild“ zu versehen. Daraus entstand das Leader-Projekt „SOS-Bänke – sicher wandern in AHL“ (Ahaus, Heek, Legden).

Im Dezember 2018, zwei Jahre nach dem ersten Antrag, beschloss der Rat, sich am Vorhaben zu beteiligen. Wir haben Fragen und Antworten zum Stand der Dinge im Oktober 2019 zusammengefasst.

? Wie viele SOS-Bänke werden aufgestellt und was kostet das Projekt?

In Ahaus, Heek und Legden werden insgesamt 160 Bänke aufgestellt. Jede Bank kostet 520,63 Euro, das macht zusammen 83.300,80 Euro. Die Schilder – insgesamt 1200 Stück – kosten zusammen 4012,68 Euro. Für das Marketing sollen 811,50 Euro ausgegeben werden. Die Leader-Förderung beläuft sich auf 65 Prozent, die Kommunen tragen 35 Prozent. Ahaus trägt den Großteil der Summe: 19,494,89 Euro.

? Wie weit ist das Leader-Projekt in Ahaus?

„Die Bänke sind für den Bereich Ahaus alle aufgestellt“, hieß es dazu am Dienstag von der Pressestelle der Stadt. „Zurzeit befinden wir uns in der Vorbereitung, um die entsprechenden Schilder an den Bänken zu befestigen“, teilte Stefan Hilbring mit.

? Was sind SOS-Bänke?

Dazu ein Beispiel: Es gibt Bauerschaften ohne klare Straßennamen oder es ist weit und breit keine Landmarke in Sicht, an der man sich orientieren könnte. Tritt ein Notfall ein, geht wertvolle Zeit verloren, weil man dem Rettungsdienst die genaue Position nicht beschreiben kann.

Damit Rettungskräfte schnellstmöglich zum Notfallopfer gelangen, wird in der Leader-Region Ahaus-Heek-Legden ein SOS-Bänke-System aufgebaut. Dabei werden an Bänken oder anderen Sitzgelegenheiten SOS-Schilder angebracht, die mit Informationen versehen sind.

Im Falle eines Notrufes soll die auf dem Schild abzulesende Standortbezeichnung durchgegeben werden, zum Beispiel „AHL 049-A“.

? Wozu dient die Kennung auf den Schildern?

Diese „Anfahrpunkte für Rettungsfahrzeuge“ sind durchnummeriert und mit exakten Standort-Koordinaten verknüpft. Das heißt im Ernstfall: Wer einen medizinischen Notfall erleidet und einen Rettungsdienst braucht, muss der Kreisleitstelle in Borken nur die Banknummer durchgeben.

Anhand der GPS-Koordinaten kann die Leitstelle den Notarzt oder Krankentransportwagen zur exakten Stelle schicken.

? An welchen markanten Punkten in Ahaus wurden Bänke aufgestellt?

Stefan Hilbring nennt den Schützenplatz Ammeln, das Witte Venn Gerwinghook, das Freibad Alstätte, den Löschteich Graeser Brook, die Schutzhütte Brink, die Marienkapelle Lüntener Straße, die Wacholderheide Hörsteloe, den Kreuzweg Martinistraße, den Schweinesee Ottensteiner Weg, Grewing Busch Sabstätte und die Obstwiese Kalkbruch.

? Wie viele Bänke gibt es in Ahaus?

Eine Bestandsaufnahme der Stadt kam auf rund 300 Ruhesitzbänke im gesamten Ahauser Gebiet, davon 100 im Innenbereich und 200 im Außenbereich.

? Wie nachhaltig ist das Projekt?

Die Bänke und Schilder sollen regelmäßig von Vereinen/Paten kontrolliert und gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit den Kommunen gewartet werden. Prognostiziert wird eine „mittlere Lebensdauer“ der Schilder von etwa fünf bis sieben Jahren, je nach Witterungseinfluss.

? Laut der Projektskizze benötigt die Stadt Ahaus für 100 Bänke über 1000 Schilder, warum so viele?

In Ahaus sollen nicht nur die „geförderten Bänke“ mit Notfallschildern versehen werden, antwortet Stefan Hilbring. Auch alle vorhandenen städtischen Bänke erhalten eine Plakette.

Zudem habe es Anfragen von Privatpersonen gegeben, Bänke auf ihren öffentlich zugänglichen Grundstücken ebenfalls mit den Schildern zu versehen.

? Wie soll die Bevölkerung auf die SOS-Bänke aufmerksam werden?

Antwort der Stadt: Nach Abschluss des Projektes soll eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit erfolgen. Verantwortlich ist das Regionalmanagement der Leader-Region mit Sitz in Münster.

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