Baum soll für Bypass weichen

Planung für Innenstadttangente

Die Innenstadt soll sich verändern. Die Wallstraße soll beruhigt werden, dafür soll die neue Straße Stadtwall zusammen mit dem Beckers Brink so ausgebaut werden, dass sie als neue Innenstadt-Tangente funktioniert. Die Pläne wurden am Mittwoch jetzt im Planungsausschuss diskutiert. Einstimmige Zustimmung gab es jedoch nicht.

Ahaus

, 22.09.2016, 18:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Baum soll für Bypass weichen

Mit dem Ausbau des Stadtwalls sollen nicht nur die Häuser dort erschlossen, sondern auch die Wallstraße vom Verkehr entlastet werden.

In zwei Abschnitten soll die Straße ausgebaut werden. Zunächst der Abschnitt zwischen Schlossstraße und Beckers Brink. Zwischen den neuen Wohn- und Geschäftshäusern soll eine sechs Meter breite Straße nebst beidseitigen Geh- und Radwegen sowie Parkplätzen gebaut werden. Dafür ist auf dem Stück zwischen Beckers Brink und der Straße Zum Rotering kein Platz. Dort wird es nur einen Bürgersteig auf einer Seite geben. Dennoch muss die Stadt für den Ausbau das Grundstück an der Ecke Beckers Brink/Zum Rotering kaufen. Dort soll die Straße nämlich ausgeweitet werden, damit dort Platz für zwei Abbiegespuren und die Spur für den Gegenverkehr ist. Der erste Bauabschnitt soll noch in diesem Jahr beginnen. Er könnte Mitte 2017 fertig sein.

Es kann bis 2020 dauern

Bis alles fertig ist, kann es bis 2020 dauern. So weit greift zumindest die Planung der Stadt. Der Ausschussvorsitzende Andreas Dönnebrink zeigte sich davon überrascht: "Als ich die Jahreszahl gelesen habe, war ich direkt erschrocken", sagte er. "Und ich habe mich gefragt, ob ich so mutig sein und 2020 schreiben soll", hielt Richard Bömer vom Fachbereich Tiefbau der Stadt dagegen. Schließlich sei der Grunderwerb noch nicht geklärt. Baudezernent Georg Beckmann versuchte zu beruhigen: "Es ist angedacht, dass 2018 alles fertig ist", sagte er. 2020 sei lediglich ein Puffer.

Schwierige Verhandlungen

Doch auch Franz Benölken (CDU) stieß ins gleiche Horn wie Andreas Dönnebrink: "Die Planungen sind doch seit Jahren bekannt. Warum reden wir jetzt noch über Grunderwerb?", fragte er. Es seien eben lange und schwierige Verhandlungen gewesen, entgegnete Baudezernent Georg Beckmann. "Die laufen schon seit längerer Zeit. Es stellt sich inzwischen besser dar", erklärte er.

Verkehrsberuhigung

Andreas Beckers (UWG) forderte, den prägenden Baum am Beckers Brink zu erhalten. "Nicht nur wegen des Baums, sondern auch, weil so der Verkehr in der Straße beruhigt werden könnte", sagte er. Eine Verkehrsberuhigung hatte Christian Rudde (CDU) mit Blick auf den nahen Kindergarten befürwortet. Und auch Ludwig Niestegge (SPD) forderte das Tempolimit - wegen des Baums und wegen der Sicherheit. Der Vorschlag stieß jedoch auf wenig Gegenliebe: "Die Straße ist zur Entlastung der Innenstadt gedacht. Sie wird nur akzeptiert, wenn sie attraktiver für den Autoverkehr ist als die Wallstraße", so Georg Beckmann. Das hatte zuvor auch Thomas Vortkamp so gesehen: "Tempo 50 in der Innenstadt ist kein Teufelswerk", hatte der CDU-Fraktionsvorsitzende erklärt.

Die breite Mehrheit stimmte für die Planungen. Ludwig Niestegge und Andreas Beckers stimmten gegen den Plan, Hermann-Josef Haveloh (WGW) enthielt sich.

 

 

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