„Beim Radverkehr muss ein Umdenken einsetzen“

rnRadverkehr in Ahaus

Was muss geschehen, damit Ahauser für eine Tour in die City das Rad nehmen und das Auto stehenlassen? Wir haben uns umgehört und Radfahrer nach ihren Forderungen gefragt.

Ahaus

, 28.01.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Radverkehr in Ahaus gewinnt zunehmend an Bedeutung. Der neue Technische Beigeordnete Thomas Hammwöhner sagt: „Radfahren muss Spaß machen, schnell und sicher sein.“ Der Radverkehr sei ein Zukunftsthema und werde eine immer größere Rolle spielen. Das sehen die Fraktionen von CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen ebenso.

Drei Anträge in Sachen Radverkehr

Gleich drei ihrer Anträge zum Etat-Entwurf 2020, über die im Hauptausschuss beraten wurde, befassten sich mit dem Radverkehr in Ahaus.

Christdemokrat Thomas Vortkamp regte an, ein Konzept für die Einrichtung von Fahrradparkhäusern in der Innenstadt zu entwickeln. Mögliche Standorte könnten die Tiefgarage Königstraße, im Bereich der Wallstraße, im Bereich des Domhofes sowie am Ahauser Bahnhof sein.

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Sicher eine gute Idee, denn „am Bahnhof ist es besonders schlimm“, findet Gerd Finke, der mit seinem Fahrrad gut 10.000 Kilometer im Jahr zurücklegt. „Da wird vom Fahrrad schnell mal der Sattel oder ein Rad mitgenommen.“

Tiefgarage mit Fahrradboxen

Die Tiefgarage Königstraße sei aus verschiedenen Gründen für den Autoverkehr nicht attraktiv, sie werde von vielen Autofahrern nur ungern angenommen, die Parkplätze seien zu schmal, so Thomas Vortkamp. Für den Radverkehr hingegen könne sich der Bereich durchaus anbieten, erklärt die CDU.

Platz wäre dort für abschließbare Fahrradboxen – mit und ohne Lademöglichkeiten für E-Bikes. „Am Eingang der Tiefgarage könnten Fahrräder trocken und sicher abgestellt werden. „Eine charmante Idee“, nannte Dietmar Eisele von den Grünen diesen Vorschlag. „Auch auf die Parkdecks am Schloss müssen Fahrradabstellplätze“, nannte Eisele einen weiteren Ort.

„Beim Radverkehr muss ein Umdenken einsetzen“

(v.l) Bettina Laers, Henry Paul und Gerd Finke fahren gerne und viel Fahrrad. Aber sie sind sich einig, dass an der Fahrrad-Parksituation in Ahaus noch einiges verbessert werden kann. © Christin Lesker

Viele Fahrradfahrer würden diese Neuerungen sicher begrüßen. „Ich bin aktuell nicht zufrieden“, macht Henry Paul, mit dem wir schon mehrmals über die Sicherheit für Radfahrer in Ahaus gesprochen haben, am Montag im Gespräch mit unserer Redaktion klar. „Es gibt zu wenig Parkplätze und man kann sein Rad nicht ordentlich sichern.“ Zum Beispiel überdachte Plätze zum Abstellen sollte es öfter geben, findet er.

Radfahren muss komfortabel werden

Ziel der Christdemokraten: Es muss attraktiver werden, mit dem Rad in die Stadt zu fahren, statt mit dem Auto. Warum, das begründet Thomas Vortkamp im Antrag der CDU: „Nicht, weil in der Innenstadt nicht genügend Parkraum vorhanden ist, sondern weil es schneller und komfortabler ist. Fahrräder müssen im Bereich der Innenstadt sicher untergebracht werden können.“

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Auch im Bereich Bahnhof müssten Pendler die Möglichkeit haben, in einer Radstation ihr eigenes, hochwertiges Rad sicher abstellen zu können. „Nur durch solche Anreize kann es gelingen, dass ein Umdenken einsetzt und gelingt.“ Diese Meinung teilt auch Henry Paul. „Wenn die Leute ihr Fahrrad mehr nutzen sollen, dann muss etwas getan werden. Es muss attraktiver sein, das Rad zu nehmen.“

Wenig Möglichkeit zur Sicherung

Dana Abu Rahmah ist am Montag mit einem Klappfahrrad in der Stadt unterwegs. „An manchen Stellen ist es gar nicht gut, es könnte wirklich besser sein“, findet sie. Ihr fehlt die Möglichkeit, das Fahrrad abstellen und anketten zu können.

Bettina Laers teilt diese Meinung. Sie fährt jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit in die Innenstadt. „E-Bikes werden immer präsenter und sie sind wertvoll. Deshalb habe ich eine Kette, aber ich sehe kaum Möglichkeiten, es anzuketten“

„Beim Radverkehr muss ein Umdenken einsetzen“

Dana Abu Rahmah fährt ein kompaktes Klapprad und meint zur Parksituation in der Stadt: "Es könnte wirklich besser sein". Ihr fehlen Möglichkeiten, das Fahrrad anzuketten. © Christin Lesker

Zur Umgestaltung der Wallstraße erklärte die SPD im Hauptausschuss, dass zwar an Abstellmöglichkeiten für Fahrräder gedacht werde, „die von uns beantragten und bis zur Projektumsetzung zurückgestellten Fahrradboxen mit Ladestationen sind aber nach wie vor nicht angedacht.“ Außerdem seien keinerlei Abstell- oder Parkmöglichkeiten für Scooter vorgesehen.

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Die Sozialdemokraten beantragten einen Sachstandsbericht zum Thema „Fahrradwege in der Stadt Ahaus“. Dieser Antrag, ebenso der Antrag der CDU, wurden an den Ausschuss für Stadtentwicklung verwiesen. Das Gremium wird auch über den Antrag von Bündnis 90/Die Grünen beraten. Sie fordern, die Radinfrastruktur in Ahaus zu verbessern und Fahrradparkplätze bereitzustellen.

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