Bei Anruf: Vorsicht!

Betrugsmasche

Marlies Büscher traut ihrem Telefon nicht mehr. Immer wieder wird sie von Unbekannten angerufen, die ihr zu Gewinnen gratulieren oder zu Überweisungen drängen wollen. Am Montag klingelte es wieder: Dieses Mal war es angeblich die Deutsche Kriegsgräberfürsorge, die sich mit einem Geschenk für die vielen Spenden bei ihr bedanken wollte. Marlies Büscher und ihr Mann wollen andere vor den betrügerischen Anrufen warnen.

AHAUS

, 03.01.2017, 18:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bei Anruf: Vorsicht!

Marlies Büscher aus Ahaus ist inzwischen sehr skeptisch am Telefon. Seit Wochen bekommt sie dubiose Anrufe. Offenkundig handelt es sich dabei um Betrüger, die an persönliche Daten herankommen wollen.

"Bei der Kriegsgräberfürsorge werden ja sicherlich viele unvorsichtig", sagt sie. Schließlich würden von dem Verband ja häufiger mal Spenden gesammelt. Die Anruferin habe sich für eine Spende vor mehreren Jahren bedankt. Man wolle dem Ehepaar Büscher nun ein Geschenk zukommen lassen. "Dabei habe ich nie für diesen Zweck gespendet", sagt sie. Man habe sich dann nach ihrer Adresse und Kontoverbindung erkundigen wollen. "Da habe ich aufgelegt", sagt sie.

Marlies Büscher und ihr Mann Helmut haben nur eine Erklärung, wie ihre Telefonnummer und Adresse in die Fänge der dubiosen Anrufer gekommen sein kann: "Vor 20 Jahren haben wir mal an einer dieser Werbefahrten teilgenommen - ein einziges Mal", sagt sie. Dann habe man ihnen noch gesagt, dass sie eine Reise gewonnen hätten. "Da haben wir unsere Daten angegeben", erzählt sie weiter. Die Reise hätten sie nie angetreten. "Die wäre trotz des Gewinns noch teurer als im Reisebüro gewesen", ergänzt Helmut Büscher.

Dubiose Geschäfte

Doch ihre Daten waren erfasst. Sie müssen dann weiterverkauft worden sein. Erst war lange Jahre Ruhe. Im vergangenen Sommer mehrten sich dann die Anrufe. Mal hatten sie angeblich irgendwelche Geschäfte mit unbekannten Firmen abgeschlossen, mal hatten sie angeblich etwas gewonnen. "Da bin ich nie drauf reingefallen", sagt sie. Jetzt eben diese neue Nummer. Seit sich die ersten dubiosen Anrufer bei Marlies Büscher meldeten, hat sie begonnen, Nummern und Maschen zu notieren.

Die Nummer mit Berliner Vorwahl verliert sich direkt im Nirgendwo: Eine Suche im Internet ergibt zwar keinen Namen eines Unternehmens oder eine Verbindung zum Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge, dafür aber seitenweise Einträge zu ähnlichen Vorfällen - die immer der gleichen Masche zu folgen scheinen: Seit vergangenem Oktober taucht die Nummer bundesweit auf verschiedenen Privatanschlüssen auf. Immer ist die Rede von verschiedenen angeblichen Spendenaktionen. Immer habe der Angerufene angeblich vor Jahren für diese oder jene Organisation gespendet, oder sich zur langfristigen Unterstützung bereit erklärt. Mit dem Anruf solle diese Unterstützung nun noch einmal aktualisiert oder neu abgefragt werden. Immer werde auch ein Geschenk oder eine Prämie zugesichert.

Automatische Bandansage

Die Probe mit einem Rückruf beim Berliner Anschluss bleibt genauso erfolglos: Am Dienstagmorgen, Mittag und Nachmittag antwortet nur eine automatische Bandansage: "Ihr Guthaben ist verbraucht oder Ihre Kostengrenze ist erreicht. Kontrollieren Sie bitte Ihren Kontostand im Kundencenter", sagt eine Frauenstimme lediglich. Dann bricht die Verbindung ab.

Stefan Dowrak ist Leiter des Vorstandsbüros vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Auf den Fall angesprochen, fällt er am Dienstagmittag aus allen Wolken. "Das ist der erste solche Fall, von dem wir hören", sagt er. Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt er, dass er den Fall prüfen lassen wolle. Auf keinen Fall würde sich der Volksbund in dieser Form für Spenden bedanken. Und auf keinen Fall habe der Verband etwas mit den ominösen Anrufen zu tun. Er dankte für den Hinweis und kündigte an, weitere Schritte prüfen zu lassen.

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