Baustelle kostet Nerven

Fuistingstraße/Hessenweg

"Bald können wir hier Einjähriges feiern", sagt Sylvia Stegemann-Robers vom Friseurteam Andrea an der Fuistingstraße 7. "Ein Jahr Baustelle vor der Haustür." Das ist für die 47-Jährige allerdings kein Grund zum Jubeln, eher für ausgemachten Ärger.

AHAUS

, 18.04.2017, 17:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sylvia Stegemann-Robers ärgert sich vor allem über die Informationspolitik der Verwaltung. Sie berichtet von Voll- und Teilsperrungen in den vergangenen Monaten, die nur selten den Anliegern angekündigt wurden. "Das war schon eine mittelschwere Katastrophe für uns." Zudem pausierten die Bauarbeiten des Öfteren wetterbedingt. "Es ging hier einfach nicht voran."

Gehweg gesperrt

Bis Januar dieses Jahres war zumindest eine Zufahrt zum Parkplatz vor dem Geschäft möglich. "Der Platz reichte noch für fünf Autos, der Rest stand voll mit Baufahrzeugen und Material." Mit der Umgestaltung des Parkplatzes musste die Kundschaft mit ihren Fahrzeugen dann auf Stellflächen in der Nachbarschaft ausweichen.

Den Zorn von Sylvia Stegemann-Robers zog sich aber erst die jüngste Aktion an der Ecke Fuistingstraße/Hessenweg zu. "Da wurden vorvergangene Woche plötzlich Absperrbaken aufgestellt und der Gehweg am Hessenweg gesperrt." Niemand habe sie und die weiteren Anlieger über das Vorgehen informiert, beklagt sich Stegemann-Robers. "Das ist sehr ärgerlich." Den Bauarbeitern selbst macht sie keine Vorwürfe. "Die machen ja auch nur ihren Job." Aber die Verwaltung hätte doch wenigstens auf die neuerlichen Straßenbaumaßnahmen im öffentlichen Raum hinweisen können.

"Treue Kundschaft"

Vor allem der älteren Kundschaft, die auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen sei, werde der Besuch des Friseursalons fast unmöglich gemacht. Es sei denn, sie schaffen es - ausgehend von der Josefstraße - an der Parkplatz-Häuserzeile entlang bis zum Eingang. "Wir haben eine treue Kundschaft. Aber die vergangene Woche war eine Katastrophe. Etliche Kunden haben gesagt, so schaffen wir das nicht zu euch." Der Besitzer der Pizzeria nebenan sei von der Sperrung sogar so überrascht worden, "er kam mit seinem Lieferauto nicht mal mehr aus der Einfahrt".

Dabei hätte sich der Ärger doch sparen lassen, meint Sylvia Stegemann-Robers. "Warum wurde nicht erst der Parkplatz erstellt und dann der Gehweg - oder umgekehrt? Warum muss hier gleichzeitig gebuddelt werden?"

Keine Stellungnahme

Eine Antwort auf diese und andere Fragen gab es von der Ahauser Stadtverwaltung am Dienstag nicht. Die uns zugesagte Stellungnahme trudelte bis Redaktionsschluss nicht ein. Hintergrund: Der Kreis Borken ist an der Baumaßnahme beteiligt und möchte seine Sicht der Dinge ebenfalls darlegen. Das gelang am Dienstag wohl nicht. Wir werden die gemeinsame Stellungnahme von Stadt und Kreis nachreichen. Bis dahin geht Sylvia Stegemann-Robers davon aus, dass das gesamte Bauvorhaben Ende April abgeschlossen ist. "Das habe ich nur gehört, schriftlich habe ich das nicht."

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