BBS-Azubis erproben in Ahaus ihr Können an der Airbrush-Pistole

Berufsbildungsstätte

Sein faszinierendes Hobby Airbrush hat Ludwig Kestermann einigen Azubis der Berufsbildungsstätte Westmünsterland (BBS) vorgestellt. Die Jugendlichen durften dabei auch selbst Hand anlegen.

Ahaus

23.07.2021, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ludwig Kestermann mit einigen seiner Arbeiten, die er bei der BBS im Gepäck hatte.

Ludwig Kestermann mit einigen seiner Arbeiten, die er bei der BBS im Gepäck hatte. © BBS

Die Pistole in der Hand sei eines seiner wichtigsten Werkzeuge. Wer das jetzt mit Wild-West assoziiere oder bei wem sich jetzt im Kopfkino irgendeine mörderische Krimiszene abspiele, der liege falsch, schreibt die Berufsbildungsstätte Westmünsterland in einer Pressemitteilung.

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Die Pistole von Ludwig Kestermann sei statt mit Patronen mit Farbe gefüllt. Und die trage er punktuell – mal in Strichen, mal detailliert, mal aber auch großflächig – auf die verschiedensten Untergründe auf. Ludwig Kestermann ist in seiner Freizeit ein Airbrush-Künstler.

Maßnahme des Berufsorientierungszentrums

Und was liege da näher, als dieses Hobby bei einem Praktikum, das er im Rahmen der Inram-Maßnahme im Holzbereich des angegliederten Berufsorientierungszentrums absolvierte, den dortigen Auszubildenden praktisch vorzustellen?

Coronakonform in zwei Gruppen eingeteilt, hat der 61-Jährige die jungen BOZler für jeweils einen halben Tag an seiner Liebe zum Airbrush teilnehmen lassen. Schritt für Schritt ließ er sie zunächst Hand- und Fingerübungen machen, mit Spritzpistole und Farbe experimentieren, brachte ihnen erste Feinheiten des perspektivischen Umsetzens bei – bis die Teilnehmer sich schließlich selbst an ein Bild wagten.

Begeisterte Azubis

Individuelle Sonnenuntergänge und Spiegelungen im Wasser seien so unter den kreativen Händen entstanden, schreiben die Verantwortlichen. „Ein tolles Erlebnis, das wir gerne wiederholen würden. So etwas kommt ja nicht alle Tage vor“, fassen die 18- bis 25-jährigen Azubis ihre Begeisterung in Worte. „Nach ein paar Übungen klappte es auch sofort“, erzählt Steven (19). „Bei mir kann man den Sonnenuntergang samt einem Felsen im Wasser gut erkennen.“

Mit großem Interesse gingen die Jugendlichen mit der Sprühpistole selbst ans Werk.

Mit großem Interesse gingen die Jugendlichen mit der Sprühpistole selbst ans Werk. © BBS

Ludwig Kestermann nimmt das Lob schmunzelnd und gerne entgegen. Er freut sich, seine Erfahrungen weitergeben zu können. Für den Darfelder, der bereits in vielen Kommunen im Münsterland Kurse durchgeführt hat, ist die Freizeitaktivität ein perfekter Ausgleich zu seinem beruflichen Einsatz.

Kurs hinterlässt bleibenden Eindruck

Kestermann übernehme gerne die Aufgabe, junge Menschen auch einmal mit anderen handwerklichen Tätigkeiten in Kontakt zu bringen. „In der Vergangenheit habe ich das beispielsweise über den ‚Kulturrucksack NRW‘ getan, der mich als Künstler unterstützt“, erklärt er.

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Wie nachhaltig der 61-Jährige die BOZ-Jugendlichen übrigens mit seiner Airbrush-Kunst beeindruckt hat, habe sich wenige Tage nach der Kurzunterweisung an der Spritzpistole gezeigt: Die Kursteilnehmenden „verschönerten“ das Auto ihres BOZ-Holz-Ausbilders Markus Volkery kunterbunt mit (glücklicherweise abwaschbarer) Sprühkreide. Markus Volkery nahm diesen individuellen Gruß gelassen: „Anschließend war der Wagen wenigstens mal wieder blitzeblank sauber“, lacht er.

Wofür steht Inram?
  • In der BBS-Maßnahme Inram geht es um die Feststellung der beruflichen Situation der Teilnehmenden sowie in den anschließenden Gesprächen um die Erarbeitung eines realistischen Selbstbildes. Die konkreten beruflichen Perspektiven, die dabei am Ende als Ergebnisse stehen, werden mittels Praktika getestet und erprobt.
  • Mit dem Inram-Angebot werden Menschen angesprochen, die ins Arbeitsleben zurückkehren wollen. In der Regel verfügen die Teilnehmenden über eine berufliche Grundbildung (Ausbildung und/oder mehrjährige Berufserfahrung) und bedürfen wegen einer Erkrankung beziehungsweise einer gesundheitlichen Einschränkung besonderer Leistungen zur Unterstützung.
  • Ziel der Vollzeitmaßnahme (39 Wochenstunden) ist also eine individuelle, bedarfsorientierte Stabilisierung sowie eine dauerhafte Integration in den ersten Arbeitsmarkt. Ansprechpartnerin: Eva Langer, Tel. (02561) 699471.
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