BBS modernisiert ihre Unterrichtsräume

Millioneninvestition

„Das Gröbste ist geschafft“, sagte Bernhard Könning am Freitag sichtlich zufrieden bei einem Gang über die Baustelle. Der Leiter der Berufsbildungsstätte (BBS) Westmünsterland berichtete gemeinsam mit Johannes Walfort, Teamleiter Elektrotechnik, über die Sanierung verschiedener Werkstätten und Unterrichtsräume an der Weidenstraße.

AHAUS

, 13.08.2017, 19:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir müssen inhaltlich gut unterwegs sein, dazu gehört eine gute Infrastruktur“, äußerte Könning. „Daran haben wir in den vergangenen Jahren intensiv gearbeitet.“ Vor drei Jahren wurde die letzte große Baumaßnahme geschultert. „Mit dem aktuellen Umbau schließen wir diesen Prozess vorläufig ab.“

Sanierungsstart 2014

Bei der 2014 erfolgten Sanierung flossen rund 8,9 Millionen Euro vor allem in die Dachsanierung und die Umgestaltung des Eingangsbereichs. Die Summe teilten sich Bund (45 Prozent), Land (20 Prozent) und Berufsbildungsstätte (35 Prozent). Könning: „Der Eigenanteil war für unsere Verhältnisse schon ein großer Schluck aus der Pulle. Da haben wir ordentlich auf den Tisch gelegt, was wir in den Jahren zuvor an Finanzmitteln für die Sanierung zurücklegen konnten.“ Aktuell wird nicht ganz so viel investiert. Das Finanzvolumen der laufenden Sanierung beträgt rund 1,55 Millionen Euro. 80 Prozent der Summe kommen aus dem kommunalen Investitionsförderfonds des Bundes, die restlichen 20 Prozent übernehmen der Kreis Borken und die BBS Westmünsterland. Modernisiert werden die Werkstätten und Unterrichtsräume für die Elektro- und Automatisierungstechnik sowie für den Maler- und den KFZ-Bereich. „Bei einem Haus unserer Größenordnung haben wir ständig Anpassungs- und Modernisierungsdruck“, erklärte Könning.

Neue Konzepte

Vor allem müsse Platz für neue pädagogische Konzepte geschaffen werden. Saniert werden Gebäuteile, die vor 40 Jahren als erster Abschnitt der BBS entstanden. Johannes Walfort: „Unsere Gründungshallen.“ Fand in den Unterrichtsträumen früher sogenannter Frontalunterricht statt, wird der Lernstoff heute „handlungsorientiert“ vermittelt. Walfort nannte als Beispiel das Bearbeiten eines Kundenauftrages: „Aufgabe könnte sein, ein Programm für eine speicherprogrammierbare Steuerung für das vollautomatische Befüllen einer Siloanlage zu schreiben und in Betrieb zu nehmen.“ Die Räume seien „technisch geöffnet“ worden, erklärten Könning und Walfort. Nicht nur, dass Theorie und Praxis künftig in einem Raum gelehrt und die vorhandene Raumkapazität effizienter genutzt werden könne. Das neue Konzept mache es möglich, in einem Raum gleichermaßen die Infrastruktur für den Unterricht von Auszubildenden im ersten Lehrjahr bis zum angehenden Meister vorzuhalten. Doch nicht nur innen verändert sich die Berufsbildungsstätte Westmünsterland. Auch die Fassade einschließlich der Fensterfront wird erneuert. Die 40 Jahre alten Betonfenster waren nicht zu öffnen und unter energetischen Gesichtspunkten schon lange nicht mehr zeitgemäß. „Die Front wird optisch bereinigt“, erklärte Könning zum Einbau bodentiefer Verglasung. Außerdem wird die Fassadendämmung auf den aktuellsten Stand gebracht. Schlusspunkt ist die Gestaltung des Außenbereichs. Könning: „Der Garten- und Landschaftsbauer hat schon mal seinen Bagger aufgestellt.“

Abschluss im September

Voraussichtlich Mitte September soll die Sanierung der BBS abgeschlossen sein. Bernhard Könning zeigte sich optimistisch, dass der Bauzeitenplan eingehalten wird. „Das muss er auch, damit das Lehrgangsgeschäft in diesem Werkstattbereich wieder vollumfänglich aufgenommen werden kann.“ Den Zeitplan einzuhalten ist das eine, den Kostenrahmen nicht zu überschreiten, ist das andere. „Das Budget wird eingehalten“, erklärte Könning, dass die BBS mit gutem Beispiel vorangehe. Das sei bei Vorhaben im öffentlichen Sektor nicht immer selbstverständlich. „Es gibt ja genügend Beispiele, wo die Budgets aus dem Ruder laufen.“

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